Am Flughafen wird für S 21 gebaut. Foto: Arnim Kilgus

Es würde sich lohnen, Stuttgart 21 am Flughafen nochmals umzuplanen. Doch der politische Wechsel in Berlin könnte alle Überlegungen zunichtemachen, kommentiert StN-Titelautor Christian Milankovic.

Stuttgart - Der Stuttgart-21-Abschnitt am Flughafen ist eindeutig das Sorgenkind jenes Projekts, das an Sorgen nicht gerade arm ist. An der Frage, wie die Züge aus verschiedenen Ecken des Landes an den Airport geleitet werden, scheiden sich die Geister, seit es die Idee dazu gibt. Zudem schwelt stets die Frage im Hintergrund, ob es überhaupt sinnvoll ist, weitere Passagiere mit der Bahn zu den Terminals zu karren, die dann auf wenig umweltschonende Weise in die weite Welt fliegen.

 

Weit mehr als bloß Flughafenzubringer

Doch das ist zu kurz gesprungen. Die Bahn ist dort nicht bloßer Zubringer für den Luftverkehr. Die Stationen am Flughafen dienen die Landesmesse an, den immer größer werdenden Bürostandort auf den Fildern und können, bei entsprechender Ausrichtung des Nahverkehrs, für die gar nicht mal so kleine Filderbevölkerung der nächstgelegene Bahnhof des Fern- und Regionalverkehrs sein. Nicht alle wollen immer nur in die Stuttgarter Innenstadt.

Deswegen lohnt die Mühe, sich nochmals über die Eisenbahnpläne am Flughafen zu beugen. Denn das bisherige Vorhaben ist nicht ohne Nachteile. Die Fern- und Regionalzüge müssten sich die Gleise mit der S-Bahn teilen, würden oberirdisch durch Leinfelden-Echterdingen rumpeln, und für den Bau würde die wichtige S-Bahn-Verbindung gekappt.

Was will Berlin?

Nicht von der Hand zu weisen ist allerdings die Frage, ob die neue Bundesregierung sich für das von ihr in weiten Teilen zu finanzierende Vorhaben Gäubahntunnel erwärmen kann – auch wenn der dem Bundesvorhaben Deutschlandtakt in die Karten spielt. Das muss möglichst schnell geklärt werden, so wie rasch Klarheit über Baubarkeit und -zeit herrschen muss. Denn Zeit hat Stuttgart 21 nicht mehr viel.