Der Aufsteiger freut sich auf die Premiere seines Vereins in der Bezirksliga, muss aber drei Leistungsträger des Meisterteams ersetzen.
Wenn der TSV Jahn Büsnau am Freitag nächster Woche mit seinem Gastspiel beim TSV Dagersheim die Saison in der Bezirksliga Stuttgart/Böblingen eröffnen wird, dann gibt es für den Aufsteiger eigentlich allen Grund, dies mit breiter Brust zu tun. Das Team aus dem nördlichen Vaihinger Stadtteil hat nämlich ein tolles Spieljahr hinter sich – nicht nur mit dem Meistertitel in der Staffel 2 der Kreisliga A, sondern obendrein dem erstmaligen Gewinn des Bezirkspokals. „Wir haben eine gute Vorbereitung absolviert und sind bereit für eine schwierige Herausforderung“, sagt der sportliche Leiter Ralf Lenhardt, der nach den beiden erwähnten Highlights diesmal allein mit dem Klassenverbleib zufrieden wäre.
Diese eigentlich unspektakuläre Vorgabe könnte schon allein deshalb zum Kraftakt werden, weil dem Liganeuling vor seiner Premiere in der höchsten Spielklasse des Bezirks gleich drei Leistungsträger aus dem Aufstiegskader nicht mehr zur Verfügung stehen: So hat sich der Toregarant schlechthin, Cedric Hornung (91 Treffer in drei Spielzeiten, zuletzt zweimal Torschützenkönig), nach sechs Jahren am Adolf-Engster-Weg zurück zum Landesligisten SV Böblingen verabschiedet. „Er ist mit 28 in einem Alter, in dem er sich noch einmal weiter oben beweisen wollte. Das tut uns weh, ist aber nachvollziehbar“, sagt Ralf Lenhardt.
Darüber hinaus ist das Zweitspielrecht von Marc Agyemang geendet (nun nur noch BSV Schwenningen). Und schließlich will der bisherige Spielertrainer Dominik Lenhardt (32) künftig allein noch an der Seitenlinie agieren, um verstärkt den jungen, vorhandenen Talenten eine Chance auf dem Feld zu geben. „Das ist zumindest zunächst der Plan. Wenn wir es allerdings nicht schaffen, die Defensive zu stabilisieren, dann könnte mein Sohn doch wieder selbst ein wichtiger Faktor werden“, sagt Ralf Lenhardt.
Die Tore von Hornung, so viel ist klar, wird kein einzelner Akteur ersetzen können, auch wenn der vom Landesligisten TV Oeffingen verpflichtete Noah Lindhorst ein Hoffnungsträger in der Offensive ist. Für die Defensive, die zuletzt in 28 Spielen für einen Meister erstaunliche 53 Gegentore hinnehmen musste, gilt derweil Marc Bauer als erfahrener Stabilisator: Der 32-Jährige spielte einst für den TuS Ergenzingen in der U-17-Bundesliga und traf dort auf heutige Nationalspieler wie Emre Can, Hakan Calhanoglu, Christian Günther und Sead Kolasinac. Zudem war er für seinen Heimatverein SV Zimmern drei Jahre lang in der Verbandsliga unterwegs. In der vergangenen Saison brachte es Bauer verletzungsbedingt nur auf sieben Einsätze.
„Wir schauen uns weiter um; das Gelände der Uni Vaihingen ist ja gleich um die Ecke. Vielleicht bleibt ja demnächst noch ein Student mit Potenzial als mögliche Verstärkung hängen“, sagt Ralf Lenhardt.
Eckdaten
Zugänge
Elias Aisenbrey (ABV Stuttgart), Noah Lindhorst (TV Oeffingen), Tom Prokein (SV Deckenpfronn II), Muhammed Uyar (TSV Kuppingen), Fermin Wences (FSV Waldebene Stuttgart-Ost), Marco Bischoff (SC 1920 Unterbach), Lucas Tittel (TSV Sipplingen), Salaheldeen Altogby, Omar Abdoulazm (beide SG Untertürkheim).
Abgänge
Cedric Hornung (SV Böblingen), Mike Hepfer (voraussichtlich SV Salamander Kornwestheim), Marc Agyemang (BSV 07 Schwenningen/Ende Zweitspielrecht).
Trainer
Dominik Lenhardt (seit Juli 2020).
Spielstätte
Adolf-Engster-Weg 10, 70569 Stuttgart.
Saisonziel
nichts mit dem Abstieg zu tun haben; Mannschaft kontinuierlich weiterentwickeln (Platzierung in der vergangenen Saison: 1. Kreisliga A, Staffel 2).
Meistertipp
Spvgg Holzgerlingen, TV Darmsheim, SV Bonlanden.
Auftaktspiel
auswärts beim TSV Dagersheim (Freitag, 29. August, 18 Uhr).