Der Fußball-Oberligist SV Fellbach unterliegt beim FC Nöttingen mit 2:7. Auf den Trainer-Frust folgt der Trainer-Mutmacher.
Autsch, das saß! Die Oberliga-Fußballer des SV Fellbach sind zum Rückrundenstart am Freitagabend beim FC Nöttingen mit 2:7 (1:3) unter die Räder gekommen und belegen als Tabellen-14. weiterhin einen Platz in der Abstiegszone. Fellbachs Trainer Tomislav Zoric musste zugeben: „Ich wusste zwar, dass Nöttingen aktuell einen Lauf hat. Mit solch einer gewaltigen Abfuhr habe ich aber nicht gerechnet.“ Wobei es nach der Partie ein Zeichen gab, das dem Übungsleiter Hoffnung für die kommenden Aufgaben macht. Bis zur Winterpause sind dies noch am nächsten Freitag das Heimspiel (19 Uhr) gegen den 1. FC Normannia Gmünd und dann die Partie in Essingen.
Es sind zuletzt immer wiederkehrende Themen, die Zoric bei seinem Team erkannt hat und die für das punktemäßige Leerlaufen verantwortlich sind. Thema Nummer eins: die eigene Chancenverwertung. Zwar haben die Fellbacher die ersten 20 Minuten im badischen Nöttingen komplett verschlafen, kamen stets einen Schritt zu spät und lagen durch Tore von Felix Waldraff (2. Minute) und Florian Krajinovic (10.) mit 0:2 hinten. Doch dann fanden die Gäste allmählich ins Spiel und waren schließlich völlig in diesem angekommen, als Benjamin Causevic per Kopf nach einem von Patrick Fossi getretenen Eckball der Anschlusstreffer gelang (21.). „Im Folgenden haben sich uns gegen überraschte Gastgeber zwei 1000-prozentige Chancen zum Ausgleich geboten, die wir – wie in der jüngsten Vergangenheit häufig – nicht genutzt haben“, bedauert Zoric. So scheiterte der zuvor noch treffsichere Causevic im Eins-gegen-Eins am Schlussmann Thilo Marksteiner. Und Fellbachs Kapitän Matteo Binner köpfte freistehend aus fünf Metern über das Gehäuse.
Anstatt 2:2 stand es wenig später 3:1 für die Heimelf – diese ließ sich vor dem Gehäuse in Person von David Stojak nicht zweimal bitten und bestrafte eine weitere Fellbacher Unachtsamkeit. Dennoch: Zoric hatte zur Pause das Gefühl, „hier geht noch was“. Doch dann folgte Thema Nummer zwei: „Viel in der Kabine vorgenommen, ein Nackenschlag und dann die Neigung, wegzubrechen“, beschreibt es der Trainer. Er habe gedacht, sein junges Team sei schon ein Stück weiter, dass so ein Zusammenfall nicht mehr passiere. Auf das aktuelle Spiel bezogen bedeutete das: drei Gegentreffer zwischen der 50. und 59. Minute und der Nöttinger Dreier war eingetütet. Die Tore besorgten Dennis Klemm, Jimmy Marton und Doppelpacker Stojak mit Saisontor Nummer 13. Ernesto De Santos und Fellbachs Alper Arslan mit seinem ersten Saisontreffer komplettierten das Endergebnis.
Bleibt nach dem Frusterlebnis noch der eingangs erwähnte Hoffnungsschimmer. Unmittelbar nach dem Abpfiff verschwand der Fellbacher Mannschaftsrat – bestehend aus Matteo Binner, Patrick Fossi, Jamie Miller, Ibrahim Njie, Yannick Egle und Bleart Dautaj – in der Kabine und setzte sich kritisch mit der Partie auseinander. Das Ergebnis? Er wisse es zwar auch nicht, sagt Trainer Zoric, aber er begrüße es, wenn das Gremium Verantwortung übernimmt. „Das macht mir Mut, die Ergebnisse beziehungsweise den Inhalt werden sie wohl in der kommenden Trainingswoche der Mannschaft mitteilen.“
SV Fellbach: Berisha – D’Aleo (27. Weiß), Binner, Campanile, Strahl – Egle, Kohler – Sanyang (73. Arslan), Fossi (62. Moreno), Malonga (46. Dautaj) – Causevic (87. Gutzeit).