Während für den Calcio-Coach Francesco Di Frisco (links) im Sommer Schluss ist, sieht es bei Weilimdorfs Trainer Oliver Stierle nach Weitermachen aus. Foto: Günter Bergmann

Calcio Leinfelden-Echterdingen empfängt am Sonntag den punktgleichen TSV Weilimdorf. Was im Prestigeduell alles auf dem Spiel steht und wie es in den jeweiligen Trainerfragen aussieht.

Der VfB Stuttgart ist die Nummer eins im hiesigen fußballerischen Treiben, gefolgt mit weitem Abstand vom Regionalligisten Stuttgarter Kickers. Und dann? Bei längerem Überlegen und Durchgehen der Ligen kommt im Fußballbezirk Stuttgart/Böblingen ein Club zum Vorschein, den man auf dem Treppchen nicht erwartet hätte: ungläubiges Staunen, aber ja, richtig, der Verbandsligist TSV Weilimdorf. Nur wenige nehmen davon wirklich Notiz. Ein Fakt, welcher den Trainer Oliver Stierle ärgert und den er bei seinen finalen Vertragsverhandlungen mit den Verantwortlichen an der Giebelstraße noch anbringen möchte. Er wünscht sich mehr Werbung in eigener Sache. „Es wird kaum registriert, was die Mannschaft leistet, im Ort sieht man fast nur Plakate von der TSV- Futsalmannschaft“, sagt Stierle. Er geht aber davon aus, dass unter anderem auch dieser Punkt geklärt werden kann und „es mit mir in Weilimdorf auch nach dieser Saison weitergeht“.

 

Platz drei im Bezirk ist indes dem Liga-Konkurrenten Calcio Leinfelden-Echterdingen abhanden gekommen. Dementsprechend spricht dessen Sportlicher Leiter Josip Pranjic von einem Prestigeduell, wenn er auf das Heimspiel an diesem Sonntag (15 Uhr) eben gegen den TSV Weilimdorf schaut. Die Ausgangslage ist für die Italo-Schwaben klar. „Wir wollen gewinnen, um uns wieder an Weilimdorf vorbeizuschieben“, sagt Pranjic.

Doch für beide Teams steht nicht der Treppchenplatz im Vordergrund, sondern vielmehr der Punkte-Dreierpack für die Tabelle beziehungsweise gegen den Abstieg. Weilimdorf wäre stand jetzt als Zehnter gerettet, die punktgleichen Echterdinger zumindest in der Relegation. Die Lage kann sich aber Woche für Woche ändern, ist von der Oberliga abhängig.

Calcio Leinfelden-Echterdingen sieht sich als Favorit

Fakt ist: Beide Mannschaften befinden sich derzeit in einem Hoch. Beständiger ist die Schönwetterlage bei Weilimdorf mit fünf Siegen aus den vergangenen sieben Spielen und Platz drei in der Rückrundentabelle. Calcio tritt mit dem Rückenwind an, in der Vorwoche dem Liga-Dominator und designierten Meister Young Boys Reutlingen die erst zweite Saisonniederlage beigefügt zu haben – die erste ging ebenfalls auf das Konto der Truppe des scheidenden Trainers Francesco Di Frisco. „Die Jungs haben gezeigt, dass sie Qualität haben“, sagt Pranjic, „die müssen sie gegen Weilimdorf auf den Platz bringen, dann sind wir das bessere Team.“

Das Jetzt-Team aus Weilimdorf ist aber nicht mehr zu vergleichen mit dem aus der Hinrunde. Es steckt viel mehr Selbstvertrauen, Begeisterung, Wille und Überzeugung im Aufgebot, wie Stierle weiß: „Wenn ich die Spieler in der Kabine mittlerweile sehe, wie sie mir zuhören, die Vorgaben umsetzen und mit welchem Strahlen sie das Training angehen, das stimmt mich zuversichtlich und ist anders als damals.“ Dennoch ist die damalige Phase nach dem Calcio-Hinspiel bei den Nord-Stuttgartern nicht vergessen. Seinerzeit gingen sie wie heute mit breiter Brust und drei Siegen in Serie in die Partie, um dann die nächsten sechs Partien – Beginn mit 0:2 gegen Calcio – allesamt zu verlieren. Das schwirre durchaus noch im Kopf herum, sagt Stierle, jedoch sieht er bei seinem Team, wie gesagt, „eine deutliche Entwicklung, dass das nicht mehr passiert“. Derweil glaubt Weilimdorfs Sportlicher Leiter Michael Bachmann an den Nichtabstieg. Bedingung: „Drei der verbleibenden sechs Partien müssen wir gewinnen.“

Der TSV Weilimdorf ist mit den Personalplanungen weiter

Gegen Calcio will Stierle die Erfolgsmannschaft der Vorwoche (4:1 gegen Waiblingen) erneut auflaufen lassen. Nach seiner abgesessenen Sperre bedeutet dies für den Spielmacher Enis Küley: weiter sitzen – und zwar auf der Ersatzbank. Es gebe keinen Grund, die Startelf zu ändern, sie habe geliefert. Auch Calcio kann auf das Erfolgsteam der Vorwoche zurückgreifen, zudem rückt Stefan Todorovic wieder ins Aufgebot. Zuletzt war dieser aus privaten Gründen in seiner Heimat.

Während in Weilimdorf Erdinc Bozoglu, Samir Genc und Tarik Bouich bereits verlängert haben, weitere aus dem aktuellen Team folgen sollen und das Trainer-Ja-Wort nur noch Formsache scheint, wollen sich die Echterdinger Verantwortlichen am Sonntag nach der Partie zusammensetzen und die Trainerfrage besprechen. Pranjic verrät nur so viel: „Es wird wohl eine externe Lösung geben.“ Von nächster Woche an sollen dann die Gespräche mit der Mannschaft beginnen.