Die Fußballer des FC Esslingen kämpfen sich in der Verbandsliga weiter ans rettende Ufer heran. Landesligist TSV Köngen blickt auf ein besonderes Nachholspiel.
Die Entscheidungen in den Amateurfußballligen rücken immer näher – und die Spannung nimmt weiter an Fahrt auf. Vier Spiele bleiben den Teams noch, ehe irgendwo die Kaltgetränke geöffnet werden und Erleichterung in Jubel mündet. Andernorts wird dann der Frust rausgeschrien oder die Enttäuschung erst einmal verarbeitet werden müssen. Bis dahin aber heißt es: Fokussiert bleiben.
Den Druck der möglichen Aufstiegsshirts können indes die Kicker des TSV Denkendorf II allmählich in Auftrag geben. In der Kreisliga B 2 hat der Erste zehn Punkte Vorsprung auf den Zweiten TSV Wolfschlugen. Auch der TSVW Esslingen kommt in der Staffel 1 dem Ziel Kreisliga A immer näher: Der Tabellenführer liegt nun acht Zähler vor dem TSV Baltmannsweiler. Während sich in der Kreisliga A vor allem in den oberen Tabellenregionen noch einiges bewegen kann, liegt in der Bezirksliga vor allem im Kampf gegen den Abstieg Spannung in der Luft.
Und dann war da noch der 4:1-Befreiungsschlag der zuletzt schwächelnden Landesliga-Fußballer des Vierten TSV Köngen, die sich nun auf das von Spielertrainer Domenic Brück betitelte „Nachol-Endspiel für Tommy“ am Mittwoch (19 Uhr) gegen den Dritten TSGV Waldstetten freuen. Das ebenfalls verlegte B-2-Spiel des TSV Köngen II findet am Dienstag (19.30 Uhr) beim TSV Oberensingen II statt.
Verbandsliga
Der FC Esslingen strampelt im Tabellenkeller weiter kräftig gegen den Abstieg an – und kommt dem rettenden Ufer immer näher. Beim 2:1-Sieg beim VfB Friedrichshafen drehte Felix Frenz nach schwacher erster Hälfte der Esslinger die Partie. Der FCE blieb damit im sechsten Spiel in Serie ungeschlagen und geht die letzten vier Spiele mit Optimismus an – wohlwissend, dass nur Punkte zählen, um den Klassenverbleib doch noch zu schaffen. FCE-Coach Dominik Eitel sprach jedenfalls von der „unglaublichen Serie, die wir hingelegt haben und ausbauen wollen, auch wenn man das derzeit in der Tabelle noch nicht wirklich sieht“.
Landesliga
Derweil haben die Kicker des TSV Köngen nach drei Partien ohne Sieg rechtzeitig wieder in die Spur gefunden und kletterten auf Rang vier. Beim 4:1-Erfolg gegen Schlusslicht FV Sontheim/Brenz beendeten die Köngener ihre kleine Durststrecke und holten sich neues Selbstvertrauen für das Nachholspiel gegen den Dritten TSGV Waldstetten. Sportlich hat die Partie ohnehin Gewicht: Mit einem Sieg springen die Köngener zumindest vorerst auf Rang zwei und wären wieder im Aufstiegsrennen dabei. Doch am Mittwochabend geht es in der Fuchsgrube um mehr als nur Punkte. Die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern kommen der Familie des verstorbenen sportlichen Leiters Thomas „Tommy“ Köhrer zugute. „Unser Tommy bekommt dann sein großes Spiel“, sagte Spielertrainer Brück.
Jubel herrschte indes auch beim FV Neuhausen, der seinen Aufwärtstrend bestätigte und beim VfL Sindelfingen einen 5:1-Kantersieg feierte. Mit nun 35 Punkten verschaffte sich der FVN auf Platz elf Luft auf die unteren Tabellenregionen.
Bezirksliga
Regnerisch bis heiter geht es derweil in der Bezirksliga zu. Beim FV Plochingen haben sich nach der 1:3-Heimniederlage gegen den FV Vorwärts Faurndau die dunklen Wolken wohl endgültig zugezogen. Die Plochinger rangieren mit 21 Punkten auf dem vorletzten Platz und brauchen bei fünf Zählern Rückstand auf das rettende Ufer inzwischen ein kleines Wunder. Zumal sie noch Glück hatten, dass auch der TSV Berkheim, der mit 25 Punkten den Relegationsrang 13 belegt, beim TSV Oberboihingen mit 2:3 verlor. Die Berkheimer kassierten fünf Minuten vor dem Schlusspfiff durch Ex-FVN-Kicker Luca Vochazer noch das entscheidende Gegentor.
