Patrick Fossi zieht ab und trifft – da war die fußballerische Welt für den SV Fellbach noch in Ordnung. Foto: /Günter Schmid

Die Hoffnung der Fußballer des SV Fellbach, durch einen Sieg im Heimspiel gegen den FSV Hollenbach zu den Nichtabstiegsplätzen aufzuschließen, zerschlagen sich durch ein Gegentor in der Nachspielzeit.

Es war ein weiterer bitterer Moment für die Fußballer und Verantwortlichen des SV Fellbach. In der ersten Minute der Nachspielzeit erzielte Marco Specht nach einem zu kurz abgewehrten Eckball aus rund 14 Metern den 2:1-Siegtreffer für die Gäste vom FSV Hollenbach. Wie gesagt, bitter für das Kellerkind aus Fellbach, aber letztlich verdient, hatte das Team aus dem Hohenlohischen am Samstag doch über die 90 Minuten mehr Spielanteile und auch mehr klare Chancen zu verzeichnen.

 

Wobei die Einschätzung von Hollenbachs Coach Reinhard Schenker nach der Partie doch etwas vereinsgefärbt ausfiel. „Wir hatten jederzeit alles im Griff und haben nur zwei Chancen der Fellbacher durch eigenes Verschulden zugelassen“, sagte er. Freilich, bereits nach zehn Minuten hätte die Partie deutlich in Richtung der Gäste gehen können. Drei Hochkaräter versemmelten sie, unter anderem köpfte der Stürmer Hannes Scherer das Spielgerät gegen die Latte. Den Fellbachern war nach drei Niederlagen in Serie – zuletzt 0:6 in Aalen – die Verunsicherung deutlich anzusehen. Vor allem im Spiel nach vorne bedeutete Mut ein Fremdwort, viele Offensivaktionen endeten mit Abdrehen der Spieler und Sicherheitspässen entweder quer oder nach hinten.

Doch ausgerechnet in der Phase nach der Pause, in der die Fellbacher dann couragierter waren, zielstrebiger in die Spitze spielten und die Gäste mehr mit Defensivarbeit als mit gekonnten Offensivaktionen beschäftigt waren, da kassierten sie den Ausgleich. Nach einem weiten Einwurf von der linken Seite flipperte der Ball durch die Reihen und landete beim späteren Siegtorschützen Specht, der per Drehschuss aus zwölf Metern unhaltbar zum 1:1 (55.) traf. Ein Wirkungstreffer, auch für Fellbachs Trainer Tomislav Zoric: „Dieses Tor hat mit uns was gemacht. Schleichend wurden wir immer unsicherer und haben immer mehr die Struktur verloren.“ Nicht ohne Grund kehrte besagte Verunsicherung zurück, schließlich wussten die Seinen doch um die Bedeutung der Partie. „Vielleicht war das unsere finale Möglichkeit, um noch zu den Nichtabstiegsplätzen aufschließen zu können“, so Zoric. Letztlich sei der Erfolg der Gäste, die mehr Energie ins Spiel gebracht hätten, nicht unverdient gewesen, aber aufgrund des späten Treffers „einmal mehr unnötig für uns“.

Nach dem vergebenen Hochkaräter-Dreierpack in der Anfangsphase beruhigte sich das Spielgeschehen, die Gäste waren nicht mehr so zwingend, und die Gastgeber gestalteten das Geschehen recht ausgeglichen – inklusive einer vergebenen Großchance von Patrick Fossi. Besser machte jener es nach 39 Minuten. Nach Abschlag seines Schlussmanns Bleron Berisha nahm er den Ball an und drosch ihn aus 23 Metern zur Platzherren-Führung in die Maschen.

Freilich, an der tabellarischen Situation hat sich für die Fellbacher trotz der Niederlage nichts verändert. Auf den zwölften Tabellenplatz, der im schlechtesten Fall zur Rettung nötig sein wird, hat das Team vom Max-Graser-Stadion weiterhin sechs Punkte Rückstand. Jedoch stehen nur noch sechs Spiele aus. Zudem: Die folgenden zwei Gegner haben es in sich. An diesem Freitag geht es zum Zweiten TSG Balingen, eine Woche später empfängt die Zoric-Truppe den Dominator der Liga, die SG Sonnenhof Großaspach. Bitter verliefen in der Hinrunde auch diese beiden Begegnungen – 0:7 und 0:6.

SV Fellbach: Berisha – Campanile, Weiß (86. Terpsiadis), Leon Bauer – Binner, Egle – Leuze (77. Flohr), Miller (69. Causevic), Hohloch, Fossi (77. Durmus/88. Sanyang) – Dautaj.