Galerie Thomas Fuchs Das helle Dunkle

Von Nikolai B. Forstbauer 

Der Maler Winston Chmielinski zählt zu den Nachwuchshoffnungen des internationalen Kunstmarktes. Früh entdeckt hat ihn die Stuttgarter Galerie Thomas Fuchs – und kann nun bis zum 28. April eine zweite Solo-Schau zeigen.

Stuttgart - Die gerne beschworene Magie des Originals wird in der Begegnung mit den Werken des Malers Winston Chmielinski zur unmittelbaren Erfahrung. Alles Leichte strebt in diesen Auftritten einzelner Figuren in scheinbar leicht erfassbaren Raumkonstellationen zugleich ins Abgründige – und alle Düsternis, die durchaus auch zurückschrecken lassen könnte, verfliegt im Ernst der im Bild selbst initiierten Diskussion über die Malerei als eine noch immer gültige künstlerische Möglichkeit.

Der internationale Darling emanzipiert sich

Chmielinski hat seine Position seit seinem Auftritt in der Galerie Thomas Fuchs in Stuttgart (Reinsburgstraße 68 a) vor zwei Jahren deutlich geklärt. Zurückgenommen ist alles Geflecht, man hat nun offene Sicht auf die Protagonisten, die lautlos am Strand tanzen, das Motiv des Gestürzten in die Gegenwart transportieren oder auch trotz aller schützenden Gewand-Herrlichkeit die eigenen Zweifel kaum verbergen können.

Das alles, sorgsam gerade in den Farbübergängen gedacht und ausgeführt, wirkt überraschend roh. Chmielinskis Figuren sind zugleich geschützt und ausgeliefert – als hätten sie ihren eigentlichen Ort noch nicht gefunden. Chmielinski selbst, 1988 in Boston geboren, lebt nach Jahren in Paris, New York, Peking und Shandong inzwischen in Berlin. Eine Stadt, in der diese Bildwelten eine eigene Geschichte haben.

Aktuell internationaler Darling und anhaltend unter anderem durch Saatchi forciert, ­emanzipiert sich Chmielinski mit den nun bis zum 28. April in der Galerie Thomas Fuchs präsentierten Arbeiten vom eigenen Frühruhm als Farbentänzer. Genau das macht die Schau sehenswert. (nbf)

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