Fußball-WM 2018 in Russland Starke Auftakt-Bilanz der DFB-Elf

Von Jürgen Frey 

Für Titelverteidiger Deutschland wird es bei der WM in Russland an diesem Sonntag (17 Uhr/ZDF und Sky) mit dem Spiel gegen Mexiko ernst. Was Mut macht: Seit 1982 Jahren ist die DFB-Auswahl in WM-Auftaktspielen unbesiegt.

Stuttgart - Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft kam bei Weltmeisterschaften fast immer gut aus den Startlöchern. Die einzige Niederlage gab es 1982 bei der WM in Spanien, als es ein 1:2 gegen Algerien setzte. Eine Übersicht:

1934 in Italien: Deutschland besiegt Belgien mit 5:2. Stanislaus Kobierski erzielt dabei das erste WM-Tor für Deutschland. Am Ende kommt das Team auf Platz drei.

1938 in Frankreich: Für die von Sepp Herberger neu aufgebaute Mannschaft beginnt das Turnier mit dem Achtelfinale. Es gibt gegen die Schweiz ein 1:1 n.V. Im Wiederholungsspiel – Elfmeterschießen gab es damals noch nicht – muss sich die deutsche Mannschaft mit 2:4 geschlagen geben.

1954 in der Schweiz: Der Grundstein für das „Wunder von Bern“ wird mit einem 4:1-Sieg gegen die Türkei gelegt. Nach einem frühen Rückstand bereits nach 160 Sekunden im Wankdorfstadion, wo später im Endspiel Ungarn sensationell 3:2 bezwungen wird, drehen Hans Schäfer, Berni Klodt, Ottmar Walter und Max Morlock mit ihren Toren das Spiel.

1958 in Schweden: Der 1954er-WM-Held Helmut Rahn hat in Malmö noch einmal einen großen Auftritt. Beim 3:1 gegen Argentinien erzielt der „Boss“ zwei Treffer und rechtfertig das erneute Vertrauen von Sepp Herberger. Das dritte Tor steuert Uwe Seeler bei – der erste Treffer des Hamburgers bei einer WM. Am Ende landet Deutschland auf dem vierten Platz.

1962 in Chile: Die letzte WM für den legendären Sepp Herberger fängt mit einem 0:0 gegen Italien an. Im Tor der Italiener: Buffon, allerdings Lorenzo mit Vornamen. Er war ein Cousin eines Großvaters des berühmten Gianluigi Buffon. Deutschland belegt am Ende der WM Platz sieben. Mit dem WM-Aus endet auch die Nationalmannschaftskarriere von Kapitän Hans Schäfer.

1966 in England: Der lange Weg bis zum Wembley-Tor und der Vize-Weltmeisterschaft startet mit einem Kantersieg. Doppel-Torschütze beim souveränen 5:0 gegen die Schweiz in Sheffield: Das damals 20 Jahre alte Mittelfeldtalent Franz Beckenbauer. Auch Italien-Legionär Helmut Haller trifft zweimal.

1970 in Mexiko: Können die beiden Mittelstürmer Uwe Seeler und Gerd Müller zusammen spielen? Die Frage beschäftigte Fußball-Deutschland. Die Antwort gibt das Duo bereits im ersten Spiel. Beim 2:1 gegen Marokko erzielt jeder einen Treffer. Bundestrainer Helmut Schön hatte alles richtig gemacht. Am Ende wird Deutschland Dritter.

1974 in Deutschland: Der Erwartungen sind riesig, der Auftakt äußerst mühevoll. Nur ein sehenswerter Distanzschuss von Paul Breitner in den Winkel verhindert beim 1:0 gegen Chile im Berliner Olympiastadion eine Blamage. In diesem Spiel erhält der Chilene Carlos Caszely nach einem Revanche-Foul an Berti Vogts als erster Spieler der WM-Historie die Rote Karte. Nach dem Endspiel-Sieg gegen die Niederlande darf sich die DFB-Elf als Weltmeister feiern lassen.

