Die Verbandsliga-Fußballer des FC Esslingen sichern sich im Sportpark Weil gegen den Tabellenachten TSG Hofherrnweiler-Unterrombach einen späten 3:2-Sieg.
Fünf lange Minuten mussten die Verbandsliga-Fußballer des FC Esslingen zittern, ehe Schiedsrichter Felix Günter das Spiel im Sportpark Weil abpfiff und sie ihre Freude endlich herausschreien durften. In der 89. Minute erlöste David Micko den FCE mit seinem Treffer zum 3:2 (2:2)-Endstand gegen die TSG Hofherrnweiler-Unterrombach – und entschied damit eine Partie, in der die Esslinger nach frühem Rückstand Moral, Biss und Geduld bewiesen hatten.
FC Esslingens Trainer Dominik Eitel: „Es war ein ganz schwaches Spiel von uns“
Die Freude über den späten Erfolg war auch Esslingens Trainer Dominik Eitel anzusehen. Zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft war er allerdings nicht. „Die Jungs haben zwar alles reingehauen, aber es war ein ganz schwaches Spiel von uns. Der Gegner hätte eigentlich mit zwei Toren Unterschied gewinnen müssen“, sagte Eitel. Dann fügte er aber hinzu: „Natürlich freuen wir uns über die drei glücklichen Punkte. Der Zeitpunkt ist extrem wichtig. Wenn du die Spiele gewinnst, in denen du schlecht spielst, dann holst du in den Partien, in denen du gut drauf bist, erst recht etwas.“
Diese positive Einordnung kann sich der FCE-Coach derzeit leisten – vor allem mit Blick auf die vergangenen Wochen: Die Esslinger holten aus fünf Spielen 13 Punkte bei einem Torverhältnis von 16:6. „Das ist Wahnsinn, wenn man so zurückblickt“, betonte Eitel, der die Entwicklung seiner Mannschaft weiter voranschreiten sieht. Das Problem aus Esslinger Sicht: Auch die Konkurrenz im großen Verbandsliga-Abstiegskampf schläft nicht. Bis auf Calcio Leinfelden-Echterdingen – unterlag beim SV Fellbach mit 1:2 – punkteten die direkten Konkurrenten ebenfalls. Der FCE hält mit nun 30 Zählern auf Rang 14 zwar Schritt, hat aber weiterhin fünf Punkte Rückstand auf den derzeitigen Relegationsplatz.
Esslingens Dominik Orsolic gleicht zum 2:2 aus
Der Unterhaltungswert des Spiels stimmte jedenfalls an diesem Nachmittag – vor allem in einer turbulenten ersten Hälfte, in der auf dem Kunstrasenplatz einiges geboten war. Bereits nach fünf Minuten fiel der erste Treffer – und der Start verlief für den FCE alles andere als ideal: Nach einem Fehler im Mittelfeld war FCE-Keeper Panagiotis Diakoulas zu weit aus dem Tor, TSG-Kapitän Nicola Zahner nutzte die Gelegenheit und lupfte den Ball früh zum 0:1 ins Netz. Auch danach leisteten sich die Esslinger zunächst einige Ungenauigkeiten im Spielaufbau, blieben aber dran – und fanden mit zunehmender Spieldauer besser in die Partie. Der Ausgleich fiel sieben Minuten später nach einem starken Pass von Louis Majhen in den Lauf von Florian Nikl. Der FCE-Angreifer blieb vor dem Tor ruhig und traf zum 1:1-Ausgleich.
Die Antwort der Gäste ließ allerdings nicht lange auf sich warten. In der 16. Minute landete der Ball irgendwie im FCE-Strafraum bei Julian Köhnlein, der das Leder zwar nicht sauber traf, dennoch aber die 2:1-Führung für Hofherrnweiler-Unterrombach erzielte. Es ging nun hin und her – und die Partie blieb weiter offen, wurde aber zunehmend zerfahrener. Viele Fehler auf beiden Seiten prägten das Spiel. Die Esslinger wirkten in den Zweikämpfen bissiger, die TSG-Kicker vor dem Tor aber gefährlicher. Nach einem guten Ball von Esslingens Luis Miguel Pereira Almeida startete Dominik Orsolic stark in die Tiefe, war plötzlich frei durch und egalisierte in der 18. Minute zum 2:2-Pausenstand. „Wir haben uns zwar schon einige gute Möglichkeiten herausspielen können, aber in Summe viel zu viel zugelassen. Hofherrnweiler-Unterrombach steckt mit 39 Punkten auf Platz acht aber auch noch im Abstiegskampf mit drin. Und so war es klar, dass sie Intensität auf den Platz bringen und uns den Sieg nicht schenken werden“, sagte Eitel.
David Micko erlöst den FCE spät
In der zweiten Hälfte brauchte der FCE kurz, um wieder in den Rhythmus zu finden, verteidigte in dieser Phase aber aufmerksam. Offensiv fehlte zunächst noch die letzte Präzision, mehrere Pässe in die Schnittstelle kamen nicht durch. Auf der anderen Seite hatten die Esslinger mehrmals Glück: In der 72. Minute war der eingewechselte TSG-Spieler Kilian Kuntz alleine durch, schoss den Ball aber deutlich über das Tor. Mit zunehmender Spielzeit übernahmen die Esslinger immer mehr die Spielanteile und drängten in der Schlussphase auf den dritten Treffer, ohne jedoch die nötige Gefahr auszustrahlen.
In der 89. Minute fiel dieser dann aber doch noch: Nach einer starken Kombination, die beinahe schon vertändelt schien, behielt Marcel Sichwardt die Übersicht, fand Micko in der Mitte – und der schob zum umjubelten 3:2-Siegtreffer ein. Die Erleichterung war aber erst nach überstandener Nachspielzeit groß. „Die schlechte Partie haken wir ab und greifen kommenden Samstag beim VfB Friedrichshafen wieder voll an“, sagte Eitel.
FC Esslingen: Diakoulas – Portella, Kerber, Mojasevic, Düdder – Sichwardt, Almeida, Orsolic (63. Prediger), Micko – Majhen (78. Trento), Nikl.
TSG Hofherrnweiler-Unterrombach: Barth – Kurz, Darius Tabatabai, Wagemann, Schimmele (46. Kuntz) – Baran (87. Bucan), Freitag, Zahner, Köhnlein (29. Klenk) – Philipp Tabatabai (63. Ziemer), Ibrahim (46. Wünsch).
Schiedsrichter: Felix Günter (Ludwigsburg).
Zuschauer: 100.
Tore: 0:1 Zahner (5.), 1:1 Nikl (12.), 1:2 Köhnlein (16.), 2:2 Orsolic (18.), 3:2 Micko (89.).
Beste Spieler: Kerber, Portella, Nikl / Zahner, Kuntz.