Bezirksspielleiter Ulrich Probst teilte den Vereinen wichtige Infos mit. Foto: Günter Bergmann

Halbzeit-Staffeltag des neuen Fußball-Bezirks Stuttgart/Böblingen in Musberg mit Bilanz und Ausblicke – auch auf die Spielzeit 2025/26.

Der Sturm hat sich schon lange gelegt, die heftige Gegenwehr ist Geschichte. Vielmehr scheint sich bereits nach knapp sechs Monaten ein recht harmonisches Miteinander ergeben zu haben. Beim Halbzeit-Staffeltag des erst im Sommer neu formierten Fußball-Bezirks Stuttgart/Böblingen in der Turn- und Festhalle in Musberg hatte es zumindest den Anschein, gab es nur kleinere Unstimmigkeiten. Allen voran bei diversen Spielansetzungen über Ostern und Pfingsten und was den Vorspielbetrieb anbelangt.

 

Zwei Stunden lang dauerte die Sitzung in Musberg und fast zwei Stunden lang ergriff der Bezirksspielleiter Ulrich Probst das Wort. Dabei fasste der Bezirksmitarbeiter, der auch für die Erstellung der Spielpläne zuständig ist, das erste halbe Jahr des neuen Bezirks nach der Strukturreform zusammen, gab Ausblicke auf den zweiten Teil der Spielzeit und die Saison 2025/26. Vor allem informierte er über eine Sache, die vielen Vereinen an die Nieren gehen oder gehen können: die Anzahl der Absteiger. „Es ist mir wichtig, dass die Vereine in der Abstiegsfrage so früh wie möglich so viel Klarheit wie möglich haben“, sagte Probst.

Platzverweise und besonders ärgerliche Platzverweise: Von der Bezirksliga, über die drei Kreisligen A bis hin zu den acht B-Staffeln fanden bis zur Halbzeit insgesamt 1183 Begegnungen statt, 24 fielen aus. 86 Spieler holten sich aus unterschiedlichen Gründen den Roten Karton ab, 203 mal wurde die Ampelkarte gezeigt. Ärgerlich sind die zusätzlichen Verwarnungen für Teamoffizielle. 24 von Ihnen sahen Gelb-Rot, fünf glatt Rot – insgesamt zu viel.

Frühzeitiger Abpfiff: Schon frühzeitig beendet war die Saison für den HNK Slaven Stuttgart II in der Kreisliga B, Staffel 1, und den Konkurrenten aus der Staffel 7, den KSC Böblingen. Beide haben ihre Mannschaften vom Spielbetrieb zurückgezogen. Ein unfreiwilliges Aus droht indes der Zweitvertretung von Kosova Bernhausen (Kreisliga B, Staffel 2), und in der Staffel 6 dem NK Zagreb Sindelfingen. Beide Mannschaften habe zwei Begegnungen abgesagt. Treten sie zu einer weiteren nicht an, dann sieht das Regelwerk den Zwangsausschluss vor.

Abstieg aus der Landesliga, Staffel 2: Da von den möglichen Abstiegskandidaten in die Staffel 2 in der Verbandsliga nach aktuellem Stand nur der Vorletzte TV Echterdingen in Frage kommt, müssen drei Teams direkt runter ins Unterhaus. Zwei davon – Schlusslicht SV Rohrau (zwei Punkte) und der Vorletzte TV Darmsheim (vier Punkte) – zählen höchstwahrscheinlich dazu. Dies hat Auswirkungen auf die Bezirksliga.

Abstieg aus der Bezirksliga Stuttgart/Böblingen: Aktuell bleibt das Horrorszenario von sieben Absteigern aus. Es ist aber nicht vom Tisch, da der SV Böblingen nur aufgrund des besseren Torverhältnisses beziehungsweise der GSV Maichingen wegen eines Punktes mehr gegenüber der SG Bettringen nicht auf dem Abstiegsplatz stehen. Doch es überwiegt die Zuversicht, dass es „ nur“ sechs Clubs – immer noch sehr viele – aus der Bezirksliga erwischen wird. Aktuell sind dies das punktlose Schlusslicht SC Stammheim, der Vorletzte SV Oberjesingen, der ABV Stuttgart, der TSV Rohr, die Sportvg Feuerbach und der Türkische SV Herrenberg. Der Zwölfte, der TSV Münster, würde sich das künftige Bezirksliga-Ticket über die Relegation holen müssen .

Abstieg aus der Kreisliga A: Zum jetzigen Zeitpunkt zeichnen sich aufgrund der übergeordneten Abstiegsszenarien in der Staffel 2 und 3 (Böblingen) je drei Absteiger ab. In der Staffel 1, die eine Mannschaftsstärke von 16 anstatt 15 aufweist, steigen vier Clubs ab.

Relegation in die Landesliga, Staffel 2: Es gibt hier zwei Halbfinals (Samstag, 14. Juni), die jeweiligen Sieger spielen den Platz für die Landesliga, Staffel 2 (Sonntag, 22. Juni) aus. Dabei sind die drei Vizemeister aus den Bezirksligen Stuttgart/Böblingen, Neckar/Fils und Ostwürttemberg sowie der Abstiegsrelegant aus der Landesliga. Die Auslosung hat ergeben, dass der Zweite aus der Bezirksliga Stuttgart/Böblingen im Relegationshalbfinale auf den Zweiten der Bezirksliga Ostwürttemberg trifft.

Relegation in die Bezirksliga Stuttgart/Böblingen: Auch hier gibt es zwei Halbfinal-Spiele, die am Sonntag, 15. Juni stattfinden werden. In der Folge machen die beiden Gewinner am Samstag, 21. Juni, den Platz in der Bezirksliga Stuttgart/Böblingen unter sich aus. An der Relegation nehmen die Vizemeister aus den drei Kreisliga-A-Staffeln teil sowie die Relegationskandidat aus der Bezirksliga.

Relegation in die Kreisliga A. Auch hierbei wird im Modus mit zwei Halfinal-Begegnungen und Finale in die jeweilige A-Staffel gespielt. Die Halbfinal-Paarungen steigen am Samstag, 14. Juni, die Finalspiele am Samstag, 21. Juni (A3), und am Sonntag, 22. Juni (A1 und A2).

Saisonstart 2025/26: Nach der Relegation kann es in der Bezirksliga Stuttgart/Böblingen durchaus sein, dass die Mannschaftsstärke 17 beträgt. In diesem Fall ist der Saisonstart am 15./16./17. August. Sollten es nur 16 Teams sein, dann ist der Auftakt, wie bei den A- und B-Ligen auch, 14 Tage später am 27./28./29. August.

Thema Vorspielbetrieb: An der Halb-Jahres-Sitzung der einzige Punkt, an dem sich die Geister schieden – vor allem was die Bezirksliga-Clubs anbelangt. Die zugeordnete Liga für deren zweite Mannschaften ist die Kreisliga B, Staffel 3. Dort spielen jedoch nur die Stuttgarter Vertreter, aber nicht die aus dem Raum Böblingen. Bei den Heimspielen sind die Mannschaften – wenn auch teilweise mit unterschiedlichen Gegnern – gemeinsam auf der selben Anlage, auswärts aber nicht immer. So mancher Club-Verantwortliche bemängelte – sollte auswärts eine personelle Notlage herrschen –, dass das Zurückgreifen auf Kräfte aus der zweiten Mannschaften dann nicht möglich sei. Andere, so mancher aus dem Bezirk Böblingen, sprach indes die langen Anfahrtswege von teilweise mehr als einer Stunde zu einem Spiel in Stuttgart, was für zweite Mannschaften definitiv zu weit sei. Eine Lösung zeichnet sich nicht ab, „weshalb wir so weitermachen wie zuletzt“, sagte Probst.