Nach dem Treffer von Mert Ali Icmez (links) zum 2:0 in der achten Minute war die Welt der Verbandsliga-Fußballer des SV Fellbach und ihrem Anhang noch in Ordnung. Foto: Günter Schmid

Die Verbandsliga-Fußballer des SV Fellbach starten am Samstag gegen den Tabellendritten TSV Berg furios, müssen sich am Ende aber deutlich und verdient mit 3:7 (2:4) geschlagen geben.

Nach zehn Minuten hatte Oliver Ofentausek hörbar die Schnauze voll. „Seid mal endlich gieriger“, schrie der Trainer der Verbandsliga-Fußballer des TSV Berg am Samstagnachmittag quer über den Fellbacher Kunstrasenplatz. Es war der wohl entscheidende Weckruf, nachdem der Tabellendritte zu diesem Zeitpunkt – und zur Überraschung der gerade einmal 60 Zuschauer – bereits mit 0:2 gegen den gastgebenden SV Fellbach in Rückstand gelegen hatte. Binnen nur sieben Minuten drehten die Gäste mit drei Toren das Spiel und siegten am Ende verdient mit 7:3 (4:2). „Das war heute mit Abstand unsere bisher schlechtestes Defensivleistung“, sagte der Fellbacher Trainer Nicos Gountoulas nach dem Schlusspfiff. Und sein Bruder und Trainerkollege Kiriakos Goutoulas fügte an: „Vielleicht hatten wir zu früh das Gefühl, dass der Gegner heute zu knacken ist.“

 

Zwei Chancen, zwei Tore

Bereits nach acht Minuten war der Traumstart perfekt. Nachdem SVF-Verteidiger Ibrahim Njie nach einem Eckball von Torben Hohloch mit dem Gästekeeper Daniel Geiselhart im Fünfmeterraum zusammengeprallt war und der Unparteiische Max Angenendt (FV Asch-Sonderbuch) überraschenderweise nicht auf Stürmerfoul entschied, staubte Patrik Martinovic eiskalt zum 1:0 ab (6.). Zwei Minuten später erhöhte Mert Ali Icmez nach einem Konter und einem feinen Querpass von Sirin Emre Durmus, der von Torben Hohloch auf die Reise geschickt worden war, auf 2:0 (8.). Sein Schuss unter die Latte war nicht zu halten. „Wir haben aus zwei Chancen zwei Tore gemacht. Besser geht es nicht“, sagte Kiriakos Gountoulas.

Drei Gegentore in sieben Minuten drehen das Spiel

Die Freude indes währte nicht lange. Lars Detling per Kopf nach einem Eckball (12.), David Hoffmann nach einem Missverständnis zwischen Fellbachs Torwart Levin Härtel und Verteidiger Niklas Weiß (14.) und Linus Held (19.) mit einem Schuss ins lange Eck brachten mit ihren Toren den Favoriten in kürzester Zeit mit 3:2 in Führung. Kurz darauf bewahrte Härtel sein Team mit einer Doppelparade zwar vor dem nächsten Gegentreffer, in der 35. Minute war er aber machtlos. Nach einem Einwurf köpfte Jonathan Merk die Kugel zum 4:2 in die Fellbacher Maschen. Kurz vor dem Pausenpfiff hatten Icmez, Torben Hohloch und Adao Gutzeit zwar noch gute Einschussmöglichkeiten, nachdem die Fellbacher noch einmal am Drücker waren, doch alle drei waren nicht von Erfolg gekrönt.

Die Hoffnung nach dem 3:4 währt nur kurz

In der zweiten Hälfte erwischten die Gastgeber erneut den besseren Start. Nach einem Dribbling in die gegnerische Hälfte steckte Verteidiger Thomas Bauer den Ball auf Torben Hohloch, der erst den TSV-Keeper aussteigen ließ und dann zum 3:4 vollende (51.). Nur zwei Minuten später war es der Torschütze selbst, der am eigenen Strafraum einen Zweikampf verlor. Nachdem Härtel den Ball nach der Hereingabe nicht festmachen konnte, hatte Samuel Lindinger einfaches Spiel – 5:3 (53.). Die Partie war entschieden, zumal sich die Fellbacher hernach weiterhin im Abwehren ohne Körperkontakt versuchten. Die Folge: Robin Hettel (83.) und der eingewechselte Maschkour Gbadamssi (90.) erhöhten noch zum 7:3-Endstand. Damit war dann auch Ofentausek zufrieden, der in der 78. Minute noch einmal richtig laut geworden war. „Das nächste Tor muss schon lange fallen. Jetzt habt ihr sieben Chancen ausgelassen.“

Doe Partie schnell abhaken

Und die Gountoulas-Brüder? Die waren sich einig, dass der TSV Berg, der es sich am Samstag sogar leisten konnte, seinen Top-Torjäger Hannes Pöschl auf der Bank zu lassen, „eindeutig eine Nummer zu groß war“. Jetzt gelte es, die Partie schnell abzuhaken und sich auf das kommende Auswärtsspiel am Samstag, 14.30 Uhr, beim SSV Ehingen-Süd zu konzentrieren.

   SV Fellbach: Härtel – Njie (79. Bozic), Thomas Bauer, Weiß (58. Kastrati) – Gutzeit (67. Calemba), Martinovic (58. Tobias Hohloch), Leon Bauer, Torben Hohloch – Bresic (58. Stanic) – Icmez, Durmus.