Notärzte raten, die Deutschlandspiele nicht alleine zu gucken. Doch auch beim Public Viewing sind Vorsichtsmaßnahmen gefragt (Symbolbild). Foto: dpa

Eine Studie hat erwiesen, dass es bei Fußballspielen mit deutscher Beteiligung zu besonders vielen Herzinfarkten kommt. Deshalb geben Notärzte Fans einen wichtigen Tipp.

Nürnberg - Am Donnerstag beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Während die einen mit der WM Feierstimmung und gute Laune verknüpfen, mahnt die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), dass die WM auch eine Kehrseite hat. Fußballweltmeisterschaften können Menschenleben und Verletzte fordern, heißt es in einer Pressemitteilung.

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Vor Beginn der WM empfehlen Notärzte deshalb, einige Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten: „Wichtig ist zum Beispiel, besonders die Spiele mit deutscher Beteiligung nicht allein zu gucken“, sagt Professor Dr. Jan-Thorsten Gräsner, Experte für Notfallmedizin bei der DGAI. Gräsner bezieht sich auf eine medizinische Studie, die erwiesen hat, dass es bei Deutschlandspielen zu besonders vielen Herzinfarkten und Herzstillständen kommt. Dann sei es entscheidend, dass direkt jemand helfen könne, so der Experte.

„Jeder soll sich so freuen, wie er es braucht“

Wie? Nach dem Motto „Prüfen, rufen, drücken“. Das heißt: Kreislauf prüfen, über den „Notruf 112“ Hilfe holen und dann hundert mal pro Minute das Brustbein fünf Zentimeter tief eindrücken. Trotz der Risiken macht es laut Gräsner keinen Sinn, herzkranken Patienten zu raten, bei einem Tor für die Deutschen nicht zu laut zu jubeln. „Jeder soll sich so freuen, wie er es braucht.“

Damit alles glatt läuft, haben Notärzte und Rettungsdienste weitere Tipps für die bevorstehende WM: Vor dem Fernseher nicht nur Alkohol trinken, beim „Rudelgucken“ auf Glasscherben achten, sich und andere mit Autokorsos nicht unnötig in Gefahr zu bringen und bei Feiern die Rettungswege freihalten. „Wir bitten auch eindringlich darum, unsere Fahrzeuge bei Einsätzen in den Städten nicht voller Übermut mit Flaschen zu bewerfen“, so Gräsner. So könne man die Fußballweltmeisterschaft unbeschadet überstehen.

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