Im WFV-Pokals lässt der Landesliga-Aufsteiger gegen den Liga-Konkurrenten TV Oeffingen mit 0:4 kräftig Federn. Der SV Leonberg/Eltingen muss sich zügig akklimatisieren.
Einen dominanten Auftritt hatte sich Robert Gitschier vom SV Leonberg/Eltingen in der ersten Pokalrunde vor den eigenen Zuschauern gegen den TV Oeffingen gewünscht. Doch nach 90 Minuten gegen den letztjährigen Landesliga-Fünften musste der Coach einräumen: „Wir hatten schlichtweg keine Chance und haben hoffentlich viel gelernt, um in der neuen Liga schnellstmöglich anzukommen“.
Dass seiner Mannschaft die Spiele des Eugen-Essig-Turniers in den Knochen steckten und zudem fünf Stammspieler aus verschiedenen Gründen fehlten, ließ Gitschier nicht als Entschuldigung gelten: „Harte Einheiten hat der Gegner sicher auch hinter sich. Und heute hatten andere Akteure die Chance, zu zeigen, wie weit sie sind“, kommentierte der Coach die ernüchternde 0:4-Pleite.
Es war von Beginn an eine einseitige Partie, in der das Team aus dem Remstal Ball und Gegner fast ständig beherrschte. Nur ganz selten gelang es den Gastgebern, mit dem Ball bis vors gegnerische Gehäuse zu kommen – wie in der 16. Minute, als Kapitän Marco Seufert Alain Tschuidjou auf der rechten Seite in Szene setzte, der Neuzugang vom VfB Neckarrems jedoch knapp am Pfosten vorbeischoss. „Es wäre spannend gewesen zu sehen, wie Oeffingen mit einem Rückstand umgeht“, meinte Trainer Gitschier.
Doch zwei Minuten später nahm die Partie die von vielen erwartete Richtung: Einen langen Ball aus dem Mittelfeld nahm Mardoche Benjamin Calemba sauber an und überwand Julian Bär im SV-Tor aus zehn Metern zum 0:1. Der Gegentreffer zeigte bei den Hausherren Wirkung: Pässe gerieten viel zu lang und der Spielaufbau war zu langsam, um die Gäste in Nöte zu bringen.
Der TV Oeffingen tat nicht mehr als nötig und kam offensiv immer wieder mit öffnenden Bällen über die linke Angriffsseite – so auch in der 37. Minute: Nach dem Pass nach innen konnte Keeper Bär den ersten Schuss des schnellen Mardouche am kurzen Eck noch parieren, den Abpraller brachte der Gästestürmer aus fünf Metern zum 0:2-Halbzeitstand im SV-Tor unter.
Auch nach der Pause keine Steigerung
Und wer unter den knapp 100 Zuschauern gehofft hatte, die Gastgeber könnten sich in der zweiten Hälfte besser gegen den etablierten Landesligisten behaupten, sah sich schnell eines Besseren belehrt: In der 48. Minute nahm Malntin Ymerai einen Pass auf der halbrechten Seite technisch hochwertig an und zwang Bär aus zehn Metern zu einer erneuten Glanzparade. Den ersten Abpraller konnte die SV-Defensive noch blocken, mit dem zweiten erhöhte Veton Ahmeti auf 0:3.
Und nur drei Minuten später bestrafte der TV Oeffingen die Passivität in der Abwehr der Gastgeber erneut: Wieder kam der Ball ohne viel Gegenwehr über die linke Angriffsseite, der eingelaufene Mardouche hatte keine Mühe, aus kurzer Distanz seinen dritten Treffer zum 0:4-Endstand zu erzielen. In der Folge wechselten beide Trainer kräftig durch, ohne dass sich an den Kräfteverhältnissen etwas änderte. Julian Bär verhinderte nach einer Stunde das 0:5, als er eine Direktabnahme von Ymerai aus zwölf Metern an die Latte lenkte.
„Wir waren viel zu schläfrig, mussten viel hinterherlaufen und haben uns von den schnellen Oeffingern zu einfach den Schneid abkaufen lassen“, stellte Gitschier fest. Einziger Vorteil: Den Pokal kann der Aufsteiger abhaken und sich ganz auf das neue Niveau in der Landesliga konzentrieren. SV Leonberg/Eltingen: Bär, Feigl (78. Keller), Salopek (56. Bechthold), Häusler, Tschuidjou (64. Lipaj), Oranbaj, Schmidt, Kern, Weeber (64. Nufer), Ohmes (73. Rzepka), Seufert.