Galerie Schlichtenmaier eröffnet Winfred Gaul-Schau Winfred Gaul: Malerei als Analyse

Von Nikolai B. Forstbauer 

Ob bei der Weltkunstschau Documenta oder anderen internationalen Kunstereignissen – der 2003 gestorbene Maler Winfred Gaul war dabei. Jetzt frischt die Galerie Schlichtenmaier die Erinnerung an Gauls Bildwelt auf.

Stuttgart - Die Frage, was Willi Baumeister in den ­frühen 1950er Jahren als Lehrer an der Stuttgarter Akademie bewirkt hat, wird gerne mit einer Phalanx an Künstlernamen beantwortet, für die der Lehrer als Güte­siegel in Anspruch genommen wird. Un­gewollt vielleicht könnte diese Ausstellung die ­Fragestellung verändern: das Panorama der Arbeiten von Winfred Gaul zum 90. ­Geburtstag des 2003 gestorbenen Malers in der Galerie Schlichten­maier in Stuttgart.

Von Stuttgart aus in die Kunstwelt

„Alles ist gleich wichtig, aber es ist nicht alles zu gleicher Zeit wichtig“, notiert Gaul 1963. Zehn Jahre zuvor hat er Stuttgart ­verlassen. Zurück nach Düsseldorf. Hinein in den Kunstaufbruch im Rheinland.

Lebenslanger Dialog mit Willi Baumeister

Aber blieb da nicht immer etwas? Eine Präzision noch im Schwebezustand – ein eigener ­poetischer Unterton noch in der Annäherung an das pure Signal? Es ist doch genau dieses eigentümliche Doppel, das Willi Baumeisters Schaffen ­gerade in jüngster Zeit wieder ungemein ­aktuell macht.

Der Maler als Kunstforscher

„Malerei als offenes System“ ist die Hommage an Wilfred Gaul bei ­Schlichtenmaier überschrieben – und mit gutem Grund ringt hier der Farbfeld-Systematiker mit dem malerischen Kunstforscher Gaul.

Malerei über Malerei

Mit seiner Malerei über Malerei machte sich Winfred Gaul zeitlebens angreifbar – nicht anders aber als Baumeister die Vergangenheit befragt, durchpflügt Gaul das Bildvokabular der eigenen Gegenwart – und ­gelangt zu einer Kontextkunst lange bevor es diesen Begriff überhaupt gab.

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