in der Galerie Reinhard Hauff in Stuttgart (Paulinenstraße 47). Eröffnung: diesen Freitag um 19 Uhr. www.reinhardhauff.deFoto:Shun Foto:  

Konzept trifft chinesische Tuschemalerei – das geht nicht? Der in Shanghai geborene Yuan Shun liefert den Gegenbeweis, meint „Stuttgarter Nachrichten“-Autor Nikolai B. Forstbauer.

Stuttgart - Für die Galerie Reinhard Hauff haben sich mit dem Galerienschwund in Stuttgart die Vorzeichen gewandelt. Der Ort einer korrigierenden Schärfung ist nun weithin erste Adresse für aktuelle Positionen. Da sind die Erwartungen hoch, und ­gerade so, als nehme er diese Rolle lustvoll an, eröffnet Hauff an diesem Freitag die erste Einzelausstellung seiner Galerie mit Werken des 1961 in Shanghai geborenen Malers Yuan Shun.

Clash der Stile und Kulturen

Schnell wird deutlich: Yuan Shun provoziert ein sich nahezu ständig überbietendes Gegenspiel zwischen den Idealen mehr­dimensionaler Raumkonstruktion und der selbst schon zum Konzept gewordenen ­Melancholie chinesischer Tuschen. Und gerade wenn man den in Shanghai und in Berlin arbeitenden Künstler dabei ertappt glaubt, nurmehr technische Souveränität zu feiern, hält Yuan Shun mit völligem Rückzug auf feinstes Liniengeäst dagegen.

Signal für den Kunststandort Stuttgart

Eine eigenwillige Realität stellt sich ein: das präzise Ungefähre. Die Poesie hat in ­diesen Werken eine eigene Schärfe. Mit dem international etablierten Yuan Shun setzt Reinhard Hauff das richtige Signal für den Kunststandort Stuttgart.

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