im Atelier Wilhelmstraße in Stuttgart (Wilhelmstraße 16) zeigt auch Arbeiten von Ulrike Kirbach Foto: Linienscharen

Aktuelles aus der Stuttgarter Kunstszene? Finden Sie in den „Stuttgarter Nachrichten“. Zum Beispiel, was sich hinter dem Projekt „Näherung“ der Zeichnungsplattform Linienscharen verbirgt.

Stuttgart - Stuttgart ist eine Stadt der Zeichnung. ­Diesen Eindruck zumindest konnte bekommen, wer im Rahmen der Ausstellung zur Sammlung Klein im Kunstmuseum ­Stuttgart das Künstlergespräch mit Thomas Müller, ­Katharina Hinsberg und Jorinde ­Voigt besuchte. 200 Besucher waren gekommen – „damit“, sagt Kunstmuseums­direktorin ­Ulrike Groos, „hatten wir nie ­gerechnet“.

Zeichnerische „Näherung“

Von diesem Freitag an gibt es die nächste Gelegenheit, der Zeichnung in der Gegenwartskunst Rückenwind zu geben. Im ­Atelier Wilhelmstraße 16 in Stuttgart-Bad Cannstatt (Mo-Fr 15-19, Sa und So 12-16 Uhr) ist am Donnerstagabend unter dem ­Titel „Näherung“ ein Projekt der Zeichnungs-Plattform Linienscharen eröffnet worden. Ausstellung, Werkstatt, Dokumentation – „Näherung“ empfiehlt sich als ­Einblick und Überblick zugleich.

Selbst geschaffener Freiraum

Vor fünf Jahren gegründet, geht es den ­Linienscharen-Beteiligten zuvorderst um einen Freiraum künstlerischer Dialoge. ­Dieser ist denn auch Ausgangspunkt für das Projekt „Näherung“ – ablesbar sind absichtliche wie unabsichtliche, aber doch nicht ­zufällige gegenseitige Befragungen des künstlerischen Handelns. Ein Idealfall für ­Konzeptkünstler wie Olaf Probst (im Dialog mit Christina Maria Pfeifer) ebenso wie für den feinen Klang der Stille im Schaffen von ­Ulrike Kirbach (im Dialog mit Sabina ­Aurich). 36 Näherungen bietet das Projekt – und in seiner Fülle zugleich einen Impuls, den Geheimnissen der Linie weiter auf der durchaus widersprüchlichen Spur zu bleiben.

Eröffnung in der Galerie Michael Sturm

An diesem Freitag um 19 Uhr eröffnet die Galerie Michael Sturm in Stuttgart (Christophstraße 6, Di-Fr 13-19 Uhr) eine Ausstellung mit neuen Werken von Herbert Egl und Dorothea Schulz.

Um was es geht? „I like Chinese – die Ausstellung von Herbert Egl“, schreibt Sturm, „nimmt eine seiner kulinarischen Vorlieben zum Anlass, um dahinter eine zutiefst malerische zu offenbaren. Dabei bringt er nicht etwa Sichtbares zum Verschwinden, sondern er macht Dinge in den Zwischenräumen erst sichtbar.“

Und zumindest an diesem Punkt erscheint die Schau im Sinn der Linienscharen als ­Näherung – zwischen den neuen Werken Egls und Dorothea Schulz’ Werkblock „Selbstgesprächsfetzen“.

Aktuelle Termine

Werner Pokorny, bis 2013 Professor für Bildhauerei an der Kunstakademie Stuttgart, gilt eine Schau im Museum der Stadt Kornwestheim . Die hohen, klaren Räume im Kleihues-Bau (Stuttgarter Straße 93, Fr-So 11-18 Uhr) zeigen sich als ideale Bühne für die Arbeiten.

Marcel Duchamp wird Ende 2018 umfassend in der Staatsgalerie Stuttgart geehrt. Wie sich aktuell Künstlerinnen und Künstler mit dem Duchamp-Schlüsselwerk „Fountain“ beschäftigen, zeigt die von Rolf Bier zusammengestellte Ausstellung „The Fountain Mémoire“ – zu sehen im Projektraum Akku in Stuttgart (Gerberstraße 5c, Mi-Fr 14-18 Uhr). Das Finale an diesem Freitag beginnt um 18 Uhr.

Minqi Sun und neun weitere Studierende der Kunstakademie Stuttgart zeigen ihre Werke in der Diplomschau. Eröffnung im Akademie-Neubau auf dem Weißenhof ist am kommenden Dienstag um 19 Uhr.