Steht künftig an der Wimsheimer Seitenlinie: der Ex-Heimsheimer Uli Huber. Foto: Gorr/Archiv

Der TSV Wimsheim schippert nach den Turbulenzen von 2010 wieder in ruhigerem Fahrwasser.

Wimsheim - Einfach sei es nicht gewesen, das erste Jahr nach der turbulenten Hauptversammlung im Mai 2010. Der Vorsitzende des TSV Wimsheim, Hubert Armbruster, sieht aber auch die positiven Seiten: „Wir haben es geschafft, dank der Hilfe von Mitgliedern und Sponsoren, zumindest die Vereinsarbeit auf Kurs zu halten.“ Was den sportlichen Bereich angeht, gelang das weniger gut: Die erste Mannschaft des TSV stieg als Letzter aus der Kreisliga Pforzheim ab und spielt seitdem in der Kreisklasse A 1.

Ein kurzer Rückblick: vor zwei Jahren nahm bei der Mitgliederversammlung die damalige Vorstandschaft ihren Hut. Der Grund: die ungleiche, für viele wenig nachvollziehbare Verteilung des erwirtschafteten Geldes auf die verschiedenen Abteilungen. Daraufhin kam es zur Kampfabstimmung, aus der Armbruster als Sieger hervorging. Gegen ihn angetreten war der bisherige Leiter der Fußballabteilung und Kassier in Personalunion, Bernhard Jentner. Der legte sein Amt daraufhin nieder – erhob nach seinem Rückzug aus dem Verein allerdings finanzielle Forderungen im mittleren fünfstelligen Bereich. Schlussendlich wurde bei einer außerordentlichen Versammlung im Oktober 2010 die Aufnahme eines Darlehens beschlossen, mit dessen Hilfe Forderungen, auch die seitens des Finanzamtes, an den Club beglichen werden sollen – und welches der TSV in den kommenden Jahren zurückzahlt. Ob darin auch der Betrag enthalten ist, auf den Jentner besteht, ist nicht sicher. „Ich sage dazu nichts, da es sich noch um ein schwebendes Verfahren handelt“, so Armbruster.

Nun, gut 24 Monate nach dem, was von vielen als großer Knall wahrgenommen wurde, ist der Verein um Kontinuität bemüht. „Die Abstimmung damals hat eine Richtung ergeben, die wir einhalten möchten“, sagt Armbruster. Und das heißt: nicht mehr Geld ausgeben, als eingenommen wird. Auch nicht für die Fußballabteilung. „Wir sind zwar abgestiegen“, so der Vorsitzende, „aber jetzt wollen wir uns etablieren und vielleicht irgendwann wieder an die Tür zur Kreisliga klopfen.“

Und das soll vor allem mit Eigengewächsen und alteingesessenen Spielern funktionieren. Diesen Kurs verfolgt der TSV seit 2010 – notgedrungen. In der Sommerpause nach jener Versammlung verließen knapp 20 Spieler samt Trainer Marco Russo den Verein. Mit der Entwicklung kann Hubert Armbruster leben. „Was heißt schon zufrieden sein?“, fragt er, „wir sind sicher nicht auf Rosen gebettet, befinden uns aber auf einem recht guten Weg.“

„Zunächst einmal“, konkretisiert Michael Bayer, Bernhard Jentners Nachfolger als Fußballabteilungsleiter, „wollen wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben.“ Ein neuer Coach ist auch gefunden. Uli Huber, Mitte März beim Bezirksliga-Absteiger TSV Heimsheim zurückgetreten, folgt auf den bisherigen Übungsleiter Franz Mergl. Außerdem feilen die Verantwortlichen noch an der Kaderplanung, die für die kommende Spielzeit so gut wie abgeschlossen sei. Mit Ugur Kocaoglu (vom FV Knittlingen) und Matthias Sonnek (von der SK Hagenschieß) kommen zwei Stürmer. „Lukas Ehrenfeuchter und Florian Armbruster spielen beide auf den Außenbahnen“, so Bayer, „im Zentrum hat noch jemand gefehlt.“ Außerdem kehrt der Mittelfeldakteur Daniel Hettich vom TSV Heimsheim zurück. „Aus der A-Jugend werden auch noch drei bis vier Spieler dazu stoßen“, kündigt der Abteilungsleiter an. Bei ein bis zwei weiteren Spielern überlege man noch. Abgänge gebe es keine. Alles in allem sei man für die kommende Saison in der Kreisklasse gut aufgestellt.

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