Der TSV Bernhausen gewinnt das Verfolgerduell in Bad Boll nach mehreren Wendungen mit 4:3. Ein Joker wird zum Matchwinner. Für den Tagesbesten ist die Saison nun vorzeitig vorbei.
Den Schweiß hatte der Trainer Roko Agatic auch am Tag danach noch auf der Stirn. Und die Botschaft an die eigene Mannschaft lautet: „Nicht gut fürs Herz. Wenn ihr so weitermacht, kippt von unserem Team an der Seitenlinie demnächst einer um.“ Freilich: Es war bei allem Ächzen und Schnaufen auch ein Lachen dabei. Denn es ist am Ende ja gut gegangen. Durch ein Last-Minute-Tor haben die Landesliga-Fußballer des TSV Bernhausen ihr Spiel beim TSV Bad Boll mit 4:3 gewonnen. Der eingewechselte Andreii Shamenko wurde zum späten Matchwinner. Und damit haben die Filderstädter fürs Erste ihre Chance im Aufstiegsrennen gewahrt.
Zumindest bis diesen Samstag rücken Agatic und die Seinen auf einen Punkt an den Tabellenzweiten TSV Köngen heran. Allerdings müsste jener in seinen verbleibenden drei Spielen noch zweimal patzen, dass aus einer Bernhausener Vizemeisterschaft und Relegationsteilnahme etwas werden kann. Für die „Veilchen“ bereits endgültig enteilt ist der Spitzenreiter TSV Ehningen, der am Freitagabend auch die Hürde in Sindelfingen genommen hat (5:3).
Das aktuellen Verfolgerduell? Lange sahen die Gäste vom Fleinsbach wie der sichere Sieger aus. Nach Toren von Ivan Matanovic (15.), Antun Stegl (34.) und Mihael Tomic (41.) führten sie mit 2:0 beziehungsweise 3:1. Dann, in der Schlussphase, drohte die Partie plötzlich noch gegen sie zu kippen. „Wir haben den Gegner durch unnötige Fehler ins Spiel zurückgeholt“, moniert Agatic. Die Folge: Francisco Römpfer sowie der Boller Torjäger Baran Ates glichen aus – der eine nach einem missratenen Dribbling und Ballverlust von Lukas Walz, der andere mit einem Freistoß zu seinem bereits 24. Saisontreffer (85./90.). Doch es sollte eine erneute Wendung folgen. Ecke Walz, Abstauber Shamenko. Das war der umjubelte Bernhausener Schlusspunkt der Partie (90.+5).
Ein Ärgernis blieb indes für Agatic. Schon vorab sauer aufgestoßen war ihm, dass in seinem Abwehrchef Oliver Lujic und Dimitrios Vidic zwei Leistungsträger urlaubsbedingt fehlten. Lujic habe ihn über seine Auszeit mit einem „Sorry, Trainer“ gar erst am Donnerstagabend nach dem Abschlusstraining informiert. Kommentar Agatic: „Das geht gar nicht. Wenn wir am Ende dieser Saison nichts erreichen sollten, wissen wir, warum – dann war das gerade wegen solcher Dinge.“
Bernhausener „Spieler des Spiels“
Ovidiu-George Sterian (Nominierungen: 2.). Trotz drei Gegentoren: Im Abwehrzentrum stellte der 22-Jährige zusammen mit Erik Meinlschmidt ein Bollwerk dar. Der Wermutstropfen dabei: Zumindest in dieser Saison war’s das nun für Sterian. In den nächsten Wochen weilt er studienbedingt in seiner Heimat Rumänien. Wo es für ihn danach weitergeht, ist noch offen. Der TSV Bernhausen würde mit dem Innenverteidiger gerne verlängern. Doch gibt es auch andere Interessenten. Einer von ihnen soll der Verbandsligist Calcio Leinfelden-Echterdingen sein.
TSV Bad Boll: Telles-Villalobas – Suddoth, Gut, Caliskan, Mändle (87. Escalada Reyes) – Ascherl (72. Stefania), Ruther (79. Cunion), Seltenreich (72. Malerba) – Strodel, Ates, Francisco Römpfer.
TSV Bernhausen: Kaya – Kranz, Sterian, Meinlschmidt, Henneh (81. Vlasic) – Gümüssu – Tomic (67. Demir), Stegl (64. Galla), Milos (85. Shamenko), Walz – Matanovic.