Sandhausens Yannick Osée freut sich auf das Duell gegen seinen alten Club SGV Freiberg, auch wenn er wegen einer Verletzung nur als Zuschauer dabei ist.
Yannick Osée hat noch regelmäßigen Kontakt mit den alten Kumpels und auch mit seinem Ex-Trainer. Doch in dieser Woche gab es noch keinen Austausch mit der Vergangenheit. Dabei gäbe es sicherlich viel Gesprächsstoff zwischen dem Innenverteidiger und seiner ehemaligen Truppe, denn an diesem Samstag (14 Uhr) steigt in der Regionalliga Südwest das Duell zwischen dem SV Sandhausen und dem SGV Freiberg.
Die starke Offensivabteilung der Freiberger muss sich aber nicht fürchten vor ihrem einstigen Abwehrrecken. Der 28-Jährige wird Marius Köhl & Co. nicht stören können bei deren Läufen, Schüssen oder Dribblings, denn Yannick Osée ist seit der Begegnung vor zwei Wochen gegen Bayern Alzenau verletzt. Diagnose: Riss des vorderen Syndesmosebandes.
Auch wenn es sportlich noch nicht so läuft bereut Osée den Wechsel nicht
Das hält ihn am Samstag aber nicht davon ab, den Auftritt seiner ehemaligen Mitstreiter im Stadion am Hardtwald wenigstens als Zuschauer zu verfolgen. Diese ungeliebte Rolle wird er noch länger ausfüllen müssen und geht nicht davon aus, dass er in diesem Jahr noch einmal auflaufen wird. „Ich riskiere nichts und heile das Ganze gut aus“, sagt der Defensivspezialist.
Risikofreudiger war er da schon im Sommer, als er sich dem Drittliga-Absteiger SV Sandhausen angeschlossen hat, um dort die Dinge in der Abwehr zu regeln. „Ich habe mir da sportlich ein bessere Perspektive versprochen, nachdem der SGV zwei Mal auf die Beantragung einer Lizenz für die 3. Liga verzichtet hat“, sagt Osée, der für den SV Meppen schon 67 Spiele in Liga drei absolviert hat.
Der 1,93 Meter große Profi hat hoch gepokert. Noch hat sich der Einsatz nicht gelohnt, denn Freiberg steht mit 31 Zählern an der Spitze und will erstmals die Lizenz anfordern – Sandhausen liegt elf Plätze dahinter mit erst 21 Punkten. Da steht natürlich die Frage im Raum, ob er seinen Wechsel schon bereut hat. „Bereut nicht, aber ich habe mir natürlich mehr versprochen. Wir haben alle noch nicht das Maximum erreicht“, sagt Osée. In Freiberg war er mit seiner Dynamik und seinem Tempo unangefochtene Stammkraft – in Sandhausen stand er vor seiner Verletzung auch auf oft auf dem Platz, kam aber auch von der Bank. „Ich fühle mich dennoch sehr wohl hier, wohne in der Nähe des Stadions“, erzählt er. Und nach acht Punkten aus den vergangenen fünf Begegnungen scheint sich auch das Team langsam zu finden. Sandhausen und Freiberg gingen unter ähnlichen Voraussetzungen in die Runde: In Freiberg verblieben nur vier Spieler aus der vergangenen Runde, beim Absteiger nur der Ersatztorwart. Der SGV hat die Runderneuerung deutlich besser hinbekommen. „Man hat sich gute Jungs dazu geholt, die super zusammenpassen und Trainer Lushtaku hat dann eine optimale Vorbereitung hingelegt“, sagt Yannik Osée. Sein Ex-Klub hat die stärkste Abwehr der Liga, ist im Aufbau variabel und erzeugt permanent Torgefahr.
Bei seinem Klub hingegen dauerte es länger, bis sich das Gefüge gefunden und das komplexe Spielsystem verstanden hat. Jetzt sind die Badener auf einem guten Weg, haben mit Coach Olaf Janßen einen Trainer, der viel Wert auf Details legt, eine klare Spielidee verfolgt und intensiv an der Fitness seiner Spieler gearbeitet hat. „Wir suchen nach spielerischen Lösungen, und der Coach setzt auf eine Vollgas-Mentalität“, verrät Osée und ist froh, dass man erst jetzt auf den SGV Freiberg trifft, der trotz Tabellenführung seit sechs Spielen nicht mehr gewonnen haben. „Nach unseren guten Spielen zuletzt gehen wir da mit breiter Brust rein“, sagt er.
Zwei Dinge passen derzeit in Sandhausen sogar besser als in Freiberg: Mit rund 2000 Zuschauern unterstützen deutlich mehr Fans den Klub bei den Heimspielen und auch der Rasen ist top. Auf das ansprechende Geläuf freut sich auch Freibergs Trainer Kushtrim Lushtaku. Und natürlich auf das Treffen mit Yannick Osée, der seinem alten Coach nicht gefährlich werden kann.