Die Kreisliga-A-Fußballer des TB Ruit kehren an den Ort ihrer Aufstiegsfeier zurück. Der Verbandsligist FC Esslingen steht unter Druck und in Denkendorf gibt es ein Derby.
Abstiegsangst, Vorfreude und sogar Melancholie – das ist der Gefühlsmix bei den Amateurfußballern der Region vor dem anstehenden Spieltag.
Verbandsliga
So haben sie sich das beim FC Esslingen nicht vorgestellt. Statt durchzustarten und Punkte für den Klassenverbleib zu sammeln, ist die Mannschaft mit drei Niederlagen gestartet. Jahresübergreifend sind es sogar vier Schlappen und die Esslinger stecken tief in der roten Zone – auf dem 15. und damit drittletzten Platz. Am Sonntag (14 Uhr) tritt der Siebte SV Fellbach im Sportpark Weil an. „Es ist ein extrem wichtiges Spiel für uns. Es geht darum, unsere Spielanlage im Kollektiv aufs Feld und die nötige Kontrolle zu bekommen sowie die Baustellen zu schließen. Wir müssen noch weniger zulassen als beim 2:4 beim TSV Weilimdorf – sechs Torschüsse, vier Tore“, sagt FCE-Trainer Dominik Eitel.
Landesliga
Der TSV Köngen und der FV Neuhausen warten zwar auch noch auf den ersten Sieg des Jahres, beide Teams haben aber erst ein Spiel absolviert. Tabellenführer Köngen will nach dem Fehlstart nun am Sonntag (15 Uhr) daheim gegen den 13. SC Geislingen punkten, die Neuhausener zur selben Zeit als Zehnter beim Vierten TSGV Waldstetten bestehen.
Bezirksliga
Drei Spiele mit unterschiedlichen Vorzeichen stehen an: Der Vorletzte TSV Berkheim will am Sonntag (15 Uhr) nach dem jüngsten Mutmach-Sieg gegen den Siebten FV Vorwärts Faurndau nachlegen, der Zwölfte FV Plochingen (15.30 Uhr) bei Spitzenreiter 1. FC Heiningen überraschen. Viele Augen werden auf das Aufsteigerderby ebenfalls um 15.30 Uhr zwischen dem TSV Denkendorf und dem TSV RSK Esslingen gerichtet sein. Neunter gegen Sechster heißt es und Denkendorfs spielender Co-Trainer Georgios Natsis fasst zusammen: „Man kennt sich gut, es herrscht eine gesunde Konkurrenz, es waren immer brutal ausgeglichene, hoch intensive und richtig gute Spiele – die Vorfreude ist riesig.“ Seinem Team täten „Punkte sehr gut“, aber Natsis hat eine Menge Respekt vor dem TSV RSK und dessen Coach Marko Kovacic. Das klingt tatsächlich so, als sollte man sich das anschauen.
Kreisliga A
Die KLA hat aber auch interessante Spiele zu bieten, deren Besuch sich lohnen könnte. Und in einem sind sich die Trainer einig: Leicht gibt es hier nicht. Oder wie Pascal Rückle vom Zehnten TB Ruit vor der Partie am Sonntag (15.30 Uhr) beim Zwölften TSV Notzingen sagt: „Favorit ist relativ in dieser Liga.“ Er reist mit Vorfreude, Respekt vor den Notzinger Offensivqualitäten und „einem melancholischen Gefühl“ nach Notzingen. Der Grund: Vor knapp zwei Jahren machten die Ruiter durch einen 5:2-Sieg nach 0:2-Rückstand am letzten Spieltag in Notzingen den Aufstieg in die KLA klar – und kehren nun zum ersten Mal dorthin zurück.
In einer ähnlichen Rolle ist Trainer Jan Singer mit dem Vierten ASV Aichwald vor dem Spiel am Sonntag (15 Uhr) beim Neunten TV Hochdorf – nicht, was etwaige Gedanken an die Vergangenheit, sondern was die Favoritenrolle betrifft. Von der will Singer nämlich nichts wissen: „Hochdorf ist eine der heimstärksten Mannschaften.“ Er hat recherchiert, dass der TVH zuletzt Anfang September auf heimischem Geläuf verloren hat. Zudem erwartet er, dass dieses schwer zu bespielen sein wird: „Der Platz wird keinen Wembley-Charakter haben, da müssen wir vielleicht nicht unseren klassischen Fußball spielen. Der Kampf wird entschieden.“
Ein kampfbetontes Spiel erwartet auch Spielleiter Thomas Stiehl vom TSV Deizisau am Sonntag (15.30 Uhr) bei der TSG Esslingen. Wie eng es in der Liga zugeht, sieht man daran, dass die TSG als Zweiter ins Jahr gestartet und zwei Niederlagen später nur noch Siebter ist und die Deizisauer durch zwei Erfolge vom 8. auf den 3. Rang geklettert sind. „Die TSG ist angezählt, wir haben sechs Punkte im Rücken. Die TSG muss gewinnen, um den Anschluss nicht zu verlieren, wir müssen gewinnen, um oben dranzubleiben.“ Stiehl braucht nicht viele Worte, um die Situation zu erklären. Und er kann es noch knapper: „Beide wollen und müssen.“ Esslingens Pressewart Dominic Hornisch sieht es so: „Wir gehen als klarer Außenseiter in die Partie und wollen dennoch ein anderes Gesicht zeigen als in den vergangenen beiden Wochen und, dass man uns noch nicht komplett abschreiben sollte.“ Deizisau sei „eine Mannschaft mit sehr viel Potenzial, das sie nun auch auszuschöpfen scheint“.
Wollen tun auch die Kicker des TV Nellingen, und zwar am Sonntag (15 Uhr) beim gerade gestürzten Tabellenführer TSV Wernau gewinnen. Gelingt es, überholt der TVN den Konkurrenten sogar. „Wir möchten einen Dreier. Wir sind in diesem Jahr noch ungeschlagen, haben aber trotzdem nur zwei Punkte geholt“, erklärt Nellingens Spieler Felix Gentner. Und: „Wir wollen zeigen, dass wir die beste Defensive der Liga haben. Aber natürlich wird es schwer.“ Wie jedes Spiel.
Kreisliga B
In der KLB blickt man in dieser Runde nicht nur auf die Plätze ganz oben, sondern speziell auf den 8. Rang, der die Relegation zum Verbleib beziehungsweise den Gang in die neue Kreisliga C bedeutet. „Die TSG Esslingen II steht auf diesem Platz, das macht es gefährlich“, sagt Spielleiter Stiehl vom TSV Deizisau II vor der Partie am Sonntag (13 Uhr) bei der TSG und will mit seinem Team durch einen Sieg oben dran bleiben. Auf einem Kreisliga-C-Platz stehen die SG Eintracht Sirnau II und die SGM Mettingen/Westcity, die sich am Sonntag (13 Uhr) treffen. Sirnaus Trainer Patrick Funk erklärt: „Mit einem Dreier wollen wir uns wieder in Lauerstellung um den Nichtabstiegsplatz bringen.“
Spiele der Woche: TSV Köngen – SC Geislingen (So., 15 Uhr), TSV Denkendorf – TSV RSK Esslingen (So., 15.30 Uhr).