Starke Persönlichkeiten unter sich: FCH-Trainer Frank Schmidt (li.), VfB-Sportvorstand Sven Mislintat Foto: Baumann

Für den Fußball-Zweitligisten 1. FC Heidenheim ist der Aufstieg kein Muss, aber möglich. Trainer Frank Schmidt möchte diese komfortable Ausgangslage nutzen – und sendet eine Kampfansage.

Heidenheim/Stuttgart - Es ist keine Sensation, dass der 1. FC Heidenheim auch in dieser Saison in der zweiten Fußball-Bundesliga an der Spitze mitmischt, aber dennoch eine starke Leistung – die viel mit der Arbeit von Frank Schmidt zu tun hat. Er ist nicht nur seit 13 Jahren Trainer des Clubs, sondern zudem immer noch so ehrgeizig wie am ersten Tag. Weshalb es ihn diebisch freut, dass er Konkurrenten wie den VfB Stuttgart oder den Hamburger SV, die finanziell wesentlich besser aufgestellt sind, in Schwierigkeiten bringen kann. Aktuell liegt der 1. FC Heidenheim als Vierter (48 Punkte) hinter dem zweitplatzierten VfB (51) und dem HSV (49) im Aufstiegsrennen in aussichtsreicher Position. „Es macht Spaß, da oben dabei zu sein“, sagt Frank Schmidt, „jetzt wollen wir den Druck hoch halten. Die Mannschaften vor uns sollen sich nicht in Sicherheit wähnen.“

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Es hört sich an wie eine Kampfansage – und ist auch so gemeint. Fünf Spieltage vor dem Ende der Saison wird in Heidenheim der Wunsch, erstmals in der Vereinsgeschichte den Sprung in die Bundesliga zu schaffen, immer drängender. Der Aufstieg sei, anders als für den VfB oder den HSV zwar kein Muss, meint Schmidt. Er sagt aber auch: „Glauben Sie nicht, dass in Heidenheim jeder zufrieden ist, dass wir auf Platz vier stehen. Doch wir sind entspannter und machen uns nicht ganz so verrückt. Der VfB-Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger hat ja gesagt, es dürfe kein Spiel mehr verloren werden. Das ist bei uns ein Stück weit anders.“ Und macht die Ausgangslage entsprechend komfortabler.

Schmidt und Mislintat haben eine gemeinsame Vergangenheit

Der 1. FC Heidenheim will aufsteigen, fühlt sich aber auch in Liga zwei gut aufgehoben. Der Aufstieg ist nicht existenziell wichtig, weshalb es sich Frank Schmidt sogar leisten kann, ein bisschen zu sticheln. Zum Beispiel gegen VfB-Sportchef Sven Mislintat, mit dem er 2011 gemeinsam die Ausbildung zum Fußballlehrer absolviert hat und mit dem er sich seither immer wieder austauscht. „Wir beide verstehen uns gut“, sagt der FCH-Coach, „ich glaube, der Sven hat sich das auch nicht gewünscht, dass wir in der Tabelle so eng beieinander sind.“

Wie das Rennen um den Aufstieg ausgeht, in dem die Heidenheimer am vorletzten Spieltag den HSV zum direkten Duell auf der Ostalb erwarten? Hängt nach Ansicht von Schmidt nicht nur davon ab, wie groß die Qualität der einzelnen Kader ist. Sondern auch von anderen Faktoren. „Es ist bemerkenswert, mit welchem Siegeswillen und welcher Widerstandsfähigkeit meine Mannschaft in dieser Saison auftritt“, erklärt er, „ich glaube, dass diese Willenseigenschaften nun noch mal wichtiger werden. Man darf sich von nichts beeinflussen lassen, muss komplett bei sich selber sein, als Team an Grenzen gehen.“ Oder anders gesagt: Wer alles aus sich herausholt, für den ist Vieles möglich. Vielleicht ja sogar eine Sensation.

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