Nicht zu halten: FV-Stürmer Tim Schwara (li.) lässt TSV-Innenverteidiger Leon Baumeister stehen und trifft zum 1:0 für Löchgau. Foto: Baumann/Hansi Britsch

Der Fußball-Landesligist unterliegt bei Spitzenreiter FV Löchgau 0:3 – dazu hätte es nicht kommen müssen, aber der TSV betreibt Chancenwucher. Trainer Markus Koch ist selbstkritisch.

Enttäuschung beim TSV Heimerdingen: Der Landesligist, der gegen den Abstieg kämpft, unterlag am Freitagabend beim Spitzenreiter FV Löchgau mit 0:3 (0:3) – und liegt nach dem 3:2-Erfolg des GSV Pleidelsheim über die SG Weinstadt nur noch zwei Punkte vom Relegationsplatz entfernt.

 

Die Heimerdinger bleiben auswärts so gefährlich wie ein fast vollkommen zahnloser Löwe, erst vier Zähler ergatterte der TSV auf fremden Plätzen. „Unsere Chancenverwertung war mangelhaft“, stöhnte TSV-Fußballchef Uwe Sippel, „wir machen hinten Fehlen und treffen vorne nicht – so kann man keine Punkte holen.“ 

Effektivität ist mangelhaft

Effizienz und Effektivität, das waren die beiden Kategorien, in denen der Ligaprimus Löchgau den Gästen überlegen war. Effektivität bezeichnet das Erreichen des gewünschten Ziels (Tore), Effizienz beschreibt den bestmöglichen Weg dorthin. Die Kicker des FV waren vor allem in Sachen Effektivität überlegen – sie nutzten ihre Torchancen besser als die Gäste. Der TSV besaß vor 120 Zuschauer auf dem Kunstrasen in Löchgau zwar auch einige hervorragende Möglichkeiten für ein Tor – am Ende aber stand die Null. „Wir müssen uns vorwerfen“, sagte ein sichtlich geknickter Trainer Markus Koch, „unsere Chancen nicht genutzt zu haben.“

Haris Gudzevic (li./gegen Janis Feufel) ließ die große Chance ungenutzt, für den TSV Heimerdingen das 1:1 zu erzielen. Foto: Baumann/Hansi Britsch

Eigentlich gab die erste Viertelstunde den Fingerzeig darauf, was sich auf dem Platz abspielen würde. Nach drei Minuten spielte FV-Schlussmann Leon Dobler einen bärenstarken Pass in die Tiefe auf Tim Schwara, der narrte erst Gegenspieler Leon Baumeister und ließ dann TSV-Keeper Lukas Emmrich keine Chance – er vollendete eiskalt zur Führung der Gastgeber. Sechs Minuten später konterten die Heimerdinger vorbildlich. Robin Reichardt legte den Ball vom rechten Strafraumeck quer zu Haris Gudzevic, der etwa zehn Meter halblinks frei vor dem leeren Tor stand – doch der schob den leicht hoppelnden Ball knapp am Pfosten vorbei. „Vielleicht hätte ich noch einen Schritt machen sollen“, sagte der Stürmer später zerknirscht, „ich rutsche rein und treffe den Ball nicht voll.“

Es war das Sinnbild für die Effektivität der Heimerdinger, die Löchgauer boten den Gegenentwurf. Leon Baumeister vertändelte den Ball in der Vorwärtsbewegung, erneut wurde Schwara geschickt, erneut überwand er mit einem satten Schuss Emmrich zum 2:0 (26.). „Ein individueller Fehler, der genutzt wurde“, beschrieb Markus Koch den Treffer. Dabei hätte es schon das 3:0 sein können – kurz zuvor hatte Löchgau eine 3:1-Überzahl im TSV-Strafraum, doch anstatt zu schießen passte Lukas Bittner den Ball zu einem Mitspieler, der im Abseits stand. Noch vor der Pause erhöhte der Ex-Heimerdinger Furkan Yumurtaoglu auf 3:0 (45.). Damit war die Partie eigentlich so gut wie entschieden.

Spiel mit hohem Tempo: Der Löchgauer Jens Krieger (li.) gegen Rudolf Buxmann vom TSV Heimerdingen Foto: Baumann/Hansi Britsch

Was man dem Fußball-Personal des TSV zugute halten muss: Die Mannschaft gab zu keinem Zeitpunkt auf, auch in Durchgang zwei versuchte sie, die Begegnung noch zu drehen – es rollten gefällige Angriffe in Richtung FV-Tor, aber die Torgefahr war nie so groß, als dass der Heimerdinger Anhang kurz davor gewesen wäre zu jubeln. Der eingewechselte Shukur Traore schob wie Gudzevic den Ball am leeren Tor vorbei und Sebastian Bortels Schuss zischte am Pfosten vorbei. Der Vollständigkeit halber ist zu erwähnen: Der FV Löchgau hätte durchaus das 4:0 erzielen können, doch Emmrich und Gabriel Fota verhinderten dies gemeinsam.

Markus Koch war am Ende auch selbstkritisch, weil er seiner Mannschaft Mut verordnet hatte und sie den FV in dessen Hälfte hoch attackierte. „Vielleicht hätten wir unsere Reihen besser schließen müssen“, sagte der TSV-Trainer, „wir wollten Paroli bieten und uns nicht verstecken.“ Der Plan mag kein schlechter gewesen sein, die Spieler gingen engagiert zu Werke – doch zu viele persönliche Patzer in Offensive und Defensive verhinderten zumindest einen Teilerfolg. TSV Heimerdingen: Emmrich – Fota, Geppert, Baumeister (46. Milos), Pellegrino – Bortel, Kuchtanin – Reichardt, Tepegoez (81. Traore), de Souza Lourenco – Buxmann (81. Jildiz), Gudzevic.