Kevin Sessa darf am Samstag, nach der Zwangspause wieder spielen. Foto: /Privat

Die Fellbacher Brüder bereiten sich in Heidenheim und in Aue vor.

Fellbach - Für Giuseppe Greco steht am Wochenende wieder Fußball auf dem Programm. Zwar darf der Trainer des SV Fellbach mit seiner Verbandsliga-Mannschaft nicht selbst ins Geschehen eingreifen, aber zumindest kann er am Fernseher die Bundesliga und die zweite Bundesliga verfolgen. Und es ist durchaus möglich, dass er dann auch zwei gebürtige Fellbacher auf dem Rasenplatz sehen wird: Die Brüder Nicolas (FC Erzgebirge Aue) und Kevin Sessa (1. FC Heidenheim) dürfen am Samstag, 13 Uhr, nach der Zwangspause aufgrund der Coronavirus-Pandemie wieder spielen.

Der Amateurfußball dagegen schaut nur zu. So auch Dominic Sessa, der Dritte im Bunde, beim Oberligisten SSV Reutlingen. Das Präsidium des Württembergischen Fußballverbandes (WFV) hat sich in dieser Woche dafür ausgesprochen, die Saison zu beenden (wir haben berichtet). Nach Lage der Dinge wird das Team des SV Fellbach, obwohl auf dem vorletzten Tabellenplatz, auch in der nächsten Runde wieder in der Verbandsliga antreten. Für die Profifußballer ist die Pause vorbei. Nicolas Sessa, 24, und seine Mitspieler vom FC Erzgebirge Aue hatten bereits mit dem Training in kleinen Gruppen begonnen, als die Nachricht über die Fortsetzung der Saison mit dem 26. Spieltag gekommen ist. „Das waren ganz andere Übungen im Training, ganz ohne Körperkontakt“, sagt Nicolas Sessa. Der Sicherheitsabstand im Training war verpflichtend, im Spiel am Samstag wird er nicht einzuhalten sein.

In dieser Woche befinden die Spieler sich in Quarantäne, auch Nicolas Sessa ist vor dem Heimspiel gegen den SV Sandhausen im Hotelzimmer untergebracht. Dreimal schon war er auf das Coronavirus getestet worden, dreimal war das Ergebnis negativ. In der Woche vor dem Spiel folgen zwei weitere Tests. Ganz anders war der Verlauf bei einigen Spielern des Ligakonkurrenten und Tabellenletzten SG Dynamo Dresden. Nach positiven Tests auf das Virus Sars-CoV-2 musste die gesamte Mannschaft für 14 Tage in häusliche Quarantäne. Das Ligaspiel in Hannover und der darauffolgende Heimauftritt gegen die Spvgg Greuther Fürth wurden verschoben. Zuletzt hatte die Dresdener Mannschaft am 8. März gespielt, beim 2:1-Heimsieg gegen – den FC Erzgebirge Aue.

Nicolas Sessa wohnt in Oelsnitz/Erzgebirge, gut 20 Kilometer nördlich vom Fußballgelände gelegen, und kam in seiner ersten Saison in Aue bei Trainer Dirk Schuster bisher nur zu einem Kurzeinsatz. „Ich hoffe, dass ich in den verbleibenden Spielen öfter zum Einsatz komme, um zu zeigen, was ich kann“, sagt der 24-jährige Mittelfeldspieler, der davor für den VfR Aalen, den VfB Stuttgart II und die TSG Hoffenheim II gespielt hatte. Mit dem FC Erzgebirge Aue steht er in der zweiten Liga auf dem achten Platz, elf Punkte hinter dem Tabellenzweiten VfB Stuttgart.

Noch realistische Chancen auf den Sprung in die Bundesliga hat dagegen sein 19-jähriger Bruder Kevin Sessa – auch wenn er bisher nicht zum Einsatz kam. Die Mannschaft des 1. FC Heidenheim um den Trainer Frank Schmidt liegt neun Spiele vor dem Saisonende nur vier Zähler hinter dem VfB Stuttgart. „Das wäre schon toll, wenn Kevin aufsteigen könnte“, sagt Nicolas Sessa. Das würde bestimmt auch Giuseppe Greco freuen, der die Karriere der Brüder schon von Beginn an verfolgt.

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