Manuel Fischer ist der neue Trainer des TSV Weilimdorf. Foto: Baumann

Einst als Spieler in der Champions League aufgelaufen, nun als Trainer in der Landesliga an der Seitenlinie stehend: ein Altbekannter ist der neue Trainer an der Giebelstraße.

Die Trainersuche beim Fußball-Landesligisten TSV Weilimdorf hat ein Ende gefunden. Seit dem Vorbereitungsstart am vergangenen Dienstag hat Manuel Fischer das Sagen an der Giebelstraße. „Ich freue mich extrem“, sagt der 33-Jährige, der einst für den VfB Stuttgart in der Champions League auflief. Wenngleich es seine erste Trainerstation ist, bewegt er sich auf gewohntem Terrain. Noch in der vergangenen Saison lief er zehnmal für die Weilimdorfer auf, war sogar spielender Co-Trainer, musste berufsbedingt aber mitten in der Runde aufhören. Zuvor half er ebenfalls immer wieder aus, mit der Futsal-Mannschaft spielte er in der Bundesliga und stieg in dieser Zeit zum deutschen Nationalspieler auf. „Ich habe zu dem Verein so eine enge Bindung“, sagt Fischer. „Ich kenne die Jungs, das wird eine coole Sache.“

 

Mit den meisten Spielern aus dem Kader spielte der Stürmer in der vergangenen Runde noch zusammen. Das Ensemble bleibt weitestgehend zusammen, einzig der Ersatzkeeper Yannic Engelke (nun TSV Höfingen) und der Goalgetter Alper Arslan (14 Saisontore, nun SV Fellbach) haben das Team verlassen. „Ich bin mit dem aktuellen Kader zufrieden, das sind alles gute Fußballer“, sagt der neue Coach. Weitere Transfers sind aber nicht ausgeschlossen, auch Fischers gute Kontakte könnten eine Rolle spielen. Scherzhaft sagt er: „Vielleicht hat Timo Hildebrand ja Lust.“ Ein Witz ohne ernsten Hintergrund. Ernst meint es Fischer aber mit seiner Spielidee. Er möchte mit viel Ballbesitz agieren. „Der Sport wird immer komplizierter gemacht, als er eigentlich ist.“

Fischer spricht von „schönem Zufall“

Mit dieser Vorgehensweise soll es dann wieder entspanntere Tage im Norden Stuttgarts geben. Zuletzt kämpfte der Club mehrmals hintereinander gegen den Abstieg – immer mit Erfolg. Doch das Verlangen nach einem gesicherten Mittelfeldplatz am Ende der Spielzeit ist groß, und zugleich das erklärte Ziel, sowohl Fischers als auch des Vereins. „Wir wollen nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben“, sagt der sportliche Leiter Sahin Durdu. „Seine Ziele und Ideen gefallen uns und passen mit unseren zusammen.“ Dass Fischer den Verein bestens kennt, sei ein Kriterium gewesen, das er bestens ausfüllt. Sie wollen in Weilimdorf nämlich familiärer werden. Bedeutet: die verschiedenen Fußball- und Futsal-Teams wieder zueinander führen. „Er kennt die Strukturen und wir sind von ihm überzeugt“, sagt Durdu.

Erst in der vergangenen Woche kamen die Verantwortlichen auf den Ex-Profi zu, die Zusage kam dann aber schnell. „Für mich war klar, dass ich Trainer werden möchte“, sagt Fischer. „Dass es nun in Weilimdorf klappt, ist ein schöner Zufall.“ Zwar trainiert er seit einem Jahr die F-Jugend des Vereins, in der sein Sohn spielt, doch im aktiven Bereich ist es Fischers erste Station. „Aufregung ist da keine dabei.“ Im November, so ist sein Plan, schließt er die Trainer-B-Lizenz ab. An seiner Seite wird der Verteidiger Patrick Härle als spielender Co-Trainer einsteigen. Während der Vorbereitung wird zudem der neue Trainer der zweiten Mannschaft, Ali Yilmaz, unterstützen. Wie Fischer als Trainer auftreten möchte? „Menschlichkeit ist mir extrem wichtig, weil mir das als Spieler häufig gefehlt hat.“ Neben seinem Engagement beim VfB Stuttgart, wo er zum Profi reifte, spielte er zudem bei der TuS Koblenz in der 2. Bundesliga und beim SV Wacker Burghausen eine Etage tiefer.

Dass sich die Tür an der Giebelstraße für Fischer geöffnet hat, liegt einzig daran, dass der TSV Weilimdorf wenige Tage vor dem letzten Spieltag der vorigen Saison den damaligen Trainer Holger Traub entließ. Zuvor verpasste dieser ein wichtiges Spiel im Abstiegskampf seiner Mannschaft, da er das DFB-Pokalfinale in Berlin als Zuschauer live miterlebte. So wird Fischer an der Seitenlinie stehen, wenn es am 19. August für den ersten Landesliga-Spieltag zum SC Geislingen geht.