Am vierten Spieltag stehen die Echterdinger und der TSV Weilimdorf vor Auswärtsaufgaben. Beide haben ein Problem, das es in den Griff zu bekommen gilt.
Zwei Fußball-Verbandsligisten, zwei gegensätzliche Probleme: Während sich beim Absteiger Calcio Leinfelden-Echterdingen vor dem aktuellen vierten Spieltag die Angriffssorgen verstärken, müht sich der Aufsteiger TSV Weilimdorf, sein bisheriges Abwehrproblem in den Griff zu bekommen. Beide sind an diesem Wochenende in Auswärtsspielen gefordert.
FSV Waiblingen – Calcio Leinfelden-Echterdingen (Freitag, 19.30 Uhr)
Wer hätte gedacht, dass es einmal so weit kommt? Calcio, dieses Synonym für Offensivfußball, diese Mannschaft, der in der Vergangenheit das Treffer-Gen eingeimpft schien – ausgerechnet jene hat derzeit, richtig, ein Angriffsproblem. Drei Spiele, drei Törchen: Das ist die bislang kärgliche Zwischenbilanz. „So sehr ich mit der Defensive zufrieden bin, so sehr ist die Chancenverwertung ein Thema“, sagt der Trainer Francesco Di Frisco. Seine Überzeugung: „Wäre diese besser, würden wir jetzt bei neun Punkten stehen.“ So sind es tatsächlich nur deren vier. Statt Traumstart nur ein So-Lala-Beginn.
Vor dem Spiel an diesem Freitagabend beim Klassenneuling FSV Waiblingen kommt nun noch ein erschwerender Aspekt hinzu. Klar war schon vor dem Saisonstart, dass die Echterdinger „vorne“ quantitativ dünn aufgestellt sind. Sprich: dass nicht viel passieren darf. Jetzt ist genau dies der Fall: Sowohl der Kapitän Jovan Djermanovic als auch der Rückkehrer Sangar Aziz drohen verletzt auszufallen. Beide sind angeschlagen. Bei Djermanovic Schmerzen im Sprunggelenk, dagegen hatte Aziz schon beim enttäuschenden 1:1 vor Wochenfrist gegen den VfB Friedrichshafen gefehlt. Darüber hinaus wird der Verteidiger Patrik Seemann (Zerrung) fehlen.
Umso besser vor diesem Hintergrund, dass die Rotsperre von Nick Olteanu abgelaufen ist. Er übernimmt Seemanns Platz in der Innenverteidigung. Und im Sturm? Dort erwägt Di Frisco, seinen Zwei-Meter-Mann auf Torjagd zu schicken. Die Allzweckwaffe Pero Mamic könnte vom Mittelfeld in die Spitze rücken. In dieser Rolle hat der Routinier schon auf seiner Vorgängerstation Bietigheim-Bissingen des Öfteren gespielt. Mit ihm soll es gelingen, den angepeilten Auswärtssieg einzufahren, auch wenn Di Frisco mit Blick auf den Gegner warnt: „Die sind giftig und spielen schnell in die Tiefe.“ Vorsicht also.
FC Esslingen – TSV Weilimdorf (Samstag, 15.30 Uhr)
Willkommen beim Duell der beiden Schießbuden der Liga. Bereits 16-mal hat es an den ersten drei Spieltagen im Kasten des damit Tabellenletzten FC Esslingen eingeschlagen. Demgegenüber nehmen sich die bisher „nur“ zehn Gegentore des TSV Weilimdorf fast noch prima aus. Freilich: von Zufriedenheit ist der Trainer Manuel Fischer in diesem Teilbereich weit entfernt. Das wilde 3:4 am vergangenen Spieltag gegen den VfR Heilbronn hat unterstrichen, wo die Hauptbaustelle des Aufsteigers aus dem Stuttgarter Norden ist. „Insgesamt schon zehn Gegentore sind natürlich viel zu viel“, sagt Fischer, „wenn wir unsere individuellen Fehler nicht schnellstens abgestellt bekommen, wird es in dieser Spielklasse schwierig für uns.“ Das Niveau ist halt ein anderes als in der Landesliga. Mittlerweile, eine Etage höher, weiß der Coach, lassen sich solche Tage der offenen Tür, wie sie sich die Seinen schon immer wieder mal geleistet haben, „nicht mehr so leicht korrigieren“. Mit als Ursache ausgemacht hat Fischer „eine gewisse Naivität“ in der Auftrittsweise. Willkommen damit auch in der für den Verein überhaupt neuen Liga.
Für die Begegnung beim im Kaderumbruch befindlichen Kontrahenten Esslingen hat der Trainer gleichwohl eine unzweideutige Vorgabe: „Der Gegner hat eine junge, gute Mannschaft, die im Umschaltspiel gefährlich ist. Aber wir fahren dorthin, um drei Punkte mitzunehmen.“ Auf dass es danach bestens gelaunt und entspannt ins Spiel der Spiele gehen kann: Am Mittwoch (17.15 Uhr) folgt das Pokalachtelfinale zuhause gegen den Regionalligisten Stuttgarter Kickers.
Beide Partien verpassen werden die weiterhin fehlenden Josip Biljeskovic (Knieoperation), Rinis Krasniqi (Flitterwochen), Anthony Jeremy Raheem (Kahnbeinbruch) und Tarik Bouich (Schlüsselbeinbruch). Fragezeichen stehen noch hinter den angeschlagenen Jeffrey Schieber und Andrew Addo.