FCE-Stürmer Louis Majhen läuft in den Strafraum und versucht, einen Mitspieler zu finden. Foto: Michael Treutner

Verbandsligist FC Esslingen gewinnt das dritte Spiel in Serie und startet das große Rechnen. Die Berkheimer würden gerne die Hin- in Rückrunde umbenennen.

Die Saison geht in die heiße Phase – und die Fußball-Teams dürfen sich keine Schwächephasen mehr leisten. Umso wichtiger ist es, die Gunst der Stunde zu nutzen und voll da zu sein. In der Bezirksliga macht es derzeit der TSV Berkheim vor, der sich vom Sorgenkind zum Punktesammler entwickelt hat. Seit sechs Spielen sind die Berkheimer ungeschlagen, stehen nun mit 25 Punkten auf dem Abstiegsrelegationsplatz 13 und haben nur noch einen Zähler Rückstand auf das rettende Ufer. „Wir sollten einen Antrag stellen, dass die Hin- in Rückrunde umbenannt wird, denn da läuft es bei uns immer besser“, scherzte TSV-Abteilungsleiter Uwe Willinger. Andersherum sieht es beim FV Plochingen aus, der aus den vergangenen acht Partien lediglich einen Punkt holte und mit 18 Zählern dick in der roten Zone steckt.

 

Das große Rechnen beim FCE

Den dritten Sieg in Serie feierte der Verbandsligist FC Esslingen, der den Vierten Sf Dorfmerkingen mit 1:0 bezwang und einen weiteren kleinen Schritt im Kampf gegen den Abstieg machte. Doch auch die Konkurrenz im unteren Tabellenfeld punktete, weshalb es im Keller weiter eng und spannend bleibt. FCE-Coach Dominik Eitel nahm sich jedenfalls einmal einen Abend lang Zeit, um sämtliche Abstiegszenarien durchzuspielen. Das Worst-Case-Szenario wären sieben Absteiger – wenn vier württembergische Teams aus der Oberliga den Gang nach unten antreten müssten. Im besten Fall könnte dagegen sogar Platz zwölf für den Klassenverbleib reichen. Dafür müssten allerdings einige Faktoren zusammenkommen. Das große Rechnen hat also begonnen, Eitel bleibt aber besonnen: „Wir wären blöd, wenn wir davon keine Ahnung hätten und nur auf uns schauen würden.“

Verbandsliga

Sportlich läuft es bei den Kickern des FC Esslingen, die auch beim 1:0-Heimsieg gegen den Vierten Sf Dorfmerkingen bewiesen, dass sie hinten stabiler und nach vorne gefährlicher geworden sind. Das einzige Manko war die Chancen- sowie die Konterverwertung. Denn hintenraus hätte sich die knappe Führung rächen können. Nichtsdestotrotz sprach Eitel „von einer überragenden Teamleistung“. So kann es für die Esslinger weitergehen.

Landesliga

Wer am Sonntagabend einen Blick auf die Tabelle der Landesliga geworfen hat, musste sich wahrscheinlich erst einmal die Augen reiben. Der TSV Köngen verlor mit 3:6 beim Vierten TSV Ehningen und rutschte von der Spitzenposition auf Rang drei ab. Der kleine Absturz der Köngener kündigte sich aber nicht erst zuletzt an, denn aus den vergangenen fünf Partien holte der TSV lediglich vier Punkte – in der engen Liga zu wenig, um die Konkurrenz auf Abstand zu halten. Die Köngener werden es wohl mit Fassung hinnehmen und wieder in die Erfolgsspur finden wollen. Das Wort Abstiegskampf schwirrt auch immer noch in den Köpfen der Kicker des FV Neuhausen herum, die zu Hause dem Aufsteiger 1. FC Eislingen mit 1:4 unterlagen und nun nur noch vier Punkte Abstand auf den Relegationsplatz haben.

Bezirksliga

„Es war ein hitziges Spiel und man hat beiden Teams angemerkt, dass es um viel geht“, sagte Abteilungsleiter Willinger zum 3:1-Heimsieg seines TSV Berkheim gegen den Vorletzten TSV Jesingen. „Die Jesinger haben selbst in Unterzahl noch alles reingehauen und uns war anzumerken, dass uns das Pokalspiel noch in den Knochen steckte. Wir haben bis zum Schluss dagegengehalten und verdient gewonnen“, ergänzte Willinger. Die Berkheimer erarbeiten sich so vorerst ein kleines Polster von sechs Punkten auf den Drittletzten FV Plochingen, der beim Zehnten Türkspor Nürtingen mit 1:3 verlor.

