Der TSV Heimerdingen steht in der Fußball-Landesliga vor dem Kellerduell mit der SGM Krumme Ebene auf einem Abstiegsplatz. Der Coach ist vor der wichtigen Partie angespannt.
Markus Koch wirkt entspannt, als könne ihm die sportliche Talfahrt des TSV Heimerdingen nichts anhaben. Dem ist aber nicht so, auch am Trainer des Landesligisten, der die Mannschaft im Sommer übernahm, geht die angespannte Lage nicht spurlos vorbei.
Besonders nach verlorenen Spielen, die Hälfte aller in der laufenden Saison, denkt Koch lange über das Spiel nach – stets auf die Lösung bedacht. Was sind die Gründe für das Abstürzen des Landesligameisters von 2024? Koch, der 2004 sein erstes Traineramt antrat, analysiert: „Das größte Problem ist, dass wir keine Ergebnisse geliefert haben und das natürlich den Kopf beschäftigt.“ Nach drei Spielen ohne Niederlage zum Start ist der TSV seit fünf Partien ohne Dreier.
Für Koch hängt das auch mit der Erwartungshaltung zusammen: „Ich habe schon formuliert, dass ich uns nicht als Topmannschaft um Platz eins oder zwei sehe, aber auch nicht auf dem Abstiegsplatz, wo wir uns momentan bewegen.“ Die Mannschaft kann ihre Qualität nicht abrufen, teilweise habe man wohl auch die eigene sportliche Leistungsfähigkeit im Vergleich zur Liga überschätzt, meint Koch. Taktische Veränderungen plant er nicht, da die Mannschaft vor allem unter individuellen Fehlern leidet.
Trainer Koch vermisst einen Impulsgeber
Der TSV Heimerdingen muss defensiv stabiler und offensiv präsenter sein, fordert Koch und verlangt zudem „einen Impulsgeber, einen Chef auf dem Spielfeld, der hat sich noch nicht herauskristallisiert“. Neben Stammkräften um Lukas Emmrich, Gabriel Fota oder Salvatore Pellegrino vermisst Koch in dieser Rolle vor allem einen: seit Urgestein Daniel Geppert verletzungsbedingt ausfällt, geht es bergab; ohne den Abwehrchef holte die Mannschaft in fünf Spielen nur einen Punkt und rutschte in den Abstiegskampf, am Samstag (15.30 Uhr) gastiert die SGM Krumme Ebene am Neckar an der Weissacher Straße. Verliert der TSV auch dieses Spiel, kann der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz auf vier Zähler anwachsen.
Mit solchen Gedanken will Koch sich aber nicht befassen. „Ein Schüler von mir meinte“, erzählt der Sozialarbeiter, „er hat keinen Plan B, weil das hieße, dass Plan A scheitert.“
Hat der Trainer, der seinen bisherigen Stationen jeweils unter der Saison verließ, Angst um sein Amt? Koch schmunzelt, seine Worte wirken jedoch ernst: „Ich bin 58, da habe ich keine Angst mehr, schon gar nicht im Fußball. Ich habe dieses Jahr beide Elternteile verloren. Ich liebe den Fußball immer noch, aber es ist in der Einordnung wichtig zu wissen, wo man sich bewegt. Fußball ist Fußball, Angst habe ich nicht.“