Gal Grobelnik (rechts) und der SGV Freiberg werden ab der kommenden Saison nicht mehr im Wasenstadion spielen. Foto: Baumann/Julia Rahn

Lange war unklar, wo der Fußball-Regionalligist SGV Freiberg kommende Saison seine Spiele austragen wird. Jetzt ist eine Lösung gefunden – unabhängig davon, ob der Club aufsteigt.

Der Fußball-Regionalligist SGV Freiberg hat ein Stadion für die neue Saison gefunden. Wie der Verein am Dienstag mitgeteilt hat, wollen die Freiberger ihre Heimspiele ab der kommenden Saison im Frankenstadion in Heilbronn austragen. Und das unabhängig davon, ob der Aufstieg in die 3. Liga gelingt.

 

„Wir bedanken uns herzlich bei der Stadt Heilbronn für die vertrauensvollen Gespräche, das entgegengebrachte Vertrauen und freuen uns auf die zukünftige und langfristige Zusammenarbeit“, erklärt die Vereinsführung in der Mitteilung. Der Umzug stelle einen „wichtigen Meilenstein in der Entwicklung des Vereins dar“, heißt es dort weiter. Die neue Spielstätte biete „optimale Bedingungen für den Spielbetrieb und schafft eine attraktive Umgebung für Fans, Spieler und Partner“.

Wasenstadion erfüllt die Auflagen nicht

Bereits seit Längerem hat sich der SGV nach einem neuen Stadion umgesehen, weil das Freiberger Wasenstadion die Voraussetzungen für einen Aufstieg in die 3. Liga nicht erfüllt. Selbst in der Regionalliga spielte der SGV bislang nur mit einer Sondergenehmigung. Auch in Heilbronn müsste das Stadion im Fall eines Aufstiegs noch aufgerüstet werden.

Im Dezember war bekannt geworden, dass im Frankenstadion durch Sportfördermittel des Bundes eine Flutlichtanlage gebaut werden kann. In Freiberg hatte die Stadt den Bau einer Flutlichtanlage im vergangenen Herbst aus Kostengründen abgesagt.

Widerstand der Heilbronner Fans

Aus dem Umfeld der Heilbronner gibt es derweil Widerstand gegen die Kooperation der Vereine. So hat die Ultragruppe „Supporters 740 Heilbronn“ einen Protestbrief samt Online-Petition an die Stadt und den Gemeinderat versandt. Die Fans fordern unter anderem eine Kündigung des Mietvertrags fürs Frankenstadion und stattdessen ein „klares Bekenntnis der Stadt Heilbronn zum Heilbronner Fußball“.

Im Frankenstadion wird derzeit Sechstliga-Fußball gespielt, der VfR Heilbronn ist Tabellenletzter der Verbandsliga Württemberg. Rein sportlich gesehen ist der Umzug der Freiberger also ein Upgrade für die Stadt. Der SGV liegt nach 21 Spielen in der Regionalliga Südwest mit 41 Punkten auf dem ersten Tabellenplatz, der zum Aufstieg in die 3. Liga berechtigen würde. So hat der Verein gute Chancen in der kommenden Saison tatsächlich im Profifußball mitzuspielen – nur eben nicht daheim in Freiberg.