Unglücksrabe: Der Plattenhardter Abwehrchef Nemanja Markovic (links) traf beim Versuch, den Ball wegzuspitzeln, ins eigene Tor. Foto: Archiv/Günter Bergmann

Die Landesliga-Fußballer des TSV Plattenhardt überzeugen eine Stunde lang, müssen sich dann aber in Bad Boll noch mit 1:2 geschlagen geben.

60 Minuten lang hatten die zuletzt zweimal ungeschlagenen Landesliga-Fußballer des TSV Plattenhardt ihren gastgebenden Gegner am Donnerstag im Griff und führten verdient mit 1:0. Dann kam alles anders als vom Filderstädter Aufsteiger erhofft. Dass der TSV Bad Boll die Partie noch drehte und am Ende mit einem 2:1-Sieg die drei Punkte behielt, war gleich mehreren Faktoren geschuldet.

 

Da war zum einen der Chancenwucher der Plattenhardter vor der Pause. „Wir hatten fünf Hochkaräter, hätten mindestens mit 2:0 oder 3:0 führen müssen“, sagt der Spielertrainer Pierre Eiberger. Doch nur Giuliano Soddu netzte ein, nachdem er den Ball abgefangen hatte und alleine auf den Boller Keeper Lucca Telles-Villalobos zugelaufen war (13.). Zum anderen war da ein Eigentor von Nemanja Markovic, der die Kugel nach einem Freistoß aus dem Halbfeld im Fallen wegspitzeln wollte, aber unglücklich zum Ausgleich ins eigene Tor traf (68.). Und zuletzt kam hinzu, dass den Gästen die Kräfte ausgingen. Sie hatten zuvor viel investiert, waren viel gelaufen und hatten auch in den Zweikämpfen Präsenz gezeigt. „Der Gegner war am Ende einen Ticken fitter als wir“, sagt Eiberger. Die Folge: das Boller Siegtor durch Fabio Malerba (84.). Dabei hatten die Plattenhardter zunächst den Ball abgefangen, ihn dann aber wieder verloren. „Da haben wir leider richtig gepennt“, sagt Eiberger.

Ärgerlich auch: Zuvor hatte der eingewechselte Aristidis Perhanidis einen Riesenchance zur erneuten eigenen Führung gehabt, war aber am Torwart gescheitert. Und: In der Endphase flog dann auch noch Soddu nach einem Gerangel mit Rot vom Platz. Spielentscheidend war das nicht mehr. „Wir hätten was mitnehmen können, wenn wir den Sack früh zugemacht hätten“, sagt Eiberger, dessen Team somit fürs Erste auf dem Relegationsplatz stecken bleibt.

Plattenhardter „Spieler des Spiels“

Giuliano Soddu (Nominierungen: 1). Nicht nur weil der 20-jährige Winterpausenzugang den 1:0-Treffer erzielt hat, ist der Mittelfeldmann der Akteur des Abends. „Er war viel unterwegs und hat wirklich ein gutes Spiel gemacht“, sagt der Spielertrainer Pierre Eiberger. Gegen die rote Karte, die Soddu in der 85. Minute nach einem Gerangel bekam, wollen die Plattenhardter Verantwortlichen Einspruch erheben. Sie sei nicht gerechtfertigt gewesen.

TSV Bad Boll: Telles-Villalobos – Suddoth (18. Caliandro, 90.+4 Winter), Erceg, Caliskan, Mändle – Falzone (82. Strodel), Seltenreich – Malerba – Francisco Römpfer (82. Ruther), Ates, Ascherl (90. Gut).

TSV Plattenhardt: Grbic – Eichhorn, Gyselincks, Markovic, Grun, Hornung – Göcer (89. Boketsu), Dieringer (62. Zugac) – Soddu – Servi (79. Perhanidis), Krpan (74. Moll).