Vor dem Spiel gegen Hofherrnweiler-Unterrombach stellt der Verbandsliga-Aufsteiger die zweitschwächste Verteidigung. Zudem fehlt der nächste Spielgestalter gesperrt.
Einst war Oliver Stierle ein kompromissloser Verteidiger in den Diensten der Stuttgarter Kickers und des FC Bayern München II. Umso mehr schmerzt es den Ex-Profi, dass der mittlerweile von ihm als Trainer betreute Verbandsligist TSV Weilimdorf mit 61 Gegentoren die zweitschwächste Defensive der Liga stellt.
Bis zur Winterpause hatten die Nord-Stuttgarter im Schnitt 2,5 Gegentore pro Begegnung kassiert. In den fünf Partien seit Wiederbeginn fing sich der Aufsteiger 16 Treffer ein, was einem Schnitt von 3,2 entspricht. Allein in den vergangenen beiden Spielen setzte es elf Gegentore. Zur Verteidigung des Trainers: Bei der jüngsten 0:5-Pleite gegen die TSV Oberensingen fehlte er selbst aus privaten Gründen. Am diesem Samstag (15.30 Uhr) gegen die TSG Hofherrnweiler-Unterrombach kehrt er auf die Trainerbank zurück.
In den Trainingseinheiten und Gesprächen mit seinen Spielern predigt Stierle seit Wochen: „Wir müssen über den Einsatz und den Kampf kommen. Das Spielerische kommt dann von allein.“ Einer, der wie kein anderer für spielerische Klasse steht, ist der Vize-Kapitän Enis Küley. Der ehemalige Spieler der Stuttgarter Kickers steht aber auch für eine deutliche Neigung zur Disziplinlosigkeit. In seinen vergangenen vier Einsätzen flog er zweimal vom Platz. Gegen Heilbronn wegen Meckerns mit Gelb-Rot, jüngst in Oberensingen wegen eines groben Foulspiels mit glatt Rot. Als „völlig unnötig“ bezeichnete der Co-Trainer Patrick Härle, der den privat verhinderten Chefcoach Stierle vertrat, die Aktion. Küley wird somit mindestens an diesem Wochenende fehlen. „Ich rechne mit einer Vier-Spiele-Sperre“, sagt der sportliche Leiter Michael Bachmann. Vonseiten des Vereins gibt es keine Sanktionen. „Er weiß selber, was er da getan hat. Letztlich ist es auch ein bisschen seine DNA. Damit müssen wir leben“, sagt der Fußball-Chef.
Besonders bitter kommt hinzu, dass der eigentliche Anführer Bastian Joas bekanntlich die restliche Saison verletzt fehlt. Auch ohne die beiden Leistungsträger hofft Bachmann auf ein gutes Ergebnis. Man könne an die guten 65 Minuten aus dem Spiel in Oberensingen, als die Weilimdorfer lange ein 0:0 hielten, anknüpfen. „Hofherrnweiler liegt uns besser. Das hat man auch im Hinspiel gesehen“, sagt Bachmann. Damals gewann der aktuelle Tabellenelfte mit 1:0.