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Alles im Schaffen der 2006 gestorbenen Stahlbildhauerin Gerlinde Beck dreht sich um Bewegung. Die aktuelle Beck-Schau der Galerie Schlichtenmaier in Stuttgart betont denn auch Becks Nähe zum Tanz – mit gutem Grund, finden die „Stuttgarter Nachrichten“.

Stuttgart - Eine Bewegung nur – und schon dreht sich alles. Die Figur an sich, die Figur in sich, die Figur im Raum, ja, durchaus auch der Raum an sich. Gerlinde Beck, 1930 in Stuttgart-Bad Cannstatt geboren – dort also, wo Oskar Schlemmer in einem Hinterhof an den ­Figurinen seines „Triadischen Balletts“ ­gearbeitet hatte – hebelt mit einer Bewegung die um 1960 gültigen Stahlskulptur­Regularien aus.

Ein Schlüsselwerk ist zu sehen

Lässt sich diesem Weg der 2006 gestorbenen Künstlerin heute noch gewinnbringend nachspüren? Eine Ausstellung in der ­Stuttgart-Dependance der Galerie Schlichtenmaier (bis zum 1. April) versucht ebendies – und wartet mit manchen Überraschungen auf. Wenn ­Günter Baumann zur Ausstellung schreibt: „Gerlinde Beck ist Mitte 20, als sie ihr ­Thema schon ausformulieren kann: die auf- und angeschnittene Röhre und die Gleichsetzung von Innen- und Außenraum einer Skulptur“, bestätigt sich dieses bis hin zu einem „Relief“ von 1967. Die Arbeit hat ­jedoch noch mehr zu bieten – die Farbe ist zu einem materialhaften Eigenwert geworden. Und es ist eine Farbe, die Beck bis hin zu ihren großen Stadtraumskulpturen begleiten wird: Orangerot.

Alles ist in Bewegung

Wer dieses „Relief“ in Bewegung bringt, erzeugt buchstäblich Energie. Energie, die Gerlinde Beck im Weiteren nutzen wird, um Linien, Schnüre und gar Metallschnüre ­fliegen zu lassen, tanzen zu lassen. Und wer dieses „Relief“ genauer auf seine Bestandteile überprüft, wird auf deren Vielgestaltigkeit stoßen – wenn man denn den Elementen Raum zum Spiel der Analyse und zur Analyse des Spiels gibt. Collagen der früheren 1970er Jahre (für günstige 1800 Euro) sollten in dieser Schau nicht unbeachtet bleiben, bestimmt doch die ­Frage der Verschiebung einzelner Elemente und die Wirkung solcher Vorgänge wesentlich die noch deutlicher dem Tanz folgenden Arbeiten Becks der 1990er Jahre.

Diese Ausstellung macht deutlich: Der Tanz geht weiter – angestoßen von einer ­Bewegung nur. www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.galerie-termine-in-stuttgart-linie-west-an-diesem-donnerstag.3569a11f-e4e8-47f7-9803-106e7969c880.html

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