Der Trainer Markus Kärcher muss mit anschauen, wie sein Fellbacher Team auch die besten Torchancen auslässt. Foto: Patricia Sigerist

Beim offensivschwachen SV Fellbach wollen die Verantwortlichen den Abwärtstrend in der Landesliga mit Markus Kärcher aufhalten. Für den TV Oeffingen trifft der Aufstiegstriumphator Alessandro Siciliano jetzt in der Landesliga.

Fellbach - Für Markus Kärcher wäre das Traineramt diese Woche ein sehr viel leichteres gewesen, hätte Tolunay Virit am Freitag im Landesliga-Spiel gegen den TSV Eltingen (0:1) auch nur ansatzweise seine Aufgabe als Angreifer erfüllt. Er hatte genau jene Torchancen, die einen Angreifer für gewöhnlich sehr glücklich stimmen. Tolunay Virit hätte – aus kürzester Entfernung – einigermaßen bequem zwei, drei Treffer erzielen können. Doch der Angreifer gab sich nicht als Torjäger zu erkennen. Er scheiterte an seinem eigenen Unvermögen oder am starken Eltinger Schlussmann Julian Bär. Das einzige Tor des Abends gelang dann Fabio Andretti nach dem Seitenwechsel für den TSV Eltingen. Er war damit der Spieler des Tages, beim SV Fellbach kam der Auszeichnung Philipp Röseke am nächsten. Der 22-Jährige war vor der Pause an vielen guten Aktionen beteiligt, nach rund einer Stunde und Tolunay Virits Auswechslung durfte er sich selbst an vorderster Stelle versuchen – vergebens. Das Offensivspiel der SVF-Fußballer war da schon erlahmt. Markus Kärcher musste so – nach verpasster 2:0- oder 3:0-Führung – eine 0:1-Niederlage mit in die Woche nehmen. Eine neuerliche Niederlage, die sechste dieser Saison. „Das ist natürlich weit entfernt von dem, was wie uns vorgenommen haben“, sagt Mathias Fischer: „Man muss da ja nur auf die Tabelle schauen.“ Vorne mithalten wollte der SVF. Nun ist er als Zwölfter gefordert, den Abwärtstrend aufzuhalten. „Manches hast du einfach nicht in der Hand, aber wir machen weiter“, sagt der Abteilungsleiter und lässt keinen Zweifel daran, dass er dabei auch den Trainer Markus Kärcher einschließt. „Nichts anderes ist geplant“, sagt Mathias Fischer „Der Markus kann nichts dafür, wenn vorne einer aus zwei Metern Torchancen vergibt“, sagt auch der stellvertretende Abteilungsleiter Jochen Pflüger.

Es war am 30. Mai dieses Jahres, als der Stürmer Alessandro Siciliano die Fußballer des TV Oeffingen quasi im Alleingang zur Meisterschaft in der Bezirksliga und damit auch zum Aufstieg in die Landesliga geschossen hat. Beim 4:1-Erfolg in Oberrot traf er viermal und war der umjubelte Spieler. In dieser Saison hatten die Oeffinger Stürmer lange nichts zu bejubeln, sie blieben neun Spiele lang torlos. Am Sonntag jedoch ist der Knoten geplatzt: Miroszlav Kosuta (2), der Spielertrainer Haris Krak und eben auch Alessandro Siciliano trugen sich beim – erneuten 4:1-Sieg – in die Torschützenliste ein. Das war beim Tabellennachbarn FV Ingersheim der erste Saisonsieg für den Aufsteiger aus Oeffingen, der nun am Sonntag, 14.30 Uhr, beim Tabellenelften Aramäer Heilbronn an diese Leistung anknüpfen möchte. Vor allem mit der läuferischen und kämpferischen Einstellung der Spieler war Haris Krak nun zufrieden. Über die Außenbahnen waren es Piero Stampete und Kevin Fischer, die mächtig Druck auf die Gegenspieler ausgeübt haben. Und ganz vorn hätten die Stürmer gar noch mehr Treffer erzielen können. „Wir waren überlegen und haben immer gewusst, dass wir weitere Chancen bekommen, der Gegentreffer war ein Weckruf für uns“, sagte Haris Krak. In der 72. Spielminute waren die Gäste trotz Unterzahl – Vassilios Kostakis hatte nach 17 Minuten die Rote Karte gesehen – mit 0:1 in Rückstand geraten. Doch der TVOe schaffte umgehend die Wende im Spiel. Miroszlav Kosuta erzielte zwei Tore und bereitete einen Treffer vor, deshalb ist er unser Spieler des Tages. Den finalen Treffer zum 4:1-Erfolg markierte Alessandro Siciliano in der Schlussminute; wie schon damals am 30. Mai dieses Jahres, als der Stürmer zuletzt getroffen und seine Mannschaft in die Landesliga geschossen hatte.

Die Zeiten des Gleichschritts sind vorbei: Der FSV Waiblingen kann in der Kreisliga A nicht mehr mit dem SV Breuningsweiler mithalten. An den ersten sieben Spieltagen lieferten die zwei Titelfavoriten sich ein Wettschießen um die Tabellenführung – mit Vorteilen für die Waiblinger um Patrick Kicherer, Kevin Habermann und Marcel Knoll (alle früher SV Fellbach). Doch dann verloren diese am zweiten Sonntag im Oktober zu Hause unerwartet mit 0:2 gegen den TV Stetten um die Torschützen Jan Hagdorn und Tim Kopp. Es folgte ein noch überraschenderes 1:2 im Heimderby gegen Iraklis Waiblingen – und am Sonntag dann eine 1:3-Niederlage im Spitzenspiel beim SV Breuningsweiler, für den Steffen Mayer, der oberligaerfahrene Zugang Niko Rummel und Lukas Friedrich trafen. Der siegreiche Tabellenführer, bei dem diesmal Christian Nachtigall (zuvor SV Fellbach) fehlte, zieht jetzt ganz vorne einsam seine Kreise mit der perfekten Bilanz von 27 Punkten aus neun Partien. Die Waiblinger weisen ein Spiel mehr, aber sechs Zähler weniger auf.

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