Noch bis Ostermontag ist die Loriot-Ausstellung zu sehen Foto: dpa

Noch bis Ostermontag ist die Ausstellung "Spätlese“ mit Werken von Vicco von Bülow alias Loriot in der Galerie Stihl Waiblingen zu sehen.

Waiblingen - Die Lust auf Männer mit Knollennase und Blume im Mundwinkel oder auf Möpse im Handstand ist ungebrochen: Die aktuelle Präsentation von 260 Exponaten des Karikaturisten und Humoristen Vicco von Bülow alias Loriot ist jene mit der stärksten Anziehungskraft seit Eröffnung der Galerie im Mai 2008. „Mit Loriot liegen wir derzeit bei knapp über 22 000 Besuchern“, berichtet Galerie-Sprecherin Stephanie Hansen, „das ist eindeutig die bestbesuchte Ausstellung.“ Vor allem an den Sonntagen gab es lange Schlangen vor dem Portal, mit bis zu 800 Gästen kam man auf das Dreifache der sonstigen Sonntagsbesucherzahl. Seitheriger Spitzenreiter war die Präsentation mit expressionistischer Druckgrafik von Emil Nolde im Herbst 2012 mit rund 16 500 Besuchern.

18 Ausstellungen gab es bisher, „und vor wenigen Tagen haben wir die 200 000-Besucher-Marke geknackt“, erläutert Hansen. Eine Erfolgsbilanz, die auch OB Andreas Hesky freuen dürfte. Die Galerie sowie die daneben gelegene Kunstschule Unteres Remstal stellen für ihn ein „deutschlandweit einzigartiges Kraftfeld für Kunst und Kreativität“ dar. Immerhin rund acht Millionen Euro wurden in den Komplex investiert – unterstützt durch eine 2,5-Millionen-Euro-Gabe der Eva-Mayr-Stihl-Stiftung. Dazu kommt noch das für knapp eine Million Euro renovierte Haus der Stadtgeschichte auf der anderen Straßenseite, das am 10. Mai mit einer Ausstellung zum Bauernaufstand Armer Konrad vor 500 Jahren eröffnet wird.

Längst vorbei sind jedenfalls die Zeiten, da etwa CDU-Fraktionschef Siegfried Kasper angesichts der Millionenspende der Stiftung des Motorsägenherstellers lästerte: „Das ist so, als ob ein Sozialhilfeempfänger einen Porsche geschenkt bekommt.“ Stattdessen räumt nun auch Kaspers Fraktionskollege Hans-Ingo von Pollern, ebenfalls ein anfänglicher Skeptiker, ein: „Wir haben uns mit der Galerie Stihl hervorragend in der Champions League etabliert.“

Neben dem derzeitigen Gewusel innerhalb des gläsernen Galeriegebäudes rumort es nun auch außerhalb: Auf der Ostseite ­haben die Erdarbeiten für das neue Verwaltungsgebäude der Eva-Mayr-Stihl-Stiftung begonnen. Gebaut wird nach den Plänen des Stuttgarter Architekten Hartwig N. Schneider, der bereits die Galerie und die Kunstschule konzipiert und diese mit „zwei ans Ufer der Rems gespülten Kieselsteinen“ verglichen hat. Das neue Stiftungsgebäude – Bezug voraussichtlich Mitte 2015 – soll nun in der Optik ähnlich anmuten und wäre demnach der dritte Kieselstein am Rems­bogen. „Es gibt keinen besseren Standort“, erklärt Hesky und kontert damit Kritik der Alternativen Liste, die sich wegen einiger dadurch wegfallender Parkplätze zur Verwunderung ihrer Gemeinderatskollegen gegen das Verwaltungsgebäude an dieser Stelle ausgesprochen hatte.

Mit dem Bau des neuen Verwaltungsgebäudes trage die Stiftung ihrem künftigen Wachstum Rechnung, heißt es in einer Mitteilung. Die Stiftung wurde 1986 von Eva Mayr-Stihl und ihrem Mann Robert Mayr gegründet. Bis zum Jahr 2012 erhöhten sie das Kapital auf mehr als 100 Millionen Euro. Als Schwerpunkte der Stiftungsarbeit werden Wissenschaft und Forschung, Gesundheit sowie Kunst und Kultur genannt.

Interessenten an der Loriot-Ausstellung sollten sich sputen, denn sie geht in den Schlussspurt: Nur noch fünf Tage ist diese „Spätlese“ (gezeigt werden insbesondere erst jüngst veröffentlichte Werke aus dem Nachlass des im Jahr 2011 verstorbenen Künstlers) zu sehen. Also auch an Karfreitag und Ostermontag, von 11 bis 18 Uhr (an diesem Donnerstag bis 20 Uhr).
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