Zum Jahresende gehen die Galerienhaus-Beteiligten in der Breitscheidstraße 48 getrennte Wege. Viel Wehmut ist bei Katrin und Marko Schacher, Angelika und Markus Hartmann sowie bei Jürgen Palmer nicht spürbar.
Dieser Preis ist nicht heiß: Mindestens 12,50 Euro pro Quadratmeter für Räume, die an heißen wie an kalten Tagen herausfordernd werden können – bei weiter steigender Kostentendenz keine gute Grundlage für die Arbeit von Privatgalerien.
Die Vorfreude überwiegt
Die Kostenspirale ist aber nur ein Grund, dass Ende dieses Jahres das Galerienhaus Stuttgart, ein Hinterhofgebäude in der Breitscheidstraße 48 im Stuttgarter Westen, Geschichte ist. „Ich glaube, wir haben auch alle Lust auf etwas Neues“, sagen Angelika und Markus Hartmann. Und auch Katrin Schacher blickt lieber nach vorne: „Ein bisschen Melancholie schwingt mit“, sagt sie, „doch eindeutig überwiegt die Freude über den Ort, an dem es von 1. Januar 2024 an weitergeht: ein alter Fahrradladen, der noch früher eine Metzgerei war“.
Blumenstraße 15 ist die neue (Innenstadt-)Adresse für Katrin und Marko Schachers Raum für Kunst, in der Liststraße 28/1 wird man künftig Angelika und Markus Hartmann mit ihrem Verlag und ihrem Ausstellungsraum finden. Dort hat bereits die Galerie Imke Valentien ihren Sitz. Kern eines neuen Galerienhauses? „Es ist einfach eine tolle Gegend mit ganz viel kreativer Energie“, sagt Angelika Hartmann.
Und Jürgen Palmer? 2019 scheinbar zunächst ein wenig außen vor beim Neustart Galerienhaus 3.0, hat der Künstler und Ausstellungsmacher in den vergangenen zwei Jahren wesentliche Ausstellungsakzente gesetzt. Auch Palmer will weitermachen – in der Böblinger Straße im Stuttgarter Süden. Jedoch – „ohne Galeriearbeit“. Palmer denkt an einen Ort für den Austausch über Kunst und an Gäste „mit echtem Interesse“.
Letzte Eröffnung am 17. November
Zwölf Jahre wird es das Galerienhaus Ende Dezember gegeben haben. Marko Schacher war von Anfang an dabei. Der Blick nach vorn gilt zunächst dem 17. November und der letzten Eröffnung im Galerienhaus.