Die Oeffingerin Nadine Schöneck (links) und die Fellbacherin Laura Müller freuen sich auf die erste gemeinsame Saison. Foto: Eva Herschmann

Das frisch formierte Frauenteam aus Fellbacherinnen und Oeffingerinnen startet in die Kreisliga-Saison.

Oeffingen - Nadine Schöneck hat eifrig Gebrauch von Stift und Block gemacht. Die Mannschaftsverantwortliche der Fußballerinnen des TV Oeffingen war am Sonntag im Auftrag von Trainer Andreas Schön nach Hegnach gekommen. Sie sollte bei der Partie SV Hegnach II gegen TSG Backnang in der ersten Runde des Bezirkspokals spionieren. Der SV Hegnach II ist der Gegner der neu formierten Oeffingerinnen am Sonntag zum Auftakt in die neue Saison der Kreisliga Rems/Murr-Stuttgart, in der auch die Frauen der TSG Backnang am Ball sind. Anpfiff auf dem Kunstrasenplatz am Hartweg ist um 11 Uhr.

In der vergangenen Saison waren die Oeffinger Fußballerinnen Letzte in der untersten Spielklasse. In die neue Runde gehen sie unter anderen Voraussetzungen und mit vielen Verstärkungen. In der Sommerpause haben sich 14 Fellbacher Fußballerinnen den zwölf Frauen vom TV Oeffingen angeschlossen, die zuletzt in der Bezirksliga gespielt hatten und mit einem Rumpfteam Drittletzte geworden waren. Dieser Platz zieht eigentlich die Relegation nach sich. Doch die Fellbacherinnen, die während der Saison nicht nur einige Spielerinnen, sondern auch ihren Trainer Francesco Santoro verloren (wir berichteten), sind erst gar nicht angetreten. Sie wussten, dass es in der folgenden Saison kein SVF-Frauenteam mehr geben würde, und die verbliebenen Spielerinnen fast geschlossen zum TV Oeffingen wechseln. Auch Laura Müller, die Fellbacher Spielführerin, gehört zu den Überläuferinnen. „Eigentlich wollten wir ja eine Spielgemeinschaft machen, aber wir haben die Frist zur Meldung verschlafen, also starten wir jetzt erst einmal als TV Oeffingen.“

„Wenn es nach den Frauen und mir geht, spielen wir um den Aufstieg mit.“

29 Frauen – dank einiger Zugänge – stehen im Kader des Kreisligisten, der so schnell wie möglich aufsteigen will. Der Zusammenschluss hat die Bedingungen verbessert – und die Erwartungen erhöht. Der Trainer indes ist der gleiche geblieben. Andreas Schön hatte im Februar die Oeffinger Frauen übernommen, als der damalige Trainer Tobias Umlauf krankheitshalber ausgefallen war. Als der dann sogar sein Amt niederlegte, trainierte Andreas Schön die Frauen bis zum Saisonende. Obwohl die Oeffingerinnen mit nur einem Sieg in die Sommerpause gingen, hat ihm die Einstellung der Fußballerinnen imponiert. „Meine Spielerfrauen haben nie den Kopf hängen lassen und die Saison erhobenen Hauptes zu Ende gespielt.“ Vielleicht auch deshalb hat er zugesagt, weiterzumachen. „Der Andy war unser Wunschkandidat, und wir sind froh, dass er seit Anfang der Saison nun ganz offiziell unser Trainer ist“, sagt Nadine Schöneck. Andreas Schön will nun die vergangene Saison schnell vergessen machen. „Wenn es nach den Frauen und mir geht, spielen wir um den Aufstieg mit, was ein hartes Stück Arbeit für uns wird, aber wir nehmen die Herausforderung an.“

Tabea Bauer, die vom SVF kam, ist die Kapitänin. Ihre Stellvertreterin ist die Hegnacherin Jasmin Schöneck, die wie ihre Schwester Nadine seit zwei Jahren in Oeffingen spielt. „Auch der Spielerrat ist paritätisch aufgeteilt, da sind zwei Oeffingerinnen und zwei Fellbacherinnen drin“, sagt Nadine Schöneck. Dass es für das neu aufgestellte Frauenteam ganz unten losgeht, sei in Ordnung, sagt Laura Müller. „Wir müssen uns ja auch erst einmal aneinander gewöhnen.“ Der SV Hegnach, dessen erstes Frauenteam mittlerweile in der Oberliga spielt, hat auch mal so angefangen, sagt Nadine Schöneck, die mit 35 Jahren die älteste Spielerin ist und viel Erfahrung mitbringt.

Mit erfolgreichem Fußball dem weiblichen Nachwuchs auf die Sprünge helfen

„Wenn wir gut und erfolgreich spielen, können wir vielleicht auch dem weiblichen Nachwuchs auf die Sprünge helfen“, sagt die 20-jährige Laura Müller. Denn nur wenn der Unterbau stimme, sei es möglich, in höheren Ligen mitzuspielen. „Unser Ziel ist es, qualitativ hochwertigen Fußball zu spielen. Wenn wir die entsprechenden Strukturen und eine Perspektive haben, kann ich mir vorstellen, dass unsere Kooperation erfolgreich wird.“

Die guten Rahmenbedingungen – mit Trainer Schön, Co-Trainerin Kerstin Dvorak und Torwarttrainer Manfred Becker – und die Unterstützung des Vereins sind vorhanden. In der Abteilungsspitze sind die neuen Frauen mit offenen Armen aufgenommen worden. Michael Bren, der Abteilungsleiter, ließ es sich nicht nehmen, das erste Training zu besuchen. „Er freut sich, dass es beim TVOe weiterhin Frauenfußball gibt“, sagt Nadine Schöneck. Schließlich sei die Zusammenarbeit nicht nur für eine Saison gedacht.

Die Partie zwischen SV Hegnach II und der TSG Backnang, bei der Nadine Schöneck als Spionin vor Ort war, endete übrigens 6:2 (4:1) für die Gastgeberinnen. „Ich habe eifrig mitgeschrieben“, sagt die Mannschaftsverantwortliche. Was die TVOe-Frauen daraus machen, wird sich im ersten Spiel am Sonntag zeigen.

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