Trübe Stimmung herrschte auch beim Vierten TSV RSK Esslingen, der gegen die TSG Salach mit 1:4 verlor. Laut Spielleiter Thomas Schuler hat der TSV RSK zwar „kein schlechtes Spiel abgeliefert und wir waren über weite Strecken überlegen, vor dem Tor hat aber die Durchschlagskraft gefehlt“. Heiter war es dagegen beim TSV Denkendorf, der nach einem 0:1-Rückstand noch mit 5:1 gegen den VfL Kirchheim gewann. „Ich bin sehr glücklich, es war ein tolles Wochenende“, sagte der spielende Co-Trainer Georgios Natsis, der nach sieben Monaten Verletzungspause sein Comeback feierte. „Die ersten 35 Minuten sind schwierig gewesen, weil wir zu passiv waren. Der 1:1-Ausgleich ist dann aus dem Nichts gefallen, das Spiel danach gekippt und die 3:1-Führung kurz vor der Pause war für den VfL der Genickbruch. Der Sieg war ein wichtiger Schritt in Richtung Klassenverbleib“, ergänzte Natsis.
Kreisliga A
Spitzenreiter TSV Deizisau tat sich beim 4:3-Sieg gegen den Zwölften TB Ruit lange schwer. Laut Spielleiter Thomas Stiehl hatten die Deizisauer „vergessen, noch einmal ein Tor nachzulegen. Die Ruiter sind defensiv eingestellt gewesen und wir haben es unnötig spannend gemacht, waren aber spielbestimmend“. Dem stimmte TBR-Kapitän Dirk Schimmele zu: „Die Deizisauer haben verdient gewonnen, wir haben uns lediglich auf Konter beschränkt.“ Dennoch haderte er damit, „dass die Gegentore unglücklich waren und uns hintenraus die Luft ausgegangen ist. Sonst wäre ein Lucky Punch noch möglich gewesen“. Letztlich zählten für Deizisau im Aufstiegsrennen aber nur die drei Punkte. Der Tabellenführer hat zwei Zähler Vorsprung auf den Zweiten TV Unterboihingen. „Die Liga wird langsam überschaubarer und es sind nur noch vier Teams im Aufstiegskampf in der Verlosung. Wir haben es selbst in der Hand“, betonte Stiehl.
Neben dem TVU, der gegen den Vorletzten SG Eintracht Sirnau mit 4:0 gewann, können sich noch der Dritte TSV Wernau (47 Punkten) sowie der neue Viertplatzierte TSG Esslingen (46 Zählern) Hoffnungen auf den Aufstieg machen. Während Wernau beim Neunten SC Altbach, der sich vom Fahrstuhl-Team zum Sowas-von-Drinbleiber entwickelt hat, mit 1:3 verlor, gewann die TSG zu Hause gegen den TV Hochdorf deutlich mit 7:2. „Es war eine gute und konzentrierte Leistung des Teams mit schön herausgespielten Toren und einer guten Dynamik“, sagte TSG-Pressewart Dominic Hornisch.
Beim Vorletzten SGE geht derweil nach der Niederlage beim TVU das Abstiegsgespenst um – zumal der FV Neuhausen II überraschend mit 2:0 gegen den ASV Aichwald gewann und auf dem Relegationsplatz 14 nun fünf Punkte Vorsprung hat. „Realistisch gesehen war es das wohl für uns. Die Konkurrenz hat gepunktet und mittlerweile zweifeln auch die größten Optimisten. Der Heidenheim-Effekt stellt sich nicht von alleine ein, auch wenn wir noch auf diesen hoffen“, sagte SGE-Pressewart Martin Schmid.
Aus der Aufstiegsverlosung verabschiedete sich derweil neben dem ASV auch der TV Nellingen, der beim Sechsten TSV Wendlingen mit 0:3 verlor. „Es war sehr enttäuschend und wir haben eine hochverdiente Abfuhr kassiert. Es ist schwer zu erklären, woran es gelegen hat, weil es für uns schon noch um etwas ging. Aber wir agierten vor allem im Passspiel zu schlampig“, haderte TVN-Coach Thomas Gentner, der wie seine Spieler die Pleite erst einmal verdauen muss.
„Aus Lässigkeit wird Nachlässigkeit. Die Krise war da, aber die Jungs sind da gut rausgekommen“, sagte Abteilungsleiter Ioannis Fotarellis mit Blick auf den 3:2-Sieg seines Siebten VfB Reichenbach gegen den TSV Notzingen. „Die Spieler haben das ohne den verletzten Spielertrainer Moritz Gutmann sehr gut gemacht und Anthony Fotarellis hat die Jungen gut geführt.“
Kreisliga B
Derweil sprach Spielleiter Thomas Stiehl von „einer ganz komischen Partie“ seines Vierten TSV Deizisau II, der in der B1 beim TB Ruit II 2:2 spielte. „Der Gegner hat dreimal aufs Tor geschossen und zweimal getroffen. Am Ende war es ein glücklicher Punkt für die Ruiter. Wir haben alles probiert, agierten aber zu umständlich“, fügte Stiehl hinzu.
Freude herrschte dagegen beim VfB Reichenbach II in der Staffel 2, der den TSV Notzingen II deutlich mit 9:0 bezwang. „Die Jungs haben bewiesen, was sie draufhaben. Das i-Tüpfelchen war der Wille, weil wir immer nach vorne geschaut haben“, betonte Abteilungsleiter Fotarellis. Die Reichenbacher erarbeiteten sich damit ein Vier-Punkte-Polster auf Relegationsrang acht.