Hier jubelt Hilal el Helwe noch mit den alten Kollegen. Am Samstag geht er für den FC Homburg auf Torejagd. Foto: Archiv (avanti)

Hilal el Helwe wechselte im Sommer vom SGV Freiberg zum FC Homburg. Nach einer schweren Verletzung und sieben Monaten Pause trifft er am Samstag auf den alten Club.

Es war ein spontaner Besuch, der Hilal El Helwe am Ostermontag an seine alte Wirkungsstätte geführt hat. Zusammen mit dem ebenfalls im Sommer abgewanderten Yannick Osee, schaute er sich den 2:1-Erfolg der alten Kollegen gegen die Stuttgarter Kickers an. „Ich war mit meiner Frau erst in Stuttgart, habe nur die zweite Hälfte gesehen und habe dann tatsächlich mitgefiebert“, sagt El Helwe. Mit dem Daumendrücken für den SGV Freiberg dürfte es an diesem Samstag aber vorbei sein, denn dann trifft der Stürmer mit seinem neuen Club FC Homburg auf den aktuellen Tabellenführer der Fußball-Regionalliga Südwest.

 

Wechsel nach Homburg nicht bereut

Ob wohl es für die Freiberger viel besser läuft als für die Saarländer, hat er den Wechsel nicht bereut. „Ich stehe immer zu meinen Entscheidungen“, sagt der 31-Jährige, der in seiner Karriere bislang bei zehn verschiedenen Vereinen – in Meppen auch mit Deniz Undav – auf zwei Kontinenten gespielt und auch 50 Länderspiele für den Libanon gesammelt hat. Eine Art kleiner Weltenbummler. Für die Freiberger hatte er in der vergangenen Spielzeit zwölf Tore und sieben Assists beigesteuert. Keine Wunder, dass Roland Seitz, Cheftrainer und Sportlicher Leiter in Homburg erfolgreich um ihn geworben hat. „Mit seiner Erfahrung kann er nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz eine wichtige Rolle einnehmen“, sagte der frühere Freiberger Trainer nach der Verpflichtung.

Nach schwerer Verletzung ist der Stürmer zurück

Doch es kam ganz anders. Im Homburg ist der Mittelstürmer erst auf sieben Einsätze und zwei Tore gekommen. Das hat einen ernsten Hintergrund. In einem Testspiel im vergangenen Juni gegen den FC Augsburg II blieb er im Rasen hängen und verletzte sich schwer. Die Diagnose: Sprunggelenksfraktur mit Beteiligung der Bänder. „Das war eine Katastrophe. So eine schwere Verletzung hatte ich noch nie, ich war sieben Monate raus“, erzählt er. Seit Ende Februar ist er zurück, musste sich davor die Automatismen wieder erarbeiten, schauen „dass die Maschine Körper“ wieder anspringt und sich auch in die noch immer neue Mannschaft reinfinden. Das klappt immer besser.

Beim fulminanten 7:0 der Homburger beim TSV Schott Mainz am vergangenen Wochenende steuerte er seine ersten beiden Treffer der Saison bei. „Das tut gut, der Mannschaft helfen zu können“, sagt Halil el Helwe. Sein langer Ausfall war auch ein Grund, weshalb die hoch gehandelten Homburger in der Hinserie nicht richtig in Tritt gekommen sind.

Hilal el Helwe stimmt Lobeshymne auf Freibergs Coach Kushtrim Lushtaku an. Foto: Baumann

Die aktuell gute Form der Seitz-Truppe kommt zu spät. Da ist auch der Stürmer Realist. „Über den Aufstieg reden wir gar nicht mehr, das ist durch. Aber wir nehmen jetzt jedes Spiel wie ein Finale an“, sagt er. Über den Freiberger Trainer, zu dem er immer noch regelmäßigen Kontakt pflegt, redet Halil el Helwe um so lieber. „Kushtrim Lushtaku liefert hier eine überragende Arbeit ab mit seinem Team. Wie er eine fast komplett neue Mannschaft so hinbekommen hat, davor ziehe ich den Hut“, sagt der Ex-Freiberger.

FC Homburg als Meistermacher?

Doch dann erinnert er sich schnell an die Partie am Samstag und schiebt hinterher: „Aber trotzdem wollen wir das Spiel gewinnen“, sagt el Helwe. Vielleicht sind die Homburger ja am Ende auch eine Art Meistermacher: Kürzlich haben sie den stärksten Freiberger Rivalen um den Titel, Sonnenhof Großaspach, geschlagen. Und Roland Seitz hat beim Sieg im Hinspiel gezeigt, dass er auch den SGV-Code knacken kann.