Indes liegt den Fußballern des Achten TSV Denkendorf die 0:2-Niederlage gegen den TSV Oberboihingen laut dem spielenden Co-Trainer Georgios Natsis noch schwer im Magen: „Es war ein Spiel auf einem niedrigen Niveau. Wir hatten ein paar gute Chancen, aber nachdem wir aufgrund der gelb-roten Karte in Unterzahl waren, haben wir fast nur noch verteidigt und wollten den Punkt mitnehmen. Das hat nicht geklappt, am Ende stehen wir mit null Zählern da und sind wieder im Abstiegskampf angekommen.“ Das Duell der beiden besten Aufsteiger zwischen dem Vierten TSV RSK Esslingen und dem Sechsten TSV Weilheim entschieden die Esslinger mit 4:1 für sich. „Den Jungs war die Spielfreude anzusehen und die Angriffe wurden konsequent zu Ende gespielt“, erzählte Spielleiter Thomas Schuler.

Kreisliga A

„Auch ein Tabellenführer kann mal verlieren. Der Gegner hat clever gegen uns gespielt und wir waren einfach zu harmlos sowie ideenlos“, resümierte Spielleiter Thomas Stiehl die 0:3-Pleite seines TSV Deizisau beim Dritten TV Unterboihingen und ergänzte: „So haben wir die Liga spannend gehalten.“ Die Deizisauer (44 Punkte) haben aber schon am Dienstagabend um 19.30 Uhr im Top-Spiel beim Zweiten TSV Wernau (42 Zähler) die nächste Chance, den Vorsprung an der Spitze auszubauen. „Da müssen wir ein anderes Gesicht zeigen“, betonte Stiehl.

Die Wernauer erlebten beim 5:4-Sieg gegen den Zwölften TB Ruit laut dem spielenden Coach Martin Notz ein „wildes Spiel, welches nicht unser bestes war, denn wir waren defensiv nicht ganz so stabil. Aber wir haben zum Schluss Moral bewiesen und am Ende glücklich, aber nicht unverdient gewonnen“. Zum Leidwesen von TBR-Coach Pascal Rückle, der mit der Schlussphase haderte: „Ein frustrierender Spielverlauf, der auch einen Tag danach noch weh tut. Wir führen bis zur 86. Minute mit 4:2 und verlieren dann noch 4:5 – und ich kann meinem Team nicht mal einen Vorwurf machen. Die Leistung hat gestimmt, aber die Punkte fehlen eben.“ Überrascht waren sie indes beim TV Nellingen nach dem 3:1-Sieg gegen den Drittletzten FV Neuhausen II, dass sie auf einmal wieder oben dran sind. „Es war top, wir haben die 40-Punkte-Marke geknackt, weil wir eiskalt waren“, sagte TVN-Spieler Felix Gentner.

Und was macht der einst um den Aufstieg mitspielende VfB Reichenbach? Der verlor beim Vierten TSG Esslingen mit 3:4, kassierte die vierte Niederlage in Folge und steht mit 33 Punkten auf Rang acht. „Bis zur Pause war es eine ausgeglichene Partie, bis zur 70. Minute hatten wir alles im Griff und führten mit 3:1, dann wurde es wild – und hintenraus stand unsere Abwehr, sodass wir einen wichtigen Sieg einfuhren. Es wird wieder kuschelig in den oberen Tabellenregionen“, sagt TSG-Pressewart Dominic Hornisch.

Erleichterung herrscht derweil beim Neunten SC Altbach, der das Kellerduell gegen den Vorletzten SG Eintracht Sirnau mit 1:0 gewann und sich mit nun 33 Punkten – sieben Punkte Abstand auf den Relegationsplatz 14 – im Kampf gegen den Abstieg Luft verschaffte. „Es war ein offener Schlagabtausch, aber wir haben uns dann für den Aufwand, den wir betrieben haben, belohnt“, sagte SCA-Abteilungsleiter Robin Prokein.

Kreisliga B

In der Staffel 1 siegte Spitzenreiter TSVW Esslingen mit 11:0 gegen die SGM Mettingen/Westcity United Esslingen FC und machte mit nun sechs Punkten Vorsprung auf den Zweiten TSV Baltmannsweiler (45 Punkte) – war spielfrei – einen großen Schritt in Richtung Kreisliga A. Im Kampf um den Relegationsplatz dahinter ist aber noch Spannung drin: Der GFV Odyssia Esslingen gewann mit 4:3 bei der TSG Esslingen II und kletterte mit 44 Zählern auf Rang drei. Vierter ist der TSV Deizisau II, der laut Deizisaus Spielleiter Stiehl „standesgemäß mit 3:0 beim TSV Berkheim II gewann und wir hoffen, dass die Konkurrenz patzt“. Einen Dämpfer kassierte indessen der Fünfte TSV RSK Esslingen II, der beim TV Nellingen II mit 1:3 unterlag. „Wir waren zu harmlos und haben die eingeplanten Punkte hergeschenkt“, haderte TSV-RSK-Spielleiter Schuler.