Die Ludwig-Uhland-Halle muss umfassend saniert werden. Kostenpunkt: 4,5 bis fünf Millionen Euro. Foto: factum/Granville

Zur Debatte stehen das Areal vor der Ludwig-Uhland-Halle und der Marktplatz. Die Verwaltung stellt einen Entwicklungsplan auf und setzt auf eine rege Bürgerbeteiligung. In Arbeitsgruppen sollen Ideen gesammelt werden.

Gärtringen - Wo soll die neue Ortsmitte in Gärtringen entstehen? Der Marktplatz, auf dem früher das Rathaus stand, hat in den vergangenen Jahren seine Bedeutung verloren. Leben und geschäftiges Treiben herrschen woanders. Etwa in der Hauptstraße und in der Bismarckstraße, die saniert worden sind. Eine Alternative bietet sich vor der Ludwig-Uhland-Halle, wo die Fläche bis zum nahegelegen alten Rathaus im Rohweg neu gestaltet werden könnte. Für den Bürgermeister Thomas Riesch ist das ein Zukunftsprojekt, das ihm besonders am Herzen liegt und das er in seiner ersten Amtszeit wohl kaum umsetzen kann. „Dafür ist wohl ein Zeithorizont von zehn Jahren nötig“, sagt der Schultes, der seit zwei Jahren auf dem Verwaltungschefsessel sitzt. Auf jeden Fall möchte er die Bürger ins Boot holen. Im Sommer soll es losgehen.

Projektmanagerin eingestellt

Für dieses Vorhaben und für die künftigen Planungen zur Weiterentwicklung der Gemeinde mit 12 000 Einwohnern hat Riesch mit der Zustimmung des Gemeinderats zum 1. Januar eigens eine Projektmanagerin eingestellt. Sie ist momentan dabei, eine grobe Analyse über den Ist-Zustand der möglichen Örtlichkeiten für eine neue Mitte zu erstellen. „Möglicherweise greifen wir auch noch auf externe Berater zurück“, sagt Riesch. In Gärtringen sei das schon lange ein Thema, nur passiert ist bisher nichts.

Noch vor der Sommerpause soll nun eine Bürgerversammlung stattfinden, bei der das Thema erstmals wieder aufs Tapet kommt. Danach sind Arbeitsgruppen geplant mit Einwohnern, die ihre Ideen sammeln und Vorschläge unterbreiten. Im nächsten Jahr dann soll sich der Gemeinderat mit der Priorisierung beschäftigen und die Zeitschiene für die Realisierung der neuen Ortsmitte festlegen. Das jedenfalls ist Rieschs Marschroute.

Freie Fläche vor der Uhlandhalle

Der Schultes favorisiert den Bereich vor der Uhland-Halle: „Hier haben wir den Vorteil, dass ein Großteil der Flächen bereits in kommunalen Besitz sind.“ Die Uhland-Halle, in den 1960er Jahren erbaut, müsste allerdings umfassend saniert werden. Die Kostenschätzung liegt bei 4,5 bis fünf Millionen Euro. Weil sie als Stadthalle genutzt wird, könne sie nicht ins Sportförderprogramm aufgenommen werden, berichtet Riesch. Für die Kosten müsste die Gemeinde wohl allein aufkommen.

Vielleicht findet Riesch aber noch einen Dreh, um die Halle in den Gemeindeentwicklungsplan aufzunehmen, den er für die neue Ortsmitte aufstellen will. Wenn dieser vorliegt, kann auch eine Landesförderung beantragt werden.

Wenig los auf dem Marktplatz

Etwas ins Hintertreffen geraten ist der Marktplatz, der aber wieder belebt werden soll. Die Kommune hat dort ein altes Bauernhaus mitsamt dem 7,6 Hektar großen Anwesen an der Schmiedstraße 7 gekauft. Es gibt außerdem Investoren, die es umbauen und für neue Wohnungen nutzen möchten. Am liebsten würde Riesch dort auch einen Gastronomiebetrieb sehen. Denn reges Treiben herrscht auf dem Marktplatz zurzeit nur, wenn Wochenmarkt ist. Hin und wieder halten auch die Landfrauen und andere Vereine ihre Feste ab, wenn im Backhaus neben dem alten Bauernhaus Zwiebelkuchen und andere Backwaren in den Ofen geschoben werden.

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