Hajrulla Redzepi ist erstmals für das deutsche Futsal-Nationalteam nominiert und kämpft mit dem TSV Weilimdorf um die Meisterschaft. Seine Geschwister sind ebenfalls erfolgreich.
Mit „es läuft ganz gut“ ist nur unzureichend beschrieben, was sich fußballerisch derzeit bei der Familie Redzepi alles tut. Der 18-jährige Enis schoss die U 19 des VfB Stuttgart am 21. März mit ins DFB-Pokal-Finale, die 21-jährige Dafina spielte am gleichen Tag vor der Rekordkulisse von 31 736 Zuschauern mit dem Zweitligateam des VfB gegen den 1. FSV Mainz 05 und erzielte beim 2:4 den ersten VfB-Frauentreffer in der großen Arena.
Dann wäre da noch der Älteste der insgesamt vier Geschwister: Hajrulla Redzepi. Der 22-Jährige steht mit dem TSV Weilimdorf im Halbfinale um die deutsche Futsal-Meisterschaft gegen den Hamburger SV (Start 18. April) und freut sich zudem über seine erste Nominierung für die deutsche Futsal-Nationalmannschaft. Mit dieser stehen zwei Testspiele an – am 11. April (18.30 Uhr) in Lüneburg gegen Italien und am 14. April (19 Uhr) gegen Kroatien. Ebenfalls vom TSV mit dabei sind Torwart Philipp Pless und Lukas Dorfschmid.
„Ich bin sehr, sehr glücklich darüber, dass ich dabei sein kann. Diese erste internationale Nominierung ist für mich etwas sehr Emotionales“, sagt Hajrulla.
Er sei zwar stolz auf seine albanischen Wurzeln, doch dass er sich für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) entschieden hat, sei für ihn klar gewesen. „Deutschland ist mein Leben. Ich bin sehr, sehr stolz, hier aufgewachsen zu sein. Das weiß ich sehr zu schätzen. Hier bin ich der geworden, der ich bin“, sagt er. Geboren in Bietigheim-Bissingen, aufgewachsen in Ochsenbach lebt die Familie seit einigen Jahren in Heilbronn. Wobei die Schwester eine Wohnung in Stuttgart hat und der kleine Bruder im Internat des VfB lebt.
Dass derzeit alle auf einer sportlichen Erfolgswelle schwimmen, freut vor allem die Eltern. Shkelzen und Mirvete Redzepi haben immer alles für ihren Nachwuchs getan, zu dem auch Nachzüglerin Eliesa (11) gehört, die lieber tanzt als Fußball spielt. „Für meine Eltern gab und gibt es nur Arbeit, Familie und Fußball“, erzählt Hajrulla. Der Papa hat die Kinder auch trainiert. „Jeden Tag machten wir Treppenläufe und anderes Ausdauertraining, bei dem mein Vater mit dem Rad nebenher fuhr“, erinnert sich das Futsal-Ass.
Die Mama leistete vor allem umfangreiche Fahrdienste. Am häufigsten ging es nach Hoffenheim. Für die TSG spielten Enis, Dafina und Hajrulla (zum Beispiel mit Kickers-Spieler Melkamu Frauendorf zusammen) in der Jugend. Hajrulla war in der U 19 auch für die SG Sonnenhof Großaspach am Ball. Dafina spielte von 2021 bis 2024 beim FC Bayern München II. Zwei Kreuzbandrisse verhinderten dort ihren Durchbruch. „Sie hat sich nach Rückschlägen immer wieder aufgerappelt“, bewundert Hajrulla seine Schwester.
Die Mittelfeldspielerin debütierte am 1. Dezember 2025 in der albanischen Nationalmannschaft bei einem Testspiel in der Türkei. Zuvor durchlief sie die DFB-Nachwuchsmannschaften U 15 bis U 19. Enis wird möglicherweise die andere Richtung einschlagen. Der VfB-Stürmer spielte bisher in den Jugend-Nationalteams von Albanien. „Er kann sich aber noch für Deutschland entscheiden“, sagt der ältere Bruder.
Der hat seine Entscheidung für den DFB ja bereits getroffen. Genauso wie er sich im Dezember 2024 für Futsal entschieden hat. „Futsal kommt meinen technischen Fähigkeiten entgegen, zudem wollte ich etwas Neues machen“, sagt er zu seinen Beweggründen. Derzeit arbeitet er als KfZ-Mechatroniker. Doch das Thema Profi hat er noch längst nicht abgehakt. „Ich weiß, es ist schwierig, vom Futsal zu leben. Ich werde alles dafür tun, dass es mir gelingt. Ich habe so extrem Bock darauf“, betont er. Aufgeben war in der ehrgeizigen Fußballerfamilie Redzepi ohnehin noch nie eine Option.
Futsal-Bundesliga
Deutsche Meisterschaft
Im ersten Halbfinale stehen sich der TSV Weilimdorf und der Hamburger SV gegenüber. Das zweite bestreiten der FC Liria Berlin und der Sieger der dritten und entscheidenden Partie zwischen MHC Futsal Club Bielefeld und Hot 05.
Termine
Das Halbfinale (Modus best of three) startet für den TSV Weilimdorf auswärts beim HSV (18. April). Das zweite Spiel ist am 25. April in der Weilimdorfer Spechtweghalle. Ein eventuelles drittes Spiel wäre wieder in Weilimdorf. Die Finaltermine sind 9./10. Mai, 16./17. Mai, 23./24. Mai. (jüf)