Kurz-Gastspiel: Der Torhüter Marko Gavric steigt beim TSV Bernhausen nach nur drei Monaten wieder aus. Foto: Günter Bergmann

Wer wird Nachfolger des im Sommer scheidenden Trainers Agatic? Und kann es gelingen, einen Zerfall des Kaders zu verhindern? Das sind die Fragen, die beim Landesligisten umtreiben.

Der Schrecken über den Verlust des Erfolgstrainers Roko Agatic zur nächsten Saison sitzt nach wie vor in den Gliedern. Doch wie heißt es so schön: „The show must go on.“ Frei übersetzt: Der Betrieb muss weitergehen, für die Verantwortlichen des Fußball-Landesligisten TSV Bernhausen auch in der aktuellen Wettbewerbspause. Bei der Kaderplanung für die Rückrunde des noch laufenden Spieljahrs steht inzwischen fest, dass fünf Spieler gehen, darunter ein Leistungsträger der vergangenen Wochen.

 

Im September erst hatten die Filderstädter den Torhüter Marko Gavric als Nachschlag verpflichtet. Er sollte die Lücke schließen, die im Aufgebot durch den verletzungsbedingten Ausfall des Stammkeepers Matej Livancic plötzlich entstanden war. Ein Auftrag, den der Ex-Calcio-Echterdinger höchst zuverlässig erfüllte. Und zwar nicht bloß als Mann auf der Bank, wie zunächst gedacht, sondern schnell als neue Nummer eins. Nun aber ist für den 29-Jährigen am Fleinsbach auch schon wieder Schluss. Gavric hat sich für eine Rückkehr in seine Heimat Kroatien entschieden. „Goodbye“ nach gerade einmal zehn Spielen.

Jedoch: Sorgen müssen die Bernhausener sich zwischen den Pfosten keine machen. Denn die Handschuhe sind von Gavric bereits weitergereicht – zurück an seinen Vorgänger. Für die zweite Saisonphase steht inzwischen Livancic wieder bereit. Der Youngster hat seine Fingerblessur auskuriert.

Ohnehin nur Mitläuferrollen haben die vier anderen Winterabgänge bekleidet, wenn überhaupt. Auch Hrvoje Markic (zum Bezirksligisten FV Plochingen), Bleron Gjuraj (verletzungsbedingte Fußballpause), Cono Lombardo (zum B-Kreisligisten Omonia GFV Vaihingen) und Clemens Kofi Seddon (Ziel unbekannt) verlassen den Verein.

Demgegenüber ist der Transfer von Andreii Shamenko zu den „Veilchen“ nun auch offiziell besiegelt: Der Außenangreifer galt wie berichtet als Agatics Wunschkandidat. Bisher ging er für den Kreisliga-A- Tabellenführer FSV Waldebene Stuttgart-Ost auf Torejagd, war wegen seiner Wechselabsichten dort aber zuletzt aufs Abstellgleis geraten. Ob Agatic darüber hinaus einen zweiten Neuzugang erhält, laut ihm bevorzugt „offensiv links“, bleibt abzuwarten. Zurückhaltend äußert sich bei diesem Thema der Spielleiter Thomas Otto. „Wir sind auch so gut aufgestellt“, sagt er.

Trainer-Entscheidung spätestens im Januar

Die größere Baustelle hat Otto gerade wo anders. Stichwort Trainer. Schon jetzt treibt die Frage um: Wer wird Agatic-Nachfolger von Juli an? Die Suche läuft. „Wir hoffen, dass wir um den Jahreswechsel herum eine Lösung präsentieren können, allerspätestens aber bis zum Trainingswiederbeginn am 20. Januar“, sagt Otto. Auf dass dann ein jeder im Verein vorzeitig weiß, was künftige Sache ist.

Den in der Kandidaten-Gerüchteküche bereits gehandelten Namen Michael Rentschler kommentiert Otto einstweilen knapp in nur einem Wort: „Nein.“ Der 55-Jährige, Inhaber der Uefa-Pro-Lizenz, ist seit vielen Jahren als Ausbilder und Lehrgangsleiter beim Württembergischen Fußball-Verband engagiert. Zuletzt soll auch der TV Echterdingen an ihm Interesse gehabt haben.

Wird der Kader auseinander brechen?

Jener TV Echterdingen, bei dem der neue Mann auf der Kommandobrücke nun aber erst einmal Daniel Heisig heißt – und ab Sommer dann Agatic. Inwieweit der Ausstieg des Trainers auch aufs Bernhausener Kickerpersonal Auswirkungen haben wird? Auch hierzu kursieren erste Gerüchte, nachdem die Agatic-Nachricht beim Tabellendritten vor zweieinhalb Wochen als Stimmungscrasher in die Spitzenplatz-Freude gekracht ist. Wird der Kader im Sog auseinander brechen? Werden nach dieser Runde dann tatsächlich nicht nur fünf (Ergänzungs-) Spieler gehen, wie jetzt, sondern mehrere Leistungsträger ihre Koffer packen? „Wenn es am Ende so ist, ist es so“, sagt Otto, „wenn nicht, sind wir glücklich.“ Klingt nicht gerade nach einem Dementi.