Der SV Leonberg/Eltingen erfährt beim 1:3 gegen die SG Schorndorf die erste Heimniederlage. Marijan Salopek verliert kurz die Besinnung und wird vom Notarzt abgeholt.
Kurz vor dem Ende warf der SV Leonberg/Eltingen wirklich alles nach vorn, auch Torhüter Julian Bär tauchte im Strafraum der SG Schorndorf auf – irgendwie wollten die Kicker das Glück zwingen und den (durchaus verdienten) 2:2-Ausgleich erzielen. Doch das Risiko wurde nicht belohnt, die Gäste schlugen den Ball aus der Gefahrenzone, Ex-Profi Matthias Morys kam kurz vor der Mittellinie an den Ball, gab Gas und schob die Kugel ins leere Tor.
1:3 unterlag der Fußball-Landesligist aus Leonberg, es war die erste Heimniederlage in dieser Saison nach vier Siegen. „Es war klar, dass dieser Tag irgendwann kommen würde. Ein Punkt wäre schön gewesen“, fand SV-Coach Robert Gitschier, „wir hatten die Möglichkeiten. Kein Vorwurfs ans Team, wir haben alles versucht.“
Nicht nur einmal rauften sich so manche Beobachter mit Sympathien für den SV Leonberg/Eltingen oder das Personal auf der Auswechselbank die Haare über den verpassten Ausgleich. Ennio Ohmes besaß in den zweiten 45 Minuten allein gleich mehrere ziemlich gute Chancen zum 2:2 – aber jedes einzelne Mal passte irgendetwas nicht.
Ennio Ohmes mit bester Chance zum 2:2
Nach 65 Minuten tauchte der 27-Jährige nach einer Flanke von Kapitän Marco Seufert acht Meter frei vor SG-Keeper Fatih Aydin auf, der den nicht optimal platzierten Schuss per Fuß zur Ecke klärte. Nach einer Flanke von Marco Seufert, der auf links ein ständiger Gefahrenherd für die Schorndorfer war, stieg Ohmes am Fünfmeterraum freistehend hoch, doch der Ball flog ein paar Millimeter zu hoch, sodass er dem Stürmer nur über den Haaransatz strich (77.). Nach einer weiteren Seufert-Flanke konnte Ohmes den Ball per Kopf nicht drücken und so verpuffte auch diese Chance (85.). „Die Eins-gegen-eins-Situation mit dem Torhüter, die hätte es sein müssen“, gestand der Stürmer hinterher.
Doch es war nicht nur Ennio Ohmes, der beim Nachmittag der verpassten Chancen im Leonberger Ensemble auftrat. Nach einer Stunde kam Axel Weeber nach einer Flanke nicht richtig zum Kopfball, beim stark getretenen Freistoß von Marco Seufert (90+2) aus 18 Metern hatte Goalie Aydin noch die Fingerspitzen dran und lenkte den Ball an den Pfosten – und keiner im gelb-schwarzen Trikot stand für einen Nachschuss dort, wo ein Vollblutstürmer stehen würde. Schließlich senkte sich ein (wohl) als Flanke gedachter Schuss von Pascal Nufer ins obere lange Toreck (90+4), doch der starke Gäste-Keeper lenkte die Kugel zu Ecke. „Wir haben einen Punkt liegen gelassen“, stöhnte Gitschier.
So blieb es beim Elfmeter-Tor von Ohmes (31.), nachdem Patrik Hofmann im SG-Strafraum im Getümmel gefallen war. Wegen andauernden und heftigen Protestierens wurde SG-Trainer Koray Yildiz von Schiri Kevin Schmidt vom Sportgelände verwiesen. Die Schorndorfer waren nach dem Rückstand etwas effizienter vor dem Tor. Als der SV nach einem Pfostenschuss von Ex-Profi Matthias Morys den Ball nicht sauber klärte, gelang Marcello Vulcano per Kopf das 1:1 (40.).
Notarzt holt verletzten Marijan Salopek
Beim Rettungsversuch blieb Marijan Salopek mit dem Fuß hoch im Netz hängen, fiel unglücklich und war kurzzeitig ohne Bewusstsein. Nach langer Behandlung saß er fünf Meter neben dem Tor und wurde in der Pause vom Notarzt abgeholt – Salopek marschierte auf eigenen Beinen in das Fahrzeug. „Er hat sich beim Fallen wohl an der Schulter verletzt“, meinte Gitschier.
Nach der Pause setzten die Schorndorfer mit dem ersten Angriff die kalte Dusche, als Morys im Rückwärtsfallen per Kopf zum 2:1 für die SG traf (46.). Auch der Gast aus dem Remstal besaß in der Partie zweier starker Aufsteiger auf Augenhöhe Chancen, die Partie früher zu seinen Gunsten zu entscheiden, doch der Schuss von Jamie Miller touchierte die Latte (51.), SV-Tormann Julian Bär behielt im Eins-gegen-eins-Duell mit Vulcano die Oberhand (81.) und parierte den Schuss von Morys (83.). Erst in der fünften Minute der Nachspielzeit war mit Morys’ Marsch aufs leere Tor schließlich klar, dass der Heimnimbus des SV nun Geschichte ist. SV Leonberg/Eltingen: Bär – Häusler, Salopek (43. Feigl), Trefz, Falch – Weeber (63. Nufer), Schmidt (58. Kern), Hampel, Seufert – Hofmann (81. Jumbam), Ohmes