Beim designierten Absteiger ist rund um die 0:3-Niederlage in Ravensburg der nächste Abgang fix. Derweil verfestigt sich eine Erkenntnis des Trainers Francesco Di Frisco.
Die gute Nachricht: Nun sind es nur noch sechs. Oder sollte man eher sagen: oh weh, immer noch so viele? Sechs Spiele jedenfalls, die die Fußballer von Calcio Leinfelden-Echterdingen auf ihrer Lehrgeld-Bezahl- und zugleich Abschiedstour in der Oberliga noch durchhalten müssen. Einstweilen war das 0:3 am Karsamstag beim FV Ravensburg die siebte Niederlage in Serie, verbunden mit einer sich immer weiter verfestigenden Erkenntnis: „Nicht bös gemeint gegenüber der Mannschaft, aber in den entscheidenden Momenten fehlt es einfach an der nötigen Qualität für diese Spielklasse“, sagt der Trainer Francesco Di Frisco, während hinter den Kulissen der nächste namhafte Abgang feststeht.
Bereits fix gewesen war wie berichtet, dass der Torhüter Maximilian Otto im Sommer zum Noch-Staffelrivalen VfR Aalen wechseln wird. Nun ist klar, dass auch der Kapitän Charalampos Parharidis geht. Den 28-Jährigen zieht es zum Gegner der vorangegangenen Woche, der TSG Backnang, wo er auf alte Weggefährten treffen wird. Coach beim Tabellenachten ist Mario Marinic, unter dessen Ägide Parharidis schon zu seiner Fellbacher Zeit spielte.
Mit der Ausstiegsentscheidung des Routiniers erklärt sich, warum ihm aktuell zunächst nur ein Bankplatz blieb. „Wir wollten mehr den Spielern eine Einsatzmöglichkeit geben, die wahrscheinlich bleiben“, erläutert Di Frisco. Freilich, nach nur 19 Spielminuten war seine Auswahl im zentralen Mittelfeld hinfällig. Der Youngster Philipp Seemann erlitt eine Hüftprellung, als er beim Abwehrversuch gegen den Pfosten prallte, und musste frühzeitig vom Platz.
Diese Begebenheit passte zu einem weiteren enttäuschenden Echterdinger Fußballnachmittag. Die Hoffnungen, im 14. Anlauf endlich den ersten Auswärtssieg der Saison zu schaffen, bröckelten ebenfalls schon in der Anfangsphase der Partie. Ein Toredoppelschlag der selbst noch abstiegsgefährdeten Gastgeber brachte Di Friscos Elf vorentscheidend ins Hintertreffen. Erst verwandelte Daniele Gabriele einen Freistoß sehenswert direkt (11.). Dann geriet eine eigene Ecke zum Bumerang. Ballverlust, schneller Konter, nächstes Gegentor, in diesem Fall durch Philipp Kirsamer (17.), Und nach der Pause beseitigte erneut Gabriele mit seinem zweiten Treffer auch die letzten Zweifel am Ravensburger Erfolg (59.).
„Das ist dann halt der Unterschied“, konstatiert Di Frisco, „die kommen dreimal vors Tor, und jedes Mal klingelt es. Wir dagegen bräuchten zehn Chancen für einen Treffer, die du in der Oberliga aber nicht kriegst.“ Die beiden besten zum zwischenzeitlichen Anschluss vergab Luan Kukic gegen seinen Ex-Verein. Kurz vor der Pause übersah der Angreifer, der zum Beginn dieser Saison ein Kurzgastspiel im Ravensburger Trikot gegeben hatte, den besser postierten Tasos Leonidis. Stattdessen schoss er selbst, und der Kontrahent kratzte den Ball noch von der Torlinie.
Zur Beendigung der schwarzen Serie auf gegnerischen Plätzen bleiben nun noch drei Gelegenheiten. Wie gesagt: insgesamt noch sechs Spiele, drei davon auswärts, in Villingen, Fellbach und Hollenbach. Unabhängig von deren Ergebnis lässt sich dabei eines jetzt schon sagen: Am 31. Mai, dem letzten Spieltag, werden in Calcio-Reihen mittlerweile alle froh sein, wenn es vorüber ist.
Calcio-„Spieler des Spiels“
Adin Kajan. Der 25-Jährige erhielt gegen seinen Ex-Verein die Bewährungschance – und er nutzte sie. Erst zum zweiten Mal seit seiner Januar-Rückkehr in der Calcio-Startelf überzeugte Kajan als guter Ballverteiler und mit entschlossenem Einsatz im Spiel gegen den Ball. (Nominierungen: 1).
FV Ravensburg: Castellucci – Zwischenbrugger, Geiselhart, Altmann – Zimmermann (76. Boneberger), Jeggle, Wistuba (41. Galinec), Fippl – Gabriele (76. Lauenroth), Schäch (89. Demir) – Kirsamer (53. Bleise).
Calcio Leinfelden-Echterdingen: Otto – Peric (46. Kuchler), Spahiu (77. Unger), Körtge Corral (67. Micko), Zweigle – Kajan, Seemann (19. Parharidis) – Kukic, Daler, Leonidis (67. Cardinale) – Djermanovic.