Von ihnen war es in jedem Fall eine starke erste Saisonhälfte. Von links: Lars Jäger (vorne), Tim Schraml und Max Schlotterbeck. Foto: imago/Baumann, imago/Eibner, imago/Rudel

Unsere Zeitung hat die Trainer abstimmen lassen: Welche Kicker haben in dieser Saison bislang am meisten überzeugt? Heute Teil zwei: das Ergebnis für die Landesliga-Staffel 2.

Der Gewinner wird es seinem Trainer hoffentlich nicht übel nehmen. Zehn von 16 möglichen Stimmen hat Lars Jäger in der Umfrage unserer Zeitung erhalten. Für zehn der 16 bisherigen Coaches der Landesliga-Staffel 2 gab es keinen Zweifel: Der Angreifer des TSV Ehningen gehörte zu den Topspielern der Hinrunde. Einer von denen, die ihn nicht nominiert haben, ist – richtig, sein eigener Chef.

 

Womöglich deshalb, weil der Prophet im eigenen Lande nichts gilt? Oder vielleicht, weil der Protagonist vor der heimischen Haustür unter einer kritischeren Beobachtung steht? Irrtum! Nichts von alledem. Es ist in diesem Fall vielmehr eine Sache des Prinzips. „Ich nenne bei so etwas ja keinen von uns selber“, klärt der Ehninger Trainer Johannes Pfeiffer auf – was aber an seiner tatsächlichen Einschätzung nichts ändert. Diese lautet: „Keine Frage, Lars ist der beste Spieler der Liga.“

Lars, Nachname Jäger, der Mann mit den besonderen Fähigkeiten. Ja, der Mann, dem Pfeiffer gar „unfassbare Qualitäten“ attestiert. Und der Mann, der als offensives Rundumpaket den gegnerischen Abwehrreihen Sorgen macht. Geglänzt hat der 28-Jährige in den vergangenen Monaten gleichermaßen als Gestalter, Vorlagengeber und Torjäger. 13 Assists, elf Treffer – mit dieser Bilanz führt er die Scorerliste der Spielklasse an. Gespielt hat er mal links, mal rechts, mal zentral. Ein Gefahrenherd war er überall. Hinzu kommt, um Pfeiffers Lobhymne zu komplettieren, eine Komponente, die dann auch abseits des Rasens greift. Wie der Gepriesene als Typ so ist? „Bodenständig, angenehm, keinerlei Starallüren.“ Anders formuliert: „Keiner, der gehypt werden will.“

Jäger selbst sieht seine Stärken „im Tempo, auch Dribbling und der Spielübersicht“. Ihm ist bewusst: „Ich bin kein 90-Minuten-Dauerläufer, weiß aber vom Timing, was ich auf dem Platz wann machen kann.“ Dass es für ihn im Wettbewerbsjahr 2025/2026 bislang so gut läuft, hat aus seiner Sicht zwei Ursachen. Erstens: seine körperliche Fitness. Zweitens: Er habe halt auch „coole Jungs“ um sich herum, die ihn unterstützten. Mehr noch: „viele Freunde“. Ein Umstand, aus dem sich wiederum erklärt, warum der gebürtige Sindelfinger überhaupt seit mittlerweile zweieinhalb Jahren in Ehningen die Kickschuhe schnürt. „Ich fühle mich dort einfach sehr wohl“, sagt Jäger, der im Beruf in der Versicherungsbranche tätig ist.

So wohl, dass er höherklassige Angebote zuletzt regelmäßig ausgeschlagen hat. Dem Vernehmen nach stand vor dieser Saison allein die halbe Oberliga bei dem früheren Juniorenspieler der Stuttgarter Kickers (D- bis B-Jugend) Schlange. „Wenn er so hoch wie möglich spielen wollte, wäre er schon längst nicht mehr in Ehningen“, konstatiert der Trainer Pfeiffer.

Ob er auch über den nächsten Sommer hinaus bleiben wird? Mal schauen. Hierzu ist laut Jäger „noch nichts entschieden“. Nicht ausschließen will er, dass ihn irgendwann doch noch der Reiz für mehr packen wird. Bisher war sein Heimatclub VfL Sindelfingen für ihn die klassenhöchste Station, seinerzeit in der Verbandsliga. Nun fügt sich mit der Wahl zum „Spieler der Hinrunde“ ein persönliches Karriere-Highlight hinzu.

Was Jägers Trainer dabei beruhigen mag: Seine Stimme hat am Ende nicht entscheidend gefehlt. Im Ranking liegt sein Kicker auch so knapp vor dem Waldstettener Tim Schraml (früher Regionalliga in Freiburg und Göppingen, ein Bundesliga-Spiel für den SC Freiburg). Von den vier Stuttgart/Filder-Mannschaften der Staffel schnitt derweil der Plattenhardter Ekrem Servi mit zwei Nennungen am besten ab. Eine Stimme entfiel auf Ivan Matanovic, den Kapitän des TSV Bernhausen.

Stimmen-Ergebnis

1. Lars Jäger (TSV Ehningen, zehn Stimmen)

2. Tim Schraml (TSGV Waldstetten, neun)

3. Max Schlotterbeck (TSV Köngen, fünf)

4. Aykut Durna (1. FC Eislingen, vier)

5. Baran Ates (TSV Bad Boll, zwei), Domenic Brück (TSV Köngen, zwei), Gianluca Gamuzza (VfL Sindelfingen, zwei), Max-Julian Hölzli (1. FC Eislingen, zwei), Michael Klauß (GSV Maichingen, zwei) und Ekrem Servi (TSV Plattenhardt, zwei)

11. vier Spieler mit je einer Stimme.

Abstimmung

Modus
Die 16 Vereine der Staffel hatten jeweils maximal drei Stimmen für drei verschiedene Spieler. In 15 Fällen haben sich die bis zur Winterpause tätigen Trainer beteiligt, für den VfL Sindelfingen der sportliche Leiter Bastian Bothner.