Daniel Baierle überzeugte in ungewohnter Rolle, konnte die Niederlage aber auch nicht verhindern. Foto: Günter Bergmann

Die Nord-Stuttgarter verlieren das Abstiegsduell in Schwäbisch Hall mit 1:3. Dabei wendet der Gegner das Geschehen auch ohne seinen schwer verletzten Torjäger.

Es war die Möglichkeit für einen Riesenschritt in Richtung Klassenverbleib. Stattdessen aber war dem Trainer Oliver Stierle die Laune auch noch beim Brunch am Tag danach verhagelt. „Eine sehr, sehr schmerzhafte Niederlage“, sagt der Coach nach dem 1:3 seiner Verbandsliga-Fußballer des TSV Weilimdorf bei den Sportfreunden Schwäbisch Hall. Denn nun deutet sich eine Zitterpartie bis zum letzten Spieltag an, in welche die Nord-Stuttgarter mit einem Handicap gehen. Der momentan von ihnen belegte zehnte Tabellenplatz könnte zwar, abhängig vom Ausgang in der Oberliga, knapp für die Rettung reichen. Doch haben alle Konkurrenten des Abstiegskampfs noch eine Begegnung mehr – und damit auch eine Chance mehr zum Punkten.

 

Berg, Ehingen-Süd und der frisch gebackene Meister Young Boys Reutlingen – das ist das schwierige Weilimdorfer Restprogramm. Zum Rundenabschluss am 6. Juni hat der Aufsteiger dann spielfrei. „Da werden wir dann nur zuschauen können, was die anderen machen“, weiß Stierle, freilich nach wie vor in der Hoffnung, zu diesem Zeitpunkt eben nicht mehr auf die Ergebnisse von Staffelrivalen angewiesen zu sein.

TSV Weilimdorf lässt bei den Sportfreunden Schwäbisch Hall mehrmals die Führung liegen

Aktuell versäumten es die Seinen vor allem in der ersten Hälfte, Dinge aus eigener Kraft zu regeln. Stierles kopfschüttelnde Einschätzung: „Eigentlich mussten wir schon zur Pause 3:0 führen.“ Zweimal Roman Kasiar sowie Daniel Baierle vergaben jedoch beste Torchancen. Letzterer, diesmal in ungewohnter Rolle auf der Zehnerposition, scheiterte mit einem Chipball an der Querlatte.

Versäumnisse, die sich rächen sollten. Nach der Pause kippte die Partie. Ein nun griffiger und entschlossener agierender Gegner traf auch ohne seinen schwer verletzten Torjäger Benjamin Kurz (Augenhöhlen- und mehrfacher Jochbeinbruch) innerhalb von knapp 20 Minuten dreimal. Oder genauer gesagt: durch Lorenz Minder und Matti Bunk zweimal selbst (61./78.). Hinzu kam ein Eigentor von Erdinc Bozoglu, der den Ball nach einem Missverständnis mit seinem Keeper Joel Heske in die eigenen Maschen köpfte (72.). Dazwischen lag der kurzzeitige Ausgleich durch einen Distanzschuss von Rinis Krasniqi (66.).

Da half es auch nichts mehr, dass der eigentlich schon für die Startelf vorgesehene Tamer-Harun Fara auf die Zähne biss. Der Routinier ließ sich trotz Rückenbeschwerden einwechseln. Auch für ihn war es am Ende ein schmerzhafter Nachmittag – in seinem Fall sogar im doppelten Sinn.

Weilimdorfer „Spieler des Spiels“

Daniel Baierle (Nominierungen: 6). Neue Rolle, altbekanntes Engagement. Der Torjäger zeigte, dass er es auch auf der Zehnerposition kann. Extralob seines Trainers Stierle, der mit dieser Variante überraschte: „Eine unfassbare Laufbereitschaft. Eine super Leistung von ihm.“

  Spfr. Schwäbisch Hall: Spasojevic – Dahmen, Voigt, Vuletic, Schmelzle – Lorenz Minder, Martin (84. Dambacher), Bunk (86. Hahn), Toptik (90.+2 Tella Nounga) – Schmidt, Pfeiffer (90. Stein).

TSV Weilimdorf: Heske – Krasniqi, Bozoglu, Kuchler (81. Takasaki), Addo – Zinram-Kisch (73. Genc), Küley (58. Bouich) – Offei, Baierle, Berretta (64. Scarcelli) – Kasiar (70. Fara).