Die Nord-Stuttgarter wollen am Samstag gegen den FSV Waiblingen ihren dritten Sieg in Serie. Fürs Tor ist nach der Genesung des Stammkeepers Barisic eine Entscheidung gefallen.
Eines ist sicher: Wenn sich dieser Mann krank ins Bett legt, dann muss es wirklich etwas sein. Denn wer würde mehr Ärmelhochkrempel-Mentalität und Kampfschwein-Modus verkörpern als Oliver Stierle? Müssen die Verbandsliga-Fußballer des TSV Weilimdorf am Samstag (15.30 Uhr) also ohne ihren Trainer auskommen? Schlecht wäre es, steht für die Nord-Stuttgarter im Kampf um den Klassenverbleib doch das nächste Schlüsselspiel auf dem Programm. Gegner ist an der heimischen Giebelstraße der Tabellenvorletzte FSV Waiblingen. Eine Mannschaft, die gerade einen der schwärzesten Spieltage ihrer Abteilungsgeschichte hinter sich hat.
0:9! Nein, kein Druckfehler. Und auch kein Zahlendreher. Mit diesem Ergebnis hat der Mitaufsteiger am vergangenen Wochenende tatsächlich verloren. Die Waiblinger wurden vom Spitzenreiter Young Boys Reutlingen quasi geschreddert und in Einzelteile zerlegt. Abzuwarten bleibt hiernach, inwieweit das Team von Stierles Gegenüber Patrik Ribeiro-Pais (ehemaliger portugiesischer Junioren-Nationalspieler) noch einmal auf die Füße kommt. Was man freilich auch in Weilimdorf weiß: Angeschlagene Boxer sind bekanntlich die gefährlichsten. „Ich denke, dass die Wiedergutmachung betreiben werden wollen und es deshalb eine knackige Begegnung wird“, sagt Stierle.
Welchen Teams der TSV Weilimdorf Daumen drücken muss
Für sein eigenes Aufgebot geht es um den dritten Sieg in Serie. Nach dem 3:1 gegen die TSG Hofherrnweiler-Unterrombach und dem Last-Minute-1:0 in Friedrichshafen würden die Weilimdorfer damit zumindest ihren zehnten Tabellenplatz festigen – einen Wackelrang am Rand der roten Zone. Stand jetzt würde jener knapp für die direkte Rettung reichen, im schlechteren Fall aber wird er den Weg in die Abstiegsrelegation bedeuten. Abhängig wird dies wie berichtet davon sein, wie viele württembergischen Mannschaften letztlich aus der Oberliga absteigen. Auch von Weilimdorfer Seite also Daumendrücken für die kickenden Kollegen aus Backnang, Gmünd, Göppingen, Hollenbach und Neckarsulm – und Hoffen, dass es in der höheren Spielklasse stattdessen im Türkischen SV Singen oder dem Karlsruher SC II außer dem bereits abgeschlagenen FC Denzlingen lieber noch einen weiteren badischen Vertreter erwischt.
Einstweilen muss Stierle ein letztes Mal auf seinen rotgesperrten Spielmacher Enis Küley verzichten. Dagegen sind zwei andere aus längeren Verletzungspausen zurück: Maximilian Wojcik hat bereits am Dienstagabend im Pokalspiel der zweiten Mannschaft einen 90-minütigen Probelauf absolviert – der erste Wettbewerbseinsatz des Routiniers seit November. Und auch vom Keeper Matej Barisic grünes Licht: Sein Innenbandriss im Knie ist auskuriert.
Jedoch: Der Youngster muss sich nun erst einmal hinten anstellen. Für einen erneuten Torhüterwechsel sieht Stierle derzeit „keinen Anlass“, denn der Winterpausen-Neuzugang Joel Heske hat in der Zwischenzeit als Stellvertreter überzeugt. „Er macht es gerade sehr gut; er bleibt jetzt die Nummer eins“, sagt sein Coach.
Muss der Trainer Oliver Stierle selbst passen?
Noch fraglich ist der Einsatz von Andrew Addo (krank) – und ein kleines bisschen von Stierle selbst. Aber nur ein kleines bisschen, nachdem ihn und seinen Co-Trainer Patrick Härle ein grippaler Infekt lahmgelegt hat. Wer Stierle kennt, kann erahnen: Er wird alles dafür tun, zum Spiel wieder auf dem Sportplatz zu stehen. „Zuletzt habe ich Spieler mit Krämpfen auswechseln müssen, die Jungs sind kämpferisch ans Limit gegangen“, sagt Stierle. Das soll weiter der Maßstab sein – und da schließt er sich selbst nicht aus.
Einzig die sich abzeichnende Vertragsverlängerung zwischen ihm und dem Verein muss nun noch ein paar Tage länger warten. Für diesen eigentlich geplanten Termin reichte es in der aktuellen Woche wirklich nicht. Wie gesagt: Bett. Stecker raus. Da musste selbst der Ärmelhochkrempler Stierle mal klein beigeben.