1978 in Argentinien: An die „Schmach von Cordoba“ gegen Österreich denkt noch niemand, doch schon der Start des Titelverteidigers in das letzte Turnier von Bundestrainer Helmut Schön verläuft holprig. Gegen Polen reicht es in Buenos Aires nur zu einem 0:0. Das Aus kommt in der Zwischenrunde.

1982 in Spanien: Nach der Vorbereitung am Schluchsee („Schlucksee“) blamiert sich das Team von Jupp Derwall beim 1:2 gegen Algerien. Ziuvor hatte es erst einen Sieg eines afrikanischen Teams bei einer WM gegeben (1978 Tunesien gegen Mexiko). Nur die „Schande von Gijon“ gegen Österreich (1:0) bewahrt Deutschland vor dem Vorrunden-Aus. Am Ende wird das Team nach einem 1:3 gegen Italien Vize-Weltmeister.

1986 in Mexiko: Wieder droht eine Auftaktpleite. Doch Klaus Allofs rettet mit seinem Ausgleichstor in der 84. Minute noch ein glückliches 1:1 gegen Uruguay und damit halbwegs die WM-Premiere des Teamchefs Franz Beckenbauer. Das Turnier endet nach einem 2:3 gegen Argentinien erneut mit der Vize-Weltmeisterschaft.

1990 in Italien: Was für ein Start: Die DFB-Auswahl untermauert beim 4:1 gegen Jugoslawien ihre Titelambitionen eindrucksvoll. Lothar Matthäus drückt dem Spiel in Mailand seinen Stempel auf und trifft doppelt. Durch ein 1:0 gegen Argentinien holt die DFB-Elf den Titel.

1994 in den USA: Der Titelverteidiger schrammt knapp an einer großen Enttäuschung vorbei. Jürgen Klinsmanns Treffer reicht mit sieben 1990er-Finalisten in der Startelf für einen mühevollen 1:0-Erfolg gegen Bolivien. Das bittere Aus ereilt Deutschland mit einem 1:2 im Viertelfinale gegen Bulgarien.

1998 in Frankreich: Und wieder trifft Klinsmann im ersten Spiel. Beim 2:0 gegen die USA sorgt er für den Endstand. Die Führung im Pariser Prinzenpark hatte Andreas Möller erzielt. Erneut kommt das Aus für das Team von Bundestrainer Berti Vogts im Viertelfinale – diesmal gegen Kroatien.

2002 in Südkorea/Japan: Torfestival und höchster deutscher WM-Sieg: Saudi-Arabien wird mit 8:0 vom Platz gefegt. Miroslav Klose glänzt mit drei Treffern – aller erzielt er mit dem Kopf. Im Endspiel unterliegt Deutschland – ohne den gelbgesperrten Michael Ballack – Brasilien mit 0:2.

2006 in Deutschland: Der Startschuss ins Sommermärchen: Philipp Lahm trifft sehenswert zur Führung. Klose schnürt einen Doppelpack, den Schlusspunkt setzt Torsten Frings. Die Fans in München sind begeistert, die WM-Party nimmt sofort richtig Fahrt auf. Die Heim-WM endet für Deutschland mit einem 3:1-Sieg gegen Portugal vor 52 000 begeisterten Zuschauern im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion.

2010 in Südafrika: Auftakt nach Maß in Durban: Der spätere Torschützenkönig Thomas Müller erzielt beim ungefährdeten 4:0 gegen Australien sein erstes WM-Tor. Lukas Podolski, Klose und Cacau jubeln ebenfalls. Ein 3:2 gegen Uruguay bringt Deutschlan am Ende Platz drei.

2014 in Brasilien: Wie bei den drei Titeln zuvor gibt es zum Start ins Turnier einen Sieg. Matchwinner beim beeindruckenden 4:0 gegen Portugal: Thomas Müller mit drei Treffern. Im Finale erzielt Mario Götze sieben Minuten vor Ende der Verlängerung den Siegtreffer zum 1:0-Endstand gegen Argentinien.

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