Bei den Gärtringer Gemeinderatsmitgliedern stand in der letzten Sitzung der Siegerentwurf für das neue Kinderhaus auf der Tagesordnung. Auch über die Zwischenlösung mit Containern diskutierten die Räte.
Gärtringen - Um den Nachwuchs muss man sich in Gärtringen in den kommenden Jahren keine Sorgen machen, dies verdeutlichen steigende Geburtenzahlen und zahlreiche Zuzüge. Kopfzerbrechen bereitet diese Tatsache allenfalls, wenn es um die zukünftigen Betreuungsangebote der Neuankömmlinge in der Gemeinde geht. Nicht zum ersten Mal stand das geplante Kinderhaus im Gewerbegebiet deshalb jüngst auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Bauamtsleiter Gert Gaebele stellte den Siegerentwurf der Firma d’Aloisio aus Konstanz für den Bau des Kinderhauses vor.
Vorhandene Parkplätze werden mitgenutzt
Das Kinderhaus wird tatsächlich im Regenüberlaufbecken gegenüber des Hotels Kerzenstüble auf Pfählen errichtet. Die Siegerlösung offenbart einen zweigeschossigen Kubus in Holzbauweise, der mit einem Flachdach für Fotovoltaik und Begrünung auch ökologische Akzente setzen soll. Als zentrales architektonisches Detail wird der Lichthof (Atrium) mit einer Rampe versehen. „Das Gebäude mit zwei funktional aufgeteilten Ebenen zeichnet sich durch großzügige Flurbereiche aus, die in das pädagogische Konzept mit eingebunden werden“, sagte Gert Gaebele. Der Eingangsbereich befindet sich auf der Nordseite (Richtung S-Bahn-Parkplatz), sodass laut Gaebele keine weiteren Stellplätze im Bereich des Überlaufbeckens notwendig seien. „Vorhandene Parkplätze werden mitgenutzt und auch der Anliegerverkehr erfolgt über den verkehrsberuhigten S-Bahnhof-Parkplatzbereich.“ Im Detail werde es noch Anpassungen vor allem im Außenbereich geben, sagte Thomas Riesch. Jetzt starte die eigentliche Planungsphase.
Im Herbst 2023 soll das Kinderhaus eröffnen
Im Herbst 2023 soll es soweit sein, dann soll das neue Kinderhaus in der Nähe des S-Bahnhofs mit insgesamt sieben Gruppen als größte Betreuungseinrichtung in Gärtringen zum Leben erweckt werden. Bis dahin hat man sich bereits für eine temporäre Containerlösung, nur wenige Meter vom Standort des zukünftigen Kinderhauses entfernt, entschieden. Der Beauftragung für Lieferung und Montage der Anlage an die Firma Algeco aus Kehl (Angebotspreis 484 454 Euro bei 36-monatiger Mietzeit) stimmte das Gremium bei einer Enthaltung zu, wenngleich Diskussionen nicht ausblieben. Vorgesehen ist eine Interimslösung für fünf Kindergruppen mit Küchenzeile, sanitären Anlagen, diversen Büros für die Mitarbeiter sowie Abstellraum und Wickeltisch. Die temporäre Anlage im neuen Gewerbegebiet Schelmenwiesen soll am 1. September dieses Jahres in Betrieb gehen, sofern „die Ressourcenknappheit hier nicht negativ zu Buche schlägt“, sagte Oliver Nüßle, Sachgebietsleiter Hochbau und Energiemanagement. Für die Außenanlage mit Beschotterung und Einrichten einer Terrasse und Spielfläche müssen auf Anfrage von Peter Heinkele (CDU) noch weitere zirka 40 000 Euro oben drauf gelegt werden. Einigen Fraktionsmitgliedern ist allerdings die Anmietung der Containeranlage ein Dorn im Auge.
Anmietung der Containeranlage sorgt für Diskussion
„Die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten wurden eingehend überprüft, auch die Kaufoption“, sagte Oliver Nüßle, „allerdings wäre hier der finanzielle Einsatz etwa doppelt so hoch gewesen.“ Zudem gebe es auf Grund der speziellen Ausstattung keine sinnvolle Weiterverwendung innerhalb der Gemeinde, zumal das wirtschaftliche Risiko, auf einer speziell zugeschnittenen Lösung sitzen zu bleiben, als recht groß angesehen werde. Die individuellen Anpassungen seien laut Bürgermeister Thomas Riesch auch der Grund, dass die Anschaffung einer Gebrauchtanlage schnell vom Tisch war, was bei Uli Zinser (FDP) auf Unverständnis stieß: „Viele Kommunen haben doch das gleiche Problem, da sollte es doch ein großes Angebot geben.“ Gerlinde Hörz (SPD) verdeutlichte, dass ihre Fraktion andere provisorische Lösungen in Betracht gezogen hätte, „da das Geld in drei Jahren einfach weg ist und dies mit Nachhaltigkeit nichts zu tun hat.“ Dass bei den zu investierenden Mietgeldern, die sich nach Beendigung der Interimszeit genauso wie die Container in Luft auflösen, „die Schwabenseele blutet“, konnte Bauamtsleiter Gert Gaebele nachvollziehen. „Es käme einem Fünfer im Lotto gleich, eine passgenaue Anlage auf dem Gebrauchtmarkt zu finden. In diesem Fall müsste man umbauen, verlagern und viel Aufwand investieren. Aus rein wirtschaftlichen Erwägungen ist eine Anmietung das sinnvollste“, erklärte er.