Kopf hoch im Derby: Emanuele Di Natale (TSV Heimerdingen/links) im Duell mit dem Rutesheimer Pascal Haug. Foto: Baumann

Nach zwei Dritteln der Runde stehen die vier Altkreis-Landesligisten in der oberen Tabellenhälfte. Auch das bisherige Sorgenkind, die SKV Rutesheim, hat mittlerweile wieder zu alter Stärke zurück gefunden.

Leonberg - Der Saisonendspurt kann kommen. Zumindest für drei der vier Mannschaften aus dem Altkreisquartett ist in den verbleibenden zehn Spieltagen nach oben noch alles drin. TSV Eltingen, TSV Münchingen und TSV Heimerdingen machen Druck auf das Spitzenduo aus Schluchtern und Backnang. Und wenn die Rutesheimer Serie hält, dann darf auch das Team von Trainer Rolf Kramer noch nicht abgeschrieben werden. SKV Rutesheim (8.) – Heimerdingen (5.) Drei Spiele, drei Siege – die SKV Rutesheim hat nach der Winterpause im Handumdrehen einen Sicherheitsabstand zu den Abstiegsplätzen geschaffen. Ausgehend von vier Direktabsteigern sind es schon sieben Punkte bis zum Relegationsplatz. Rang zwei ist auch nur noch zehn Zähler entfernt. Davon will Trainer Rolf Kramer aber nun gleich gar nichts wissen. „Es gibt für uns keinen Grund, auf die Tabelle zu schauen.“ Viel wichtiger sei es zu wissen, dass die Erfolge nicht zufällig entstanden, sondern auf viel Arbeit zurückzuführen sind. Das Derby (Freitag, 19 Uhr) gegen den TSV Heimerdingen kommt gerade recht. Die Mannschaft freut sich auf die Aufgabe und will das 2:3 aus dem Hinspiel umdrehen. Nach dem 2:0 in Untermünkheim gibt es für den Übungsleiter keinen Grund, die Mannschaft zu verändern. Winterneuzugang Marijan Salopek verleiht der Defensive Stabilität, in der Mittelfeldzentrale geben Michael Waidelich und Kai-Milan Liedtke den Ton an, und Christopher Baake trifft und trifft. Der Kapitän erzielte in den drei Partien sechs Tore.

Das nötigt dem gegnerischen Trainer Respekt ab. „Nach der schwierigen Vorrunde haben die sich nicht entmutigen lassen und gehen weiterhin offensiv an die Aufgaben heran. Dabei ist es immer einfacher, kompakt zu stehen und zu kontern. Jetzt scheint die SKV die Balance zwischen Defensive und Offensive gefunden zu haben“, sagt Andreas Broß. Das eigene Team hat zwar auch zwei von drei Spielen gewonnen, eine über 90 Minuten konstant starke Leistung war da allerdings noch nicht dabei. Entschlosseneres Auftreten und mehr Zug nach vorne will Broß von seinen Schützlingen sehen. Gerade in Rutesheim ist das für ihn ein Schlüssel zum Erfolg. „Wir müssen den Gegner möglichst weit weg vom eigenen Tor halten.“ Verzichten muss er dabei auf Volkan Demirci, der beim 2:1 gegen Oeffingen in der Nachspielzeit die Rote Karte gesehen hatte. Seinen Part in der Viererkette übernimmt Boris Kedves, der sich nach überstandener Krankheit zurück gemeldet hat. „Die Tagesform wird entscheiden“, tippt Andreas Broß. Die Mannschaft mit dem größeren Siegeswillen und mehr Mut werde das Derby für sich entscheiden.

TSV Münchingen (4.) – FC Marbach (12.) Neben der SKV Rutesheim und dem SV Schluchtern zählt auch der FC Marbach mit drei Siegen nach der Winterpause zu den Mannschaften der Stunde. Unter dem neuen Trainer Matteo Battista kassierte der Aufsteiger nur ein Gegentor, gewann zweimal mit 1:0 (Löchgau, Brackenheim) und einmal mit 2:1 (Öhringen). „Das sind echte Minimalisten“, meint deshalb TSV-Trainer Dietmar Seethaler. Seine Mannschaft tut sich noch schwer mit der Umstellung vom Kunstrasen auf das natürliche Grün. Beim 2:0 in Brackenheim stimmte zu oft das Timing nicht, viele Pässe gingen ins Leere. Unter der Woche wurde nun auf Rasen trainiert, die Partie am Sonntag (15 Uhr) soll im Netzbrunnenstadion stattfinden. Nach der erneuten Verletzung vom Michael Sparka und dem Fehlen von Nico Klenk gehen dem TSV die Innenverteidiger aus. Nach seiner Knieverletzung ist auch der Einsatz von Ozan Salma noch ungewiss.

Eltingen (3.) – Hellas Bietigheim (16.) In den bisherigen 19 Partien kassierte das Schlusslicht 95 Gegentreffer. Zuletzt gab’s ein halbes Dutzend gegen Schluchtern, zuvor fünf Tore in Rutesheim. Der TSV Eltingen kann nun am Sonntag (15.30 Uhr) die 100 voll machen. Wenn es denn nur so einfach wäre. „Fast alle tun sich am Anfang gegen die schwer. Wir wissen das auch noch aus der Vorrunde, trotz des 6:0“, sagt TSV-Trainer Karl-Heinz Fuhrmann.

Beim knappen 1:0 in Ilshofen hatten seine Eltinger schon zu viele Möglichkeiten liegen gelassen. Dass am Ende in Unterzahl dann noch ein Tor gelang, gibt nun zusätzliche Motivation für die kommenden Aufgaben. Ein ernstes Wörtchen wechselte Fuhrmann mit Timo Seiler. Sowohl gegen 07 Ludwigsburg als auch in Ilshofen hatte der Mittelfeldmann Gelb-rot gesehen. Fuhrmann: „Diese Undiszipliniertheiten muss er weglassen. Sonst schadet er uns mehr, als dass er uns hilft.“

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