Der Fellbacher Kapitän Leon Braun (rechts) zeigte im Pokalspiel gegen die Stuttgarter Kickers eine starke Leistung. Foto: Heiko Potthoff

Mustafa Ünal, der Trainer der Stuttgarter Kickers, ist mit einem 2:0 im Pokal-Achtelfinale gegen den SVF heimgefahren – und einigen Namen interessanter Fellbacher Spieler im Hinterkopf.

Als Orakel hat sich Udo Wente, der Geschäftsführer des SV Fellbach, am vergangenen Dienstag nicht bewährt. Vor der Achtelfinal-Begegnung im württembergischen Verbandspokal zwischen den gastgebenden Verbandsliga-Fußballern des SV Fellbach und dem Oberliga-Spitzenreiter SV Stuttgarter Kickers hatte er auf einen 5:4-Erfolg der Gastgeber nach Elfmeterschießen getippt – und lag damit gänzlich falsch. Der Cup-Verteidiger aus Degerloch machte sein Weiterkommen noch während der regulären Spielzeit klar, siegte nach den Toren von Paul Polauke vor der Pause und dem Kapitän Kevin Dicklhuber im zweiten Spielabschnitt mit 2:0. Begeistert war Udo Wente dennoch – und das schon vor dem Anpfiff. „Ich habe noch nie so viele Leute in unser Stadion strömen sehen“, sagte er. 2550 sollen es gewesen sein. Die Zahl jedenfalls verkündete der Stadionsprecher Siegfried Fleischmann nach rund einer Stunde Spielzeit. Damit es auf der Tribüne und rund ums Spielfeld zu keinen Zwischenfällen kam, dafür sorgten nicht nur die 20 ehrenamtlichen Ordner des SVF, sondern auch 15 Frauen und Männer einer Sicherheitsfirma. „Das war zwar keine offizielle Auflage, aber wir wollen auf jeden Fall auf Nummer sicher gehen“, sagte Cüneyt Karacuha vom Gastgeberklub.

1500 Würste wurden beim Pokalevent vertilgt

Und während die Sicherheitskräfte bei der fairen Partie – der Unparteiische John Bender (Schiedsrichtergruppe Tübingen) verteilte lediglich drei gelbe Karten – wenig gefordert waren, weil auch die Fans beider Lager sich ganz aufs Fußballspiel konzentrierten, waren die Helfer an den Verkaufsständen im Dauereinsatz. Im Stadionrund hatten die SVF-Verantwortlichen zwei zusätzliche Verkaufsstände installiert, vorn am Eingang bei der Klause gab es außerdem noch einen Pizza-, Crêpes- und Pommes-Stand. Wie viele Liter Bier getrunken wurden, das konnte Jochen Pflüger, der stellvertretende Fußball-Abteilungsleiter, am Tag nach dem Pokal-Event noch nicht sagen. Es seien aber weniger als am 11. Juni dieses Jahres gewesen. Damals, am letzten Spieltag der vergangenen Saison, gastierte der FSV Hollenbach in Fellbach, gewann mit 6:1 und feierte hernach den Direktaufstieg in die Oberliga. Dafür sind am Dienstag definitiv mehr Würste vertilgt worden: nämlich rund 1500.

SVF-Spieler im Fokus des Kickers Trainers

Ob sich auch Mustafa Ünal eine schmecken ließ, ist nicht bekannt. Der Kickers-Trainer fand aber Geschmack an der Leistung des einen oder anderen SVF-Akteurs um den stark agierenden Kapitän Leon Braun. „Da sind schon ein paar junge Spieler dabei, die auch für uns interessant wären“, sagte er. Vielleicht Matteo Binner, der am vergangenen Samstag beim 2:1-Sieg im Ligaspiel bei der TSG Tübingen zum Spieler des Tages avanciert war? Oder Niklas Hofmeister, der im Pokalspiel die Großchance zur 1:0-Führung vergab und erneut mit seinem Tempo und den Dribblings für viel Gefahr auf dem rechten Flügel sorgte? Es bleibt Spekulation, denn Namen wollte Mustafa Ünal keine nennen. Die SVF-Spieler haben jedenfalls genug Werbung in eigener Sache gemacht.

Bei TVO-Trainer Haris Krak liegen die Nerven blank

Bei der Begegnung der Landesliga-Fußballer des TV Oeffingen gegen NK Croatia Bietigheim, in dem Mario Mutic mit vielen guten Aktionen Spieler des Tages war, wurden am Sonntag Ordner benötigt. Denn die Emotionen kochten ziemlich hoch. Allerdings noch mehr neben dem Kunstrasenplatz als darauf. Schiedsrichter Jan Jakob Keim zückte zwei Rote Karten. Eine für Haris Krak, den Oeffinger Trainer, und eine für Julian Sero, dem Mannschaftsverantwortlichen der Gäste, die kurz vor Spielende am Rand des Geschehens zunächst verbal aneinander gerieten. Fast hätte sich eine handfeste Rauferei entwickelt, wenn die ehrenamtlichen Ordner und der besonnene Unparteiische nicht eingegriffen hätten. „Es gab eine kleine Rudelbildung, aber wir haben uns beide nach dem Spiel entschuldigt, auch beim Schiedsrichter“, sagt Haris Krak, dem sein Fehlverhalten, wie er es nennt, leid tut. „Das ganze Spiel war hitzig, mit vielen Fouls, aber meine Reaktion war unnötig. Wir müssen alle etwas ruhiger werden, auch ich. Aber unsere Lage ist schwierig, die Nerven liegen blank, und ich gehöre zu den emotionalen Trainern.“ Doch nach dem Spiel müsse man sich die Hände geben, sagt der 42-Jährige.