Unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: der Trainer Roko Agatic. Foto: Archiv/Günter Bergmann

Die Filderstädter kommen in Geislingen nach einem schwachen Auftritt nur zu einem 1:1. Dabei korrigiert der Trainer Agatic eine seiner Entscheidungen bereits nach 20 Minuten.

Ist das Thema zu sehr in den Köpfen herumgegeistert? Ist es deshalb ein derart verkrampfter Auftritt geworden? Fakt ist: Die Fußballer des TSV Bernhausen hatten die große Chance, in der Landesliga die Tabellenführung zu übernehmen – und haben diese liegen gelassen. „Wir wollten drei Punkte. Aber mit so einer Leistung wäre es unverdient gewesen, wenn wir gewonnen hätten“, sagt der Trainer Roko Agatic nach dem 1:1 am Samstag beim Abstiegskandidaten SC Geislingen.

 

Nach zuletzt vier Siegen in Serie also ein kleiner Dämpfer für die Filderstädter, wobei sich für die nun noch ausstehenden sechs Spieltage unverändert ein Aufstiegskrimi abzeichnet. Von Platz eins bis sieben sind es im Klassement gerade einmal fünf Zähler Unterschied, allerdings auch dadurch bedingt, dass das aktuelle Gipfelduell zwischen dem TSV Köngen und dem TSGV Waldstetten kurzfristig abgesagt worden ist. Der Grund: Der Sportliche Leiter der Gastgeber, Thomas Köhrer, war am Freitag im Alter von nur 58 Jahren verstorben. Nachholtermin steht noch keiner fest.

Bezogen aufs eigene Spiel muss Agatic ein ernüchtertes Fazit ziehen: „Viele Stockfehler, alles zu langsam – es hat überhaupt nicht gepasst.“ „Eigentlich“, sagt der Coach, „hätte ich schon zur Pause zehnmal wechseln können.“ Eine erste Korrektur nahm er sogar noch früher vor, nämlich nach nur 20 Spielminuten. Die Idee, mit der Umstellung auf ein 3-4-1-2-Spielsystem die eigene Mitte zu stärken, war von Agatic frühzeitig wieder beendet. Denn über die Außenpositionen taten sich bei den Seinen zu große defensive Lücken auf. Viel besser sollte es aber auch in der gewohnten 4-1-4-1- Formation nicht werden.

Bernhausener Torchancen hatten gegen einen tief stehenden und kampfstark verteidigenden Gegner schließlich Seltenheitswert. Eine von lediglich zwei wirklichen während der gesamten Partie führte immerhin noch zum Ausgleich. Bei einem Freistoß machte sich das Videostudium vorheriger Geislinger Spiele bezahlt. Agatics Beobachtung: „Deren Mauer springt immer hoch.“ Ein Hinweis, den sein Kapitän Ivan Matanovic in Schlitzohr-Manier zu nutzen wusste. Er drosch den Ball aus knapp 20 Metern flach in Netz, wie an der Schnur gezogen unter dem tatsächlich hüpfenden Gastgeber-Hindernis hindurch (72.). Für den Routinier sein sechster Treffer allein in den vergangenen drei Begegnungen. Insgesamt steht er nun bei 15 Saisontoren.

Nun schon bei 15 Saisontoren: der Bernhausener Kapitän Ivan Matanovic. Foto: Archiv/Günter Bergmann

Zuvor war die Heimelf nicht unverdient in Führung gegangen. Die Entstehung irgendwie typisch für diesen Nachmittag: Lukas Walz versprang die Kugel. Und aus dem folgenden Einwurf entstand ein Konter, den Mert Özdemir zum Geislinger 1:0 verwertete (51.). In der ersten Hälfte hatte der Tabellendreizehnte durch Marvin Mayer bereits einen Lattenkopfball gehabt.

Entsprechend gab es am Ende zwei eher enttäuschte Seiten. „Auch wenn es Hoffnung macht, wenn man den Zweiten über die meiste Zeit so im Griff hat“, wie der Agatic-Gegenüber Sven Ackermann konstatiert. Nicht zu widersprechen war Agatics Einschätzung: „In der Tabelle hilft das Ergebnis keinem von beiden.“

Bernhausener „Spieler des Spiels“

Julijan Milos (Nominierungen: 2). Ballverteiler und Ruhepol im Bernhausener Mittelfeld. Einer der diesmal wenigen seiner Mannschaft in guter Form.

SC Geislingen: Sauter – Mayer, Roschmann, Ivezic, Niederberger, Özdemir (80. Ziegler) – Sönmez (79. Polat), Volk, Eyüpoglu – Ahmeti (68. Kaufmann), Mädel (68. Boni)

TSV Bernhausen: Livancic – Vidic, Meinlschmidt, Sterian – Henneh (46. Tomic), Lujic, Milos, Walz – Jordacevic (60. Galla) – Demir (46. Kranz), Matanovic.