Gelingt Calcio Leinfelden-Echterdingen an diesem Freitag eine Wiedergutmachung? In der Startelf fürs Heimspiel gegen die TSG Tübingen wird es Änderungen geben – teils notgedrungen.
Wenn es noch eines Symbolbilds für die aktuellen Befindlichkeiten beim Fußball-Verbandsligisten Calcio Leinfelden-Echterdingen bedurft hatte – bitte, hier ist es. Die Stunden nach der zuletzt überraschenden 0:4-Schlappe beim Tabellenvorletzten FC Esslingen hat der Spieler Philipp Seemann im Krankenhaus verbracht. Die dortige Diagnose: eine Gehirnerschütterung. Für die nächste Partie an diesem Freitagabend (19.30 Uhr) zuhause gegen die TSG Tübingen fällt damit einer der Leistungsträger aus. Die Frage ist: Gelingt der Mannschaft dennoch eine Wiedergutmachung?
Auch mit mehreren Tagen Abstand zum unrühmlichen vergangenen Spieltag ist der Trainer Francesco Di Frisco noch am Grübeln: War der Gegner wider Erwarten so herausragend stark – oder sein eigenes Team so erschreckend schlecht? Die Wahrheit könnte in der Mitte liegen. Klar ist jedenfalls, dass die Echterdinger sich wieder erheblich werden steigern müssen, wenn aus dem erhofften gemütlichen Weihnachtsfest etwas werden soll. Den Sprung in die obere Tabellenhälfte haben sie erst einmal verpasst. Nun bleiben in diesem Kalenderjahr noch vier Gelegenheiten zum Punkten. Sprich: um Distanz zur Abstiegszone zu schaffen. Rein vom Papier ist die anstehende Aufgabe die machbarste, ehe es heuer noch gegen drei Kontrahenten des oberen Drittels geht (Dorfmerkingen, Oberensingen, Hofherrnweiler).
Vorsicht freilich: Allemal machbar schien auch die Hürde Esslingen. „Wir müssen jetzt wieder unsere eigentliche Mentalität abrufen: den unbedingten Willen, zu verteidigen und zu gewinnen“, sagt Di Frisco. Gelinge dies, geht er davon aus, „dass wir den Platz als Sieger verlassen“. Andernfalls? Siehe oben. Erneut handelt es sich um einen Gegner, für den allein der Klassenverbleib zählt. Als aktuell Zwölfter haben die Tübinger Gäste einen mächtigen Kaderumbruch hinter sich. Im Sommer, nach der Rettung über die Relegation, haben mehrere Leistungsträger den Verein verlassen. Zuletzt, beim 2:1-Heimsieg gegen den FSV Waiblingen, traten die Universitätsstädter mit sechs U-21-Kickern in ihrer Startelf an.
Von Trainerseite wird die Begegnung zum Dinosaurier-Duell. Di Frisco und sein Gegenüber Michael Frick – sie sind die beiden dienstältesten Coaches der Staffel. Während sich der eine in den Goldäckern in seiner zehnten Saison befindet, ist der andere bei seinem Club im sage und schreibe 21. Amtsjahr.
Auf dem Rasen dürfte es bei Calcio derweil mehr Änderungen geben als nur die eine, die der Seemann-Ausfall erfordert. „Manch einer könnte ein Päuschen bekommen“, kündigt Di Frisco an. Ein Fragezeichen steht hinter Gustavo Vieira (Oberschenkelverhärtung). Von den Verletzten sind der Torhüter Ali Bozatziolou und der Kapitän Jovan Djermanovic wieder ins Training eingestiegen, doch käme für sie ein Einsatz zu früh.
Inwieweit das auch bei Julian Unger gilt, bleibt abzuwarten. Den Innenverteidiger hatte Di Frisco schon in Esslingen für seine Aufstellung vorgesehen – bis jener kurzfristig passen musste. Der Grund: Beim Reifenwechseln an seinem Auto war ihm ein Schmerz in den Rücken gefahren. Noch eine Begebenheit, die als Calcio-Symbolbild taugte.