Peter Tatchell bei der WM 2018 Menschenrechtsaktivist kurz vor WM-Start festgenommen

Von red/afp 

Aktivist Peter Tatchell kurz vor seiner Ingewahrsamnahme. Foto: AP
Aktivist Peter Tatchell kurz vor seiner Ingewahrsamnahme. Foto: AP

Der Aktivist Peter Tatchell ist in Moskau in Gewahrsam genommen worden, nachdem er mit einem Plakat gegen die Behandlung Homosexueller in Tschetschenien protestiert hatte.

Moskau - Der britische Menschenrechtsaktivist Peter Tatchell ist wenige Stunden vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland festgenommen worden. Der altgediente Aktivist hatte nahe dem Roten Platz in Moskau mit einem Plakat gegen den Umgang mit Homosexuellen in Russland protestiert. „Putin tut nichts gegen die Folter schwuler Menschen in Tschetschenien“, stand auf dem Poster. Es könne keine normalen Sportbeziehungen zu einem „abnormalen Regime“ geben, sagte Tatchell, bevor drei Polizisten sich ihm näherten.

Nach einer kurzen Diskussion über die Rechtmäßgigkeit seines Protests wurde der 66-Jährige abgeführt und zu einem Polizeiauto gebracht. In der russischen Kaukasusrepublik Tschetschenien werden laut Berichten von russischen Aktivisten und Medien Homosexuelle von Milizen der Regierung verschleppt, inhaftiert und misshandelt. Tatchell hat bereits mehrmals in Russland für die Rechte Homosexueller demonstriert. 2007 war Tatchell in Moskau von rechten Demonstranten zusammengeschlagen worden, als er an der erst zweiten Gay-Parade in der russischen Hauptstadt teilgenommen hatte.

Seit 2013 gilt in Russland ein Gesetz, das die „Propagierung“ homosexueller Beziehungen gegenüber Minderjährigen unter Strafe stellt und faktisch das Eintreten für die Rechte Homosexueller verbietet. Russische Behörden hatten versichert, dass lesbische und schwule Fans sich bei Reisen zur Weltmeisterschaft sicher fühlen könnten